Sendung vom 08. Mai 2009
Kriegskinder - Wenn die Erinnerung zurückkehrt
Artikelnavigation
Unsere Studiogäste

-
Prof. Margarete Dörr
Sich selbst bezeichnet die Historikerin Margarete Dörr als "halbes Kriegskind": 11 Jahre war sie alt, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Später studierte sie Geschichte, lehrte an Gymnasien und erhielt 1973 einen Lehrauftrag an der Universität Stuttgart. Nach ihrer Pensionierung schrieb sie zunächst über Kriegserfahrungen von Frauen, danach über deren Kinder: Über 500 Kriegskinder hat sie befragt und deren persönliche Geschichten in den beiden Bänden "Der Krieg hat uns geprägt – Wie Kinder den zweiten Weltkrieg erlebten" dokumentiert.

-
Prof. Hartmut Radebold
Hartmut Radebold ist Psychotherapeut, Altersforscher und widmet sich besonders der Behandlung von Kriegskindern des Zweiten Weltkriegs. Als Therapeut und mit seiner eigenen Erfahrung als Kriegskind versucht Radebold, den Betroffenen bei der Bewältigung ihres Schicksals zu helfen. Was diese selbst tun können beschreibt er u. a. in seinem Buch "Die dunklen Schatten unserer Vergangenheit – Hilfen für Kriegskinder im Alter".
Tipps aus der Sendung
Link-Tipps
- Kindheiten im Zweiten Weltkrieg
-
Kriegskinder des Zweiten Weltkrieges sind Thema einer Forschungsgruppe, die sich auf dieser Seite vorstellt: Der Zusammenschluss von Wissenschaftlern geht den Erfahrungen und Traumata dieser Kriegskinder nach. Auf ihrer Webseite informiert die Gruppe über Tagungen und Publikationen und gibt Link- und Literaturtipps zum Thema Kriegskindheiten.
- Förderverein Kriegskinder für den Frieden
-
Für Friedensarbeit und internationalen Austausch setzt sich der Förderverein "Kriegskinder für den Frieden" ein. Von Kriegskindern des Zweiten Weltkriegs gegründet, unterstützt der Verein eine internationale Gesinnung, Toleranz und den Gedanken der Völkerverständigung. Mehr über die Forschungsprojekte des Vereins, über Veranstaltungen und Termine erfahren Sie auf dieser Webseite.
- Kriegskinder in der ARD
-
Mit großem Erfolg hat die ARD den Vierteiler "Kriegskinder" ausgestrahlt. Auf der begleitenden Homepage kommen die Zeitzeugen der Filme noch einmal zu Wort, darunter auch Prominente wie Joachim Fuchsberger oder Dieter Hallervorden. Dazu gibt es Filmausschnitte und viele Hintergrundinformationen, Bildergalerien und Tagebuchaufzeichnungen von Betroffenen.
- Kinder suchen ihre Eltern
-
Das Deutsche Rote Kreuz, der Deutsche Caritas-Verband und das Hilfswerk der evangelischen Kirche und das Deutsche Rote Kreuz organisierten nach dem Krieg gemeinsam einen Suchdienst. Millionen von Menschen wurden so wieder zusammengeführt. Im Rahmen der Aktion übertrug ab 1945 die Wochenschau Spots, mit denen Kinder ihre Eltern suchten - zu sehen auf dieser Webseite des Deutschen Historischen Museums.
Literatur
Margarete Dörr
Der Krieg hat uns geprägt
Wie Kinder den Zweiten Weltkrieg erlebten
Band 1 und 2
Campus Verlag
2007
Frankfurt/Main
ISBN 978-3-593-38447-4
Sie erlebten Bombennächte, Flucht und Vertreibung, Kälte und Hunger. Viele verloren ihre Heimat oder noch schlimmer: ihre Eltern und enge Angehörige. Gut 500 Kriegskinder hat die Historikerin Margarete Dörr über ihre Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg befragt. Ihr Schicksal wird in diesen beiden Bänden eindrucksvoll dokumentiert: Anhand ihrer Schilderungen, ihrer Tagebuchaufzeichnungen oder von Briefen kommen die Kriegskinder darin selbst zu Wort.
Hartmut Radebold
Die dunklen Schatten unserer Vergangenheit
Hilfen für Kriegskinder im Alter
Klett-Cotta
2009
Stuttgart
ISBN 978-3-608-94552-2
Hartmut Radebold ist Psychoanalytiker und Alternstherapeut. Und er ist selbst ein Kriegskind des Zweiten Weltkriegs. In seinem Buch "Die dunklen Schatten unserer Vergangenheit" beschreibt er die Traumata von Kriegskindern und eine mögliche Behandlung. Das Werk beinhaltet auch ein Kapitel, das Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe bietet und beschreibt, wie man als Kriegskind mit seiner Vergangenheit besser zurechtkommen kann.
Yury und Sonya Winterberg
Kriegskinder
Erinnerungen einer Generation
Rotbuch
2009
Berlin
ISBN 978-3-86789-071-7
Was es bedeutete, im Zweiten Weltkrieg Kind zu sein, beschreibt das begleitende Buch zur gleichnamigen ARD-Reihe "Kriegskinder". Kinder aus England, Polen, Deutschland, Frankreich, der Ukraine und Weißrussland schildern darin Alltägliches und Außergewöhnliches aus einer Zeit, in der Europa in Flammen stand.
Hilke Lorenz
Kriegskinder
Das Schicksal einer Generation
List Verlag
2003
ISBN 978-3471780954
Die Journalistin Hilke Lorenz, geboren 1962, hat für dieses Buch zahlreiche Zeitzeugen über ihre Kriegskindheit befragt. Entstanden ist so das Porträt über eine Generation, für die der Krieg zum Alltag wurde und die jahrzehntelang nur selten über ihr Schicksal gesprochen hat.
Anne-Ev Ustorf
Wir Kinder der Kriegskinder
Die Generation im Schatten des Zweiten Weltkriegs
Herder Verlag
Freiburg
2009
ISBN 978-3451298141
Nicht nur Menschen, die den Zweiten Weltkrieg selbst erlebten, haben mit seinen Folgen zu kämpfen. Auch ihre Kinder wurden noch von den Kriegserlebnissen geprägt. Diese Ansicht vertritt die Historikerin und Journalistin Anne-Ev Ustorf in ihrem Buch "Wir Kinder der Kriegskinder". Auch Forschungen belegen, dass die Folgeschäden noch bis in die nächsten Generationen wirken.
Ilse Weber
Wann wohl das Leid ein Ende hat. Briefe und Gedichte aus Theresienstadt
Hanser
München
2008
ISBN 978-3-446-23050-7
Ilse Weber, 1903 in Mähren geboren, war in den 20er und 30er Jahren eine bekannte Kinderbuch- und Hörspielautorin. 1942 wurde die deutschsprachige Jüdin nach Theresienstadt deportiert. Für ihre Mithäftlinge und für Kinder, die sie dort als Krankenschwester pflegte, schrieb sie Gedichte und Geschichten. Diese Trostgesänge aus der Kinderkrankenstube im Konzentrationslager zusammen mit Briefen an ihre Freundin Lilian zeugen von Naziterror und vom Mut der Verzweiflung. 1944 wurde Ilse Weber in Auschwitz ermordet.








