Börsenclubs
Börsenclubs investieren in sichere Werte
Auf der anderen Seite gibt es Pflichten, etwa die Mitgliederversammlungen. Börsenclubs treffen sich meist monatlich - im Hinterzimmer der Dorfkneipe, im Sitzungssaal der Kreissparkasse oder sonst wo. Welche Wertpapiere gekauft oder abgestoßen werden, wird demokratisch entschieden. Wer mitmachen will, muss einzahlen: in der Regel mehrere Tausend Euro auf einen Schlag. Hinzu kommen monatliche Zahlungen von unterschiedlicher Größe. Das Geld wird angelegt - und nicht beim Vereinsausflug verprasst.
Zockertypen, die ihr Geld gerne in Finanzwetten stecken, sind in Aktienclubs eher falsch aufgehoben. Denn die meisten Clubmitglieder investieren lieber in den relativ krisensicheren "Deutschen Aktien Index" (DAX), die wichtigsten deutschen Industriewerte, oder in amerikanische oder japanische Aktien. So mancher Investmentclub hat sich aber auch schon am "Neuen Markt", der krisengeschüttelten Börse der jungen Hightech-Firmen, die Finger verbrannt. Für Börsenneulinge, die sich weder mit mickrigen Sparbuchzinsen abfinden wollen noch die Alles-oder-Nichts-Spekulation suchen, sind Investmentclubs ideal.
Die Banken verdienen mit
Viele Banken und Sparkassen betreuen Börsenclubs, helfen bei deren Gründung, stellen Räume und Börsenkurse zur Verfügung und erlassen die Depotgebühren. Das tun sie keineswegs uneigennützig, denn beim Kauf und Verkauf von Aktien fallen etwa ein Prozent Beteiligung (Provision) für die Banken ab. Starthilfe bei der Gründung von Anlegerclubs leisten auch Aktionärsvertretungen wie zum Beispiel die "Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz" (DSW) in Düsseldorf.
Kai Althoetmar, Stand vom 01.06.2009






