Sendung vom 01. Dezember 2009
Geschichte des Reisens – Vom Wanderstab zum Düsenjet
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Unsere Studiogäste

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Dr. Wolfgang Griep
Dr. Wolfgang Griep ist Germanist und leitete von 1991 bis 2005 die Forschungsstelle zur historischen Reisekultur in Eutin. Die in Deutschland einmalige Institution beherbergt in großer Zahl Reiseberichte, Reiseführer, Karten und Atlanten. Dr. Griep ist heute Inhaber eines Verlages für Reiseliteratur und als Vortragsreisender in Sachen "Geschichte der Reise" in ganz Deutschland unterwegs.
Tipps aus der Sendung:
Link-Tipps
- Forschungsstelle zur historischen Reisekultur
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Die Forschungsstelle zur historischen Reisekultur in Eutin beherbergt in ihrer Bibliothek zahlreiche historische Reiseberichte, Porträts, Karten und Atlanten. Ziel der Einrichtung ist die Erforschung historischer Reiseliteratur zu sichern. Alle Informationen zur Nutzung dieser in Deutschland einmaligen Einrichtung können Sie auf der Website nachlesen.
- Reisegeschichte.de
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Die Website des Weltreisenden Norbert Lüdtke bietet viele Geschichten über Globetrotter, die der Enge ihrer Heimat entkommen wollten und sich allein auf die Reise machten. Nachzulesen sind zum Beispiel die Reiseerlebnisse eines jungen Friseurs, der vor über einhundert Jahren von Münster nach Jerusalem ging und insgesamt acht Jahre unterwegs war. Außerdem enthält die Website Links zu Reisebüchern, Reisefilmen und Museen.
- Johann Gottfried Seume
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Bekannt wurde Johann Gottfried Seume durch seine neunmonatige Wanderung nach Syrakus. Aber das war nicht die einzige Reise, die der studierte Jurist zurücklegte. Wer mehr über das spannende Leben des damals exzentrisch wirkenden Einzelgängers erfahren möchte, ist auf der Website von Karl W. Biehusen genau richtig.
- Seebad Heiligendamm
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Ende des 19. Jahrhunderts wurde es für das wohlhabende Bürgertum Mode, die Ferien in der Sommerfrische zu verbringen. Eines der noch heute mondänsten Seebäder Deutschlands befindet sich in Heiligendamm an der Ostsee. Die Website bietet eine ausführliche Geschichte des Seebades Heiligendamm. Der Name des Bades geht laut Legende auf einen langen Steinwall zurück, der sich nach einer heftigen Sturmflut aufgeschichtet haben soll.
Literatur
Norbert Ohler
Reisen im Mittelalter
Verlag Artemis & Winkler
Düsseldorf
2004
ISBN: 978-3538071841
Das Standardwerk zum Thema Reisen im Mittelalter bietet eine Fülle von Informationen zu Fragen wie lange Reisen durchschnittlich dauerten, aus welchen Gründen die Menschen verreisten und welche Transportmittel sie nutzten. Außerdem beschreibt der Autor auch zahlreiche im Mittelalter bekannt gewordene Reisen. Es wird zum Beispiel die Geschichte von zwei Geiseln erzählt, die aus ihrer Gefangenschaft in Trier nach Reims fliehen. Wie sie entkamen und welchen Gefahren sie ausgesetzt waren, ist so anschaulich wie in einem Roman beschrieben.
Feliciano Novoa Portela, F. Javier Villalba Ruiz de Toledo
Legendäre Reisen im Mittelalter
Theiss Verlag
Stuttgart
2008
ISBN: 978-3806222005
Im Mittelalter reisten nur die wenigsten: Ritter waren im Dienste ihres Herren unterwegs, Seefahrer wollten neue Lande entdecken und Missionare trugen die frohe Botschaft hinaus in die weite Welt. Ihnen widmet sich das schön illustrierte Buch, dass ein Gemeinschaftswerk von einer deutschen Autorin und sechs spanischen Autoren ist. Besonders lesenswert ist der Text zu Marco Polos "Imago Mundi". Seine Reisenbeschreibungen waren auch für damalige Kaufleute von höchstem Interesse. Ein Exemplar hing wenige Zeit nach seinem Erscheinen angekettet an der Rialto-Brücke in Venedig.
Jens Clausen
Das Selbst und die Fremde. Über psychische Grenzerfahrung auf Reisen
Psychiatrie-Verlag
Bonn
2008
ISBN: 978-3884144732
Reisen bedeute lange Zeit eine Gefahr für Leib und Leben, aber auch die Psyche kann beim Reisen in Mitleidenschaft geraden, so sieht es zumindest beschreibt es Jens Clausen. Als Reisender, der lange alleine unterwegs ist, erlebt man häufig Gefühle von Entwurzelung, Schutzlosigkeit und Einsamkeit. Angesichts von Sprachbarrieren und der schlichten Überforderung im Alltag fühlt man sich so hilflos wie ein Kind, psychische Probleme nicht ausgeschlossen. Das Buch wirft einen etwas anderen Blick aufs Reisen.








