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Das Projekt "Riftlink"

Hoch oben im wolkenverhangenen Ruwenzori-Gebirge haben Forscher mehr als 20 Mess-Stationen aufgestellt. Ihr seismologisches Netz soll die Erdbewegung im ostafrikanischen Graben aufzeichnen. Und die Erde ist in dieser Region hochaktiv: Fast 500 kleinere und größere Erdbeben pro Monat lassen die Region erzittern. Geologen wollen mit diesen Aufzeichnungen Rückschlüsse auf die Vorgänge im Erdinneren ziehen.

Der Gipfel des Peak Margherita im Ruwenzori-Gebirge (Rechte: Mauritius)

Der Gipfel des Peak Margherita im Ruwenzori-Gebirge

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Zusammenhang zwischen Riftbildung und Klimaveränderung

Die geologischen Messungen sind Teil des Forschungsprojekts "Riftlink". Die Untersuchungen von Riftlink konzentrieren sich auf den westlichen Arm des großen ostafrikanischen Grabenbruchs. Leiter des wissenschaftlichen Gemeinschaftsprojekts ist der Frankfurter Geophysiker Prof. Dr. Georg Rümpker. "Wir untersuchen den Zusammenhang zwischen Riftbildung und Klimaveränderung", so Georg Rümpker. Ziel ist es, den Einfluss der Grabenbildung auf Klima, Pflanzen- und Tierwelt zu erforschen - und das über einen Zeitraum von Jahrmillionen. So fahnden Paläontologen nach Fossilien, die Veränderungen in der Tierwelt bezeugen sollen. Versteinerte Flusspferdzähne und deren "Jahresringe" sollen beispielsweise Aufschluss über Lebensbedingungen der Flusspferde und damit über das Klima geben. Biologen gehen auf Jagd von Schnecken, deren Gene ebenfalls etwas über Entwicklungsgeschichte Ostafrikas erzählen.

Wasserdampf auf dem Bogoria-See (Rechte: Mauritius)

Wasserdampf auf dem Bogoria-See

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Einfluss auf die menschliche Evolution?

Auch den Grund für die Erhebung des mehr als 5000 Meter hohen Ruwenzori-Gebirges wollen die Wissenschaftler erkunden. Aber die Fragestellung reicht weiter: Stimmt es, dass die Veränderungen im ostafrikanischen Graben sogar die Evolution des Menschen bestimmt haben? Richtete sich der Mensch auf, weil der Dschungel aufgrund der Klimaveränderung zurückging? Ostafrikanische Knochenfunde von Ur- und Frühmenschen wie vom Südaffen Australopithecus afarensis und von Homo erectus weisen darauf hin. Das Team von "Riftlink" sammelt Beweise für all diese Annahmen.

Afrika - die Wiege der Menschheit?

Aus den gesammelten Daten der Wissenschaftler entsteht im Computer ein geographisches Modell. Dieses soll geologische, klimatische und biologische Vorgänge im ostafrikanischen Graben in Zusammenhang bringen. Und dann lässt sich vielleicht endlich die Frage beantworten, ob die Entstehung des ostafrikanischen Grabens uns den aufrechten Gang bescherte und Afrika die Wiege der Menschheit ist.

Claudia Heidenfelder, Stand vom 06.07.2010
Sendung: Von Menschen und Affen - Eine Familienchronik, 07.07.2010

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