"Rente" für Polizeihunde
Sie haben Anspruch auf eine 38,5 Stunden-Woche und Urlaub, gehen Streife und fahren in einem zivilen Polizeiwagen. Nur eine Dienstuniform tragen sie nicht - die rund 6000 Polizeidiensthunde in der Bundesrepublik.
Im Alter von ein bis zwei Jahren werden die meisten Hunde von der Polizei gekauft. Unter hundert Hunden findet sich bei der Eingangsprüfung nach aller Erfahrung höchstens einer, der für den Polizeidienst tauglich ist. Vor allem auf Mut kommt es an. Denn schließlich muss sich der Polizeidiensthundführer auf seinen Hund wie auf einen menschlichen Kollegen verlassen können.
Die Hunde müssen lernen, sich bei Schlägereien oder in anderen brenzligen Situationen auch gegenüber vielen Beteiligten rasch Respekt zu verschaffen. Allerdings übt ein Polizeihund bereits durch sein Erscheinen eine beruhigende Wirkung aus. So kommt es nur selten zum schmerzhaften Biss. Der Hund lernt bei der Ausbildung, dass er einen Menschen, der ruhig stehen bleibt und nicht wegläuft, nur verbellen und keinesfalls angreifen darf.
Nach der Ausbildung besteht zwischen Polizeihund und Hundeführer ein enges Vertrauensverhältnis auch über den Feierabend hinaus: Der Hund wohnt in der Familie seines "Herrchens", des Polizeidiensthundführers. Futter und Tierarztkosten bezahlt die Polizeibehörde. Und wird ein Hund "pensioniert", verbringt er seinen Lebensabend in aller Regel auch in dieser Familie.
Georg Hentschel, Stand vom 01.06.2009






