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Berühmte Gefängnisse

Wissen Sie, wo in ihrer Stadt ein Gefängnis steht? In der Regel rücken Gefängnisse nicht in den Blick der Öffentlichkeit. Doch einige haben es zu einem legendären Ruf gebracht - sei es wegen ihrer Haftbedingungen, einer ausgefallenen Lage oder wegen ihrer bekannten Häftlinge. In Romanen und Filmen dienen solch berühmt-berüchtigte Gefängnisse als Schauplatz. Wir stellen ihnen einige der bekanntesten Gefängnisse vor.

Ein herrschaftliches Gebäude mit zwei runden Türmen und kegelförmigen Dächern. (Rechte: AKG)

"Conciergerie", ehemaliges Gefängnis in Paris

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Geschichte der Haftstrafe

Gefangen in London und Paris

Das berüchtigtste Gefängnis in England seit dem 12. Jahrhundert ist das Newgate-Gefängnis. Vor den Toren finden die Hinrichtungen zur Volksbelustigung statt. Nach den Schilderungen des französischen Literaten Voltaire 1734 können zum Tode verurteilte Insassen dem Tod entgehen, wenn sie als "Versuchskaninchen" überleben. Sie müssen sich allerdings mit Pocken infizieren lassen. Sie haben Glück; alle überleben den klinischen Versuch. Newgate ist ein beliebter Schauplatz in der Literatur, 1839 zum Beispiel in Charles Dickens' Roman "Oliver Twist". Im Tower of London befindet sich dagegen das Gefängnis für die gehobene Klasse: Eingekerkert und hingerichtet werden unter anderen Heinrich VI. (1471), Eduard V. und der Herzog von York (1483). Der letzte Todeskandidat soll 1941 ein deutscher Spion gewesen sein.

Die Bastille, seit dem 14. Jahrhundert Teil der Pariser Stadtbefestigung, wird 300 Jahre später zum Gefängnis umgebaut. Als 1789 die französische Revolution ausbricht, gibt es den berühmten Sturm auf die Bastille. Die französische Königin Marie Antoinette wird daraufhin in der "Conciergerie" eingekerkert, bis man sie 1793 zum Tode durch die Guillotine verurteilt. Die Anklage lautet: Geldverschwendung, Unzucht und Verschwörung mit dem Feind der Revolution.

Der Gebäudekomplex des Hochsicherheitsgefängnisses nimmt die gesamte kleine Insel ein. Links ragen Felsen ins Meer, rechts wachsen Bäume. An der Küste dahinter die Stadt San Francisco. (Rechte: Mauritius)

Gefängnisinsel Alcatraz vor San Francisco, USA

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Gefängnisinsel Alcatraz

Alcatraz - der Name der Gefängnisinsel ist legendär und steht quasi stellvertretend für ein ganzes Filmgenre: den Gefängnisfilm. Seine Lage in der Bucht von San Francisco und sein Ruf, dass niemandem die Flucht von Alcatraz gelang, reizten offenbar die Filmschaffenden: "Birdman of Alcatraz" ("Der Gefangene von Alcatraz") mit Burt Lancaster ist 1962 der erste Film über einen Gefangenen in der Isolationshaft von Alcatraz. 1979 kommt der Film "Die Flucht von Alcatraz" mit Clint Eastwood in die Kinos.

Die reale Geschichte der Gefängnisinsel beginnt 1847, als ein Militärgouverneur den Mexikanern die Insel für 5000 Dollar abkauft. 15 Jahre später kommen die ersten Gefangenen auf die Insel. Aber erst 1934 ist der Bau des mächtigen Hochsicherheitstraktes abgeschlossen. Al Capone zählt zu den berühmtesten Gangstern, die hier gefangen gehalten werden. Alcatraz ist damals das einzige Gefängnis in den USA mit Warmwasserduschen. Das hat seinen Grund: Die Gefangenen müssen warm duschen, um sich nicht abhärten zu können. Das Wasser der Bucht ist so kalt, dass es in den 29 Jahren bis zur Schließung im Jahr 1963 niemandem gelingt lebend die Küste zu erreichen.

Eine grüne Insel im blauen Meer. Im nördlichen, hinteren Bereich ist der Gebäudekomplex der Haftanstalt. Im Hintergrund die Küste mit Kapstadt. (Rechte: dpa)

Gefängnisinsel Robben Island in Südafrika

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Robben Island

Etwa zehn Kilometer vor Kapstadt liegt die Insel Robben Island. Wie der Name verrät, ging man hier Jahrhunderte lang der Robbenjagd nach. Das ändert sich 1961: Die Insel wird zum "Alcatraz von Südafrika". Die weiße Apartheidregierung schickt ihre vorwiegend schwarzen Gegner in das Hochsicherheitsgefängnis. Berühmtester Häftling ist der spätere Präsident Südafrikas, Nelson Mandela. Er verbringt 27 Jahre auf der Sträflingsinsel und arbeitet acht Stunden täglich im Steinbruch. 1974 werden internationale Proteste laut. Die Haftbedingungen verbessern sich. Heute ist die Insel ein Symbol dafür, dass der Widerstand der schwarzen Bevölkerungsmehrheit sich nicht ewig unterdrücken lässt. Seit 1996 wird das Gefängnis nur noch als Touristenattraktion genutzt.

Das bunkerähnliche graue Gebäude ist von hohen Mauern umgeben. Lampen in regelmäßigen Abständen und zwei Reiter mit Pferden auf dem Gelände. (Rechte: dpa)

Hochsicherheitstrakt in Stuttgart-Stammheim

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Stuttgart-Stammheim

Die Justizvollzugsanstalt in Stuttgart-Stammheim gilt 1963 als die modernste und sicherste. Das ist allerdings nicht der Grund, dass sie über alle Grenzen hinweg bekannt wird. Es sind die Insassen: Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspe und Irmgard Möller - Mitglieder der Roten Armee Fraktion (RAF). Eigens für sie wird 1975 neben der Haftanstalt eine gepanzerte Unterkunft gebaut: ein abgesicherter Hochsicherheitstrakt, der mit Stahlnetzen überspannt ist, damit auf dem Dach keine Hubschrauber landen können. Immer wieder angekündigte Befreiungsversuche sind auf diese Weise nicht möglich. 1977 kommen drei der Inhaftierten auf ungeklärte Weise ums Leben.

18 Gefangene in orangefarbenen Overalls knien auf einem offenen Platz, hoch mit Stacheldraht umzäunt, daneben fünf bewaffnete US-Militärpolizisten. (Rechte: dpa)

Gefangene werden von der US-Militärpolizei bewacht

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Das Gefangenenlager in der Guantanamo-Bucht

Im Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898 besetzen die US-Amerikaner die Guantanamo-Bucht im Karibischen Meer im Süden Kubas und nutzen sie als Militärstützpunkt. Mit der kubanischen Revolution 1959 fordert der Revolutionsführer Fidel Castro die Rückgabe der Bucht: ohne Erfolg. Daraufhin wird die Militärbasis vom kubanischen Strom- und Wassernetz getrennt. Ein Grenzzaun mit 44 Türmen und ein Minenfeld umgrenzen die Bucht. 1999 macht das dortige Gefangenenlager Camp X-Ray, übersetzt "Röntgenstrahlen-Lager" Schlagzeilen: Die USA fliegen Gefangene ein. Es sind Leute der Taliban, der Al-Quaida und deren mögliche Sympathisanten. Aber auch Kinder und Jugendliche werden dort rechtlos als Kriegsgefangene festgehalten. Amnesty International schaltet sich ein. Das führt 2005 zu einem US-Gerichtsurteil. Es besagt, dass die Inhaftierung ohne ordentliches Gerichtsverfahren gegen die US-Verfassung und gegen die Genfer Menschenrechts-Konventionen verstößt.

Bärbel Heidenreich, Stand vom 01.06.2009

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