Was ist ein internationales Verbrechen?
Was ist ein internationales Verbrechen?
Eine Definition des Ausdruckes "Internationales Verbrechen" gibt es nicht. Generell lässt sich sagen, dass man dann von einem Internationalen Verbrechen spricht, wenn zwei oder mehr Staaten von einer kriminellen Handlung betroffen sind. Welche kriminellen Handlungen konkret darunter fallen, auch das ist nicht eindeutig geklärt - schließlich wird nicht jede Straftat in jedem Land geahndet. Trotzdem lässt sich mit großer Sicherheit sagen, dass zum Beispiel der Rauschgifthandel in den Bereich des Internationalen Verbrechens fällt. Er zählt zu den häufigsten Verbrechen auf internationaler Ebene überhaupt. Weitere Verbrechen mit internationalem Bezug sind aus deutscher Sicht unter anderem: die Eigentumskriminalität, Autoschiebereien, Diebstahl, Betrug, Steuer- und Zolldelikte, Fälschungsdelikte, Waffenhandel, Schmuggel, Geldwäsche und Kinderpornografie.
Die Entwicklung des Internationalen Verbrechens
Ein Mann sitzt im Auto vor einer Bank. In der Bank hebt gerade ein ahnungsloser Kunde Geld vom Automaten ab. Der Mann im Auto späht mittels mehrerer raffinierter Vorrichtungen die Daten der EC-Karte (Electronic Cash) des Bankkunden aus und schickt diese Daten an einen Mittelsmann in einem anderen Land. Der Komplize dort erstellt mithilfe der Daten eine Karten-Dublette und hebt so viel Geld ab wie möglich. Ein Verbrechen, begangen in Minutenschnelle - für die Polizei eine riesige Herausforderung.
Früher war es leichter - zumindest aus Sicht der Behörden. Schließlich gibt es den international agierenden Straftäter erst seit rund hundert Jahren. Erst mit dem Fortschreiten der Industrialisierung und mit der Einführung des modernen Eisenbahnverkehrs hatte das Verbrechen die Möglichkeit, auf internationaler Ebene tätig zu werden. Erst die Globalisierung hat die Entstehung des Internationalen Verbrechens ermöglicht - von der international agierenden Mafia bis zu den Autoschieberbanden.
Das Internationale Verbrechen und das Internet
Das Zeitalter des Internet eröffnet viele Möglichkeiten für kriminelle Machenschaften aller Art. Verbrechen werden immer schneller und immer raffinierter ausgeführt. Die rasante technische Entwicklung auf diesem Gebiet macht es den Ermittlern nicht leicht. Allein in Deutschland wurden mittels Internet im vergangenen Jahr 167.000 Straftaten verübt. Im Jahr 2007 war die Zahl noch höher. Hinter den Internet-Straftaten stecken vor allem Betrugsdelikte - aber nicht nur. Auch die Verbreitung kinderpornografischer Schriften gehört dazu. Ein großer Lichtblick: Im Jahr 2007 konnte ein Kanadier, der Fotos von Kindesmissbrauch ins Internet gestellt hatte, in Thailand festgenommen werden. Die Festnahme war das Resultat einer intensiven Zusammenarbeit mehrerer Staaten im Rahmen von Interpol. Das BKA hatte dabei verschlüsselte Fotos des Täters aus dem Internet gezogen und wieder entschlüsselt, sodass der Täter ein Gesicht bekam und letztlich gefasst werden konnte.
Christian Jakob, Stand vom 30.11.2009






