Sendung vom 06. Mai 2009
Tatort Kunst - Von Fälschern, Räubern und Erpressern
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Ernst Schöller
Ernst Schöller ist Kriminalhauptkommissar im Landeskriminalamt (LKA) Stuttgart. Seit fast 30 Jahren ist er in Sachen Kunst Verbrechern auf der Spur. Sein Spezialgebiet sind gefälschte Grafiken und Drucke. Er ist einer von wenigen Kunstkommissaren in Deutschland. Außer in Stuttgart gibt es nur noch in München und Berlin eine Polizeiabteilung, die sich mit Kunstdelikten befasst. Seit den 90er Jahren baut die Sonderabteilung "Kunst" im LKA Baden-Württemberg eine Sammlung mit sichergestellten Fälschungen auf, die inzwischen über tausend Druckgraphiken, Ölgemälde, aber auch Skulpturen und Möbel beinhaltet. Diese Sammlung bildete den Grundstein für die Ausstellung "Wa(h)re Lügen - Original und Fälschung im Dialog", die in Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie Albstadt und dem Graphikmuseum Pablo Picasso Münster erstellt wurde.
Tipps aus der Sendung
Link-Tipps
- Wiener Fälschermuseum
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Das Wiener Fälschermuseum präsentiert die Werke der bekanntesten Kunstfälscher wie Tom Keating, Konrad Kujau, van Meegeren oder Edgar Mrugalla. Auch erklärt das Museum den Unterschied zwischen Original, Kopie und Fälschung. Daneben sind zahlreiche Meisterkopien von Schiele, Klimt, van Gogh ausgestellt, die aufgrund ihrer fehlenden Signatur nicht als Fälschungen gelten. Alle Informationen über Öffnungszeiten, Führungen, Anfahrtsweg sind auf der Homepage des Museums zu finden.
- "Museo d’Aarte e Scienza"
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Das ist die Homepage des Museumslabors "Museo d’Aarte e Scienza" in Mailand. Die Kunstexperten haben es sich zur Aufgabe gemacht, Antiquitäten, Porzellan und Bilder auf ihre Echtheit zu prüfen. Auf der Website wird nicht nur die Arbeitsweise des Teams vorgestellt, sondern man kann sich auch verschiedene Bilder im Original und als Fälschung ansehen, zum Beispiel das Porträt Luthers von Lucas Cranach.
- Artloss
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Die weltweit größte private Datenbank, die verschollene und gestohlene Wertgegenstände zentral verzeichnet. Hauptsitz ist London, Filialen finden sich in New York, Köln, Paris und Amsterdam In Zusammenarbeit mit allen Beteiligten des Kunstmarkts sollen Kunstwerke identifizierbar und der Handel mit dem Diebesgut Kunst erschwert werden. Ein Dienstleister mit privatem Charakter, dessen Recherchen für Betroffene des Nationalsozialismus kostenlos angeboten werden.
- Landeskriminalamt Baden-Württemberg
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Das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg mit Sitz in Stuttgart verfügt über ein eigenes Dezernat "Kunst und Antiquitäten". Auf dessen Homepage findet sich eine Broschüre zum Downloaden (pdf-Datei), die hilfreiche Hinweise gibt, worauf Sie achten sollten, wenn Sie mit dem Kauf eines Kunstwerks liebäugeln.
- Kulturgüter aus der Datenbank
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Ein gemeinsames Projekt von Bund und Ländern zur Erfassung von Kulturgütern, die in Folge des Zweiten Weltkrieges beziehungsweise Nationalsozialismus verbracht, verlagert oder - insbesondere jüdischen Mitbürgern - verfolgungsbedingt entzogen wurden. Hier kann sowohl recherchiert werden, ob Kulturgüter von ihren ehemaligen Besitzern gesucht werden (""Suchmeldungen"), als auch ob sich gesuchte Werke in der Liste der Fundmeldungen wiederfinden ("Fundmeldungen").
Literatur
Stéphane Breitwieser
Bekenntnisse eines Kunstdiebes
Confessions d'un voleur d'art"
Editions Anne Carrière 2006
Verlag: C. Bertelsmann 2007
ISBN: 978-3-570-00992-5
In sieben Jahren stahl der Elsässer Stéphane Breitwieser 239 Kunstwerke aus europäischen Museen. Von sich selber sagt er, er habe oft vor einem Bild im Museum gestanden und angefangen zu weinen, "weil es so schön war". Danach hatte er das unwiderstehliche Verlangen, das Werk mitzunehmen. 2001 wurde er gefasst. Im Gefängnis begann er seine Erinnerungen aufzuschreiben. Darin legt er offen, warum er die Kunstobjekte entwendete und erzählt vom berauschenden Gefühl des erfolgreichen Diebstahls. Leider neigt der Autor dazu, seine Taten zu verharmlosen und die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen der Museen mitverantwortlich für seine Beutezüge zu machen.
Von Eric Hebborn
Kunstfälschers Handbuch
Dumont Buchverlag 2003
ISBN-13: 978-3832172954
Einer der größten Kunstfälscher des 20. Jahrhunderts ist der Brite Eric Hebborn. Nach seinem Studium an der Royal Academy begann er mit dem Fälschen alter Meister. Über 20 Jahre verkaufte er seine Fälschungen meist an die Museen der Welt. Noch heute ist in nicht jedem Museum geklärt, ob ein Bild aus seiner Feder stammt oder ob es tatsächlich ein alter Meister ist: In diesem Band lüftet der Fälscher die Geheimnisse seines Erfolges. Dazu gehört ein großes Wissen über Maltechniken, Farben, Federn, Tuschen und vieles mehr. Eine sehr spannende Lektüre.
Nora Koldehoff, Stefan Koldehoff
Aktenzeichen Kunst
Die spektakulärsten Kunstdiebstähle der Welt
DuMont Verlag
Köln 2004
ISBN-13 9783832174354
Das Autorenehepaar beschreibt die spektakulärsten Kunstdiebstähle der letzten hundert Jahre. Großes Aufsehen erregte der Raub der Mona Lisa aus dem Louvre. Es war der italienische Handwerker Vincenzo Peruggia, der das berühmte Gemälde in die Heimat des Malers zurückbringen wollte. Nicht weniger eindrücklich sind die Diebstähle der acht Cranach-Bilder aus dem Schlossmuseum in Weimar oder die Entwendung von 20 Werken aus dem "Van Gogh Museum" in Amsterdam. Ein sehr gut recherchiertes Buch, das so spannend wie ein Krimi ist.
Wa(h)re Lügen. Original und Fälschung im Dialog
Neuer Kunstverlag
Stuttgart 2007
ISBN 978-3-938023-34-1
Ob Museen, Galerien oder private Sammler. Niemand ist davor geschützt, ein falsches Bild zu erwerben. Viele Fälschungen sind so exzellent, dass sie von einem Laien nicht entdeckt werden können. Parallel zu einer Ausstellung, die in der Städtischen Galerie Albstadt und dem Graphikmuseum Pablo Picasso Münster zu sehen war, entstand der Bildband "Wa(h)re Lügen", der zahlreiche Fälschungen den entsprechenden Originalen gegenüberstellt. An dem Ausstellungsprojekt war das Landeskriminalamt Baden-Württemberg wesentlich beteiligt. Darum finden sich in dem Band auch Essays, die das Problem der Kunstfälschung nicht nur aus der kunsthistorischen Perspektive, sondern auch vom kriminologischen Standpunkt betrachten.








