Literatur & Co.
Bücher
Das Serienmörder-Prinzip. Was zwingt Menschen zum Bösen?
Hinter jedem Monster steht auch ein Mensch. Davon ausgehend beschreibt Serienmord-Experte Stephan Harbort in diesem Buch, wie Serienmörder abseits aller Klischees sind, was hinter der Fassade des Täters steckt, aber auch, welche menschlichen Abgründe sich auftun können. Harbort hat über Jahre hinweg mit vielen Serienmördern Interviews geführt und stand mit ihnen im Briefwechsel. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen hat er ein Sieben-Phasen-Modell entwickelt, das zeigt, wie ein Mensch zum Serienmörder werden kann. Ein teilweise auch spannend geschriebenes Sachbuch, das aber nie reißerisch wird und nach dessen Lektüre der Leser sich ein differenzierteres Urteil über die sogenannten Bestien bilden kann.
Serienmörder im Europa des 20. Jahrhunderts
20 Serienmörder aus verschiedenen europäischen Ländern stellt dieser Band vor. Ein Schwerpunkt liegt auf bekannten deutschen Serienmördern wie Peter Kürten oder Fritz Haarmann. Wer auf der Suche nach einem kurzen Überblick ist, ist hier richtig. In die Tiefe gehen die einzelnen Darstellungen und Interviews nicht. Die detailreichen Berichte sind außerdem nichts für empfindliche Leser.
Der Liebespaar-Mörder
In den 1950er Jahren tötete ein Serienmörder in Düsseldorf und Umgebung ausschließlich Liebespaare, die in dunklen Ecken allein sein wollten. Serienmord-Experte Stephan Harbort zeichnet detailliert und kenntnisreich die damaligen Ermittlungen nach, benennt Fehler der Polizei, der Staatsanwälte und der Gerichtsmediziner. Bis heute ist die Mordserie nicht vollständig aufgeklärt. Teilweise spannend wie ein Roman.
Begegnung mit dem Serienmörder. Berichte von Menschen, die entkommen konnten
Über Serienmörder gibt es eine Menge Bücher, über ihre Opfer fast keine. Stephan Harbort veröffentlicht mit diesem Buch die erste deutsche Studie zu Serienmord-Opfern. Er hat mit Überlebenden gesprochen, aber auch mit den Tätern. Er wollte herausfinden, ob es Verhaltensmuster gibt, die Täter davon abhalten können, ihr tödliches Vorhaben auszuführen. Außerdem weist Harbort darauf hin, wie man sich vor Tätern schützen kann und benennt mögliche Gefahrenquellen.
Historische Serienmörder
Der Historiker Michael Kirchschlager hat für dieses Buch 20 meist unbekannte Serienmörder zusammengetragen. Die Porträts sind chronologisch sortiert, was es erleichtert, den historischen Kontext nachzuvollziehen: beginnend beim "schottischen Kannibalenclan" der Bean-Family im frühen 15. Jahrhundert, über Peter Nirsch, der um 1581 500 Menschen tötete, bis hin zum Blut trinkenden Fritz Haarmann Anfang des 20. Jahrhunderts. Empfindlichen Lesern ist dieses Buch nicht zu empfehlen, da die Taten, aber auch die meist grausamen Hinrichtungen der Mörder detailliert geschildert werden.
Mareike Potjans, Stand vom 16.05.2012




