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Stimmt es, dass Aktionäre für Schulden mithaften, wenn ihr Unternehmen pleite geht?

Anteilsscheine werden wertlos, wenn eine Aktiengesellschaft pleite geht und kein anderes Unternehmen sie übernimmt. Aktionäre müssen aber nicht persönlich für die Schulden ihres in Konkurs gegangenen Unternehmens haften.

Stimmt es, dass Aktien toter Firmen weiter an der Börse gehandelt werden?

Die Firma Goldzack produzierte früher Schlüpfergummis. Als sie pleite ging, kaufte ein Emissionshaus den sogenannten Börsenmantel. Hinter diesem Börsenmantel steht in der Regel kein Unternehmen mehr. Der Kurs einer solchen Aktie beträgt meist nur ein paar Cent. Manche Spekulanten hoffen, dass noch nicht börsennotierte Unternehmen den Mantel kaufen. Denn dadurch können diese schneller an die Börse gehen (Neuemission). Gleichzeitig wird der Aktie wieder Leben eingehaucht.

Vor historischen Häusern in Brügge stehen Touristen an einer Anlegestelle für Ausflugsboote Schlange. (Rechte: dpa)

Heute ist Brügge ein beliebtes Touristenziel

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Welches war die erste Börse in Mitteleuropa?

Börsenartige Handelsplätze gab es schon in der Antike. Im ausgehenden Mittelalter entwickelten sich dann erstmals Märkte, auf denen nicht nur Waren, sondern auch Wertpapiere gehandelt wurden. Damit wurden erstmals Waren oder Unternehmensbeteiligungen gehandelt, ohne dass diese an der Börse selbst präsent waren. Die erste Börse Mitteleuropas wurde 1409 in Brügge gegründet. Allerdings kann diese Börse nicht mit den heutigen verglichen werden, da sich dort lediglich Kaufleute italienischer Herkunft mit Kaufleuten aus Brügge trafen, um Handel zu treiben. Der Begriff Börse stammt jedoch hierher, da sich die Händler in dem Haus der alten belgischen Kaufmannsfamile van der Beurse trafen. Weitere Börsen folgten innerhalb kurzer Zeit, zum Beispiel in Antwerpen (1460), Lyon (1462), Amsterdam (1530), Nürnberg (1540), Augsburg (1540) und Frankfurt (1585). Heute existieren von diesen Börsen nur noch die in Amsterdam und Frankfurt.

Welches war die erste Aktie der Welt?

Die erste bekannte Aktie der Welt wurde am 27. September 1606 von der niederländischen "Vereenigde Oost-Indische Compagnie" (VOC) ausgegeben. Das war vier Jahre nach ihrer Gründung. Sie trägt die Unterschriften der VOC-Direktoren Arent ten Grotenhuys und Dirck van Os. Der Anteilschein bescherte seinem Besitzer mitunter Dividenden in Höhe von 75 Prozent seiner Einlage. Innerhalb weniger Jahrzehnte verfünffachte sich ihr Wert.

Stimmt es, dass der "Schwarze Freitag", der in den USA 1929 den Börsencrash auslöste, an einem Donnerstag stattfand?

Wegen der Zeitverschiebung war es in Europa bereits Freitag, als die Nachricht eintraf. Daher der Name "Schwarzer Freitag". Doch der Tag des Crashs in Amerika war ein Donnerstag, nämlich der 24. Oktober 1929. Der schlimmste Kurssturz ereignete sich aber zu Beginn der Folgewoche. Viele Spekulanten hatten Aktien bei den Banken auf Pump gekauft. Nachdem deren Wert gefallen war, forderten die Banken neue Sicherheiten. Die konnten viele Aktionäre nicht aufbringen, folglich mussten sie Aktien abstoßen - ergo fielen die Kurse weiter.

Stimmt es, dass manche Unternehmen Sachmittel statt Geld als Dividende auszahlen?

Diese Praxis der Natural-Dividenden gibt es seit Jahrhunderten. Die VOC, die regen Gewürzhandel trieb, speiste ihre Aktionäre zu Beginn des 17. Jahrhunderts zunächst mit Pfeffer ab. In Nordamerika verteilte die "Hudson's Bay Company" früher Nerzfelle. Aktionäre des Pariser Eiffelturmes bekamen keine Francs, sondern jährlich eine Freifahrt zur Turmspitze.

Kai Althoetmar, Stand vom 01.06.2009

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