Who's Who: Organisationen
GIZ - Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit
Die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) fasst seit Anfang 2011 drei traditionelle Organisationen der Entwicklungshilfe zusammen: DED (Deutscher Entwicklungsdienst), GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) und das internationale Weiterbildungsunternehmen "inwent". Wesentliche Aufgabe der Groß-Organisation ist die sogenannte "Technische Zusammenarbeit". Diese umfasst nicht nur technische Aufgaben im wörtlichen Sinn. Vielmehr geht es darum, "die Fähigkeiten von Menschen, Organisationen und Gesellschaften in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen", wie es das Ministerium auf seiner Internetseite ausdrückt. Durch Beratung oder Sachleistungen werden wirtschaftliche, technische und organisatorische Kenntnisse vermittelt. Das kann bedeuten, dass Entwicklungshelfer bezahlt werden, umfasst aber auch Material und Ausrüstung für die geförderten Einrichtungen oder die Finanzierung von Studien und Gutachten rund um die Hilfsprojekte. Für die Länder ist diese Unterstützung kostenlos.
KfW Entwicklungsbank und DEG
Die KfW Entwicklungsbank und die DEG (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft) fördern beide Entwicklungs- und Transformationsländer. Sie gehören zur KfW Bankengruppe, die aus der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hervorgegangen ist. Die KfW war nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden, um den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft zu organisieren und finanzieren.
Die KfW Entwicklungsbank fördert weltweit Vorhaben von Ländern, die bilateral von Deutschland unterstützt werden. Sie übernimmt damit im Auftrag der Bundesregierung den Part der "Finanziellen Zusammenarbeit". Geplant und umgesetzt werden die Projekte, die die KfW finanziert, von Institutionen, Organisationen oder privaten Unternehmen in dem jeweiligen Land. Ein einzelnes Vorhaben kann Zuschüsse, Darlehen, Förderkredite oder Entwicklungskredite erhalten. Wer welche Konditionen bekommt, hängt vom Bedarf und der Leistungsfähigkeit des Landes ab. Außerdem unterstützt die KfW die Gründung sogenannter Mikrobanken, die Händlern und Handwerkern vor Ort Kleinkredite geben. Ein Teil des KfW-Geldes stammt direkt aus dem Bundeshaushalt, den anderen nimmt die Bank möglichst günstig am Kapitalmarkt auf. Im Jahr 2010 hat die KfW Entwicklungsbank mehr als 1900 Vorhaben in etwa 110 Ländern unterstützt.
Die DEG finanziert Investitionen von Privatunternehmen in Entwicklungsländern. Im Gegensatz zur KfW Entwicklungsbank setzt sie fast ausschließlich Eigenmittel ein und keine Bundesmittel. Für Unternehmen, die in Entwicklungsländern tätig sein wollen, gibt es darüber hinaus noch weitere Unterstützung, zum Beispiel über das Public Private Partnership-Programm "develoPPP" oder das gemeinnützige Unternehmen "sequa", das Projektentwicklung und -management in Entwicklungsländern anbietet.
Nichtregierungsorganisationen - die NROs
Besonders schwer zu durchschauen ist die Lage bei den Nichtregierungsorganisationen (NROs, englisch: NGOs für "non-governmental organizations"). Dazu zählen alle Akteure, die nicht von staatlichen Stellen oder Regierungen abhängig sind - von Kirchen über Gewerkschaften bis zu kleinen Vereinen. Rund 2000 dieser Organisationen, Gruppierungen und Vereine sind in den "Dachverband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V." (VENRO) eingebunden. Es gibt aber noch zahlreiche weitere, die davon unabhängig arbeiten.
Die NROs können auch in Ländern aktiv sein, mit denen es keine Regierungsabkommen gibt. Besonders in Kriegs- und Krisensituationen kann das ein Vorteil sein. Vor allem die Kirchen genießen in vielen Ländern ein höheres Vertrauen als staatliche Organisationen und haben ein hohes Selbstmotivationspotential. Zumindest einen großen Teil der Mittel, die die NROs einsetzen, müssen sie selbst aufbringen - vorwiegend über Spenden. Sie können aber auch staatliche Fördergelder beantragen, so vom BMZ oder der Europäischen Union. Auch für NROs gibt es eine Beratungsstelle. Sie heißt "bengo", wird vom Paritätischen Wohlfahrtsverband getragen und vom BMZ finanziert.
Freiwilligendienste: weltwärts, asa und SES
Für einzelne, die selbst in Entwicklungslängern Hilfe leisten wollen, gibt es verschiedene Vermittlungsdienste – je nach Lebensphase. Für junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren heißt der Freiwilligendienst "weltwärts". Teilnehmen kann jeder deutsche Staatsbürger, der mindestens einen Hauptschulabschluss hat und gute Grundkenntnisse in der Sprache des Ziellandes mitbringt. Oft geht es um Hilfe bei Projekten mit Kindern, ein anderer wichtiger Einsatzbereich ist der Umweltschutz. Die Organisation "asa" kombiniert Seminare und teilweise auch Praktika in Deutschland mit einem Auslandsaufenthalt. Dahinter steht nicht nur Entwicklungshilfe, sondern die Idee von globalem Lernen. Nach dem Auslandsaufenthalt sollen die Teilnehmer ihre Erfahrungen präsentieren und weitergeben und so zur entwicklungspolitischen Bildungsarbeit beitragen. Zielgruppe von "asa" sind Studenten und junge Berufstätige zwischen 21 und 30 Jahren.
Doch nicht nur junge Leute können sich engagieren: Der Senior Experten Service (SES) vermittelt Menschen im Ruhestand an Projekte, in denen sie ehrenamtlich ihr berufliches Fachwissen weitergeben. Bei etwa der Hälfte handelt es sich um Industrie-Projekte, weitere wichtige Bereiche sind Infrastruktur und Bildung.
Christina Lüdeke, Stand vom 01.11.2011









Seite teilen