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Sendung: Das Schwarze Meer - Ein Relikt der Sintflut?

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Sendung vom 19. Mai 2010

Das Schwarze Meer - Ein Relikt der Sintflut?

Das Schwarze Meer ist das unbekannteste Meer Europas. Lange Zeit war es für Westeuropäer quasi unzugänglich. So blieben die faszinierenden Küsten mit ihren steilen Klippen, sandigen Ufern, gigantischen Vogelvorkommen und Hafenstädten vielen von uns verborgen. Planet Wissen erkundet heute mit dem Ostmitteleuropahistoriker Prof. Stefan Troebst von der Uni Leipzig diese einmalige Region, in die es immer auch schon Deutsche verschlagen hat.

Achtung: Die WDR-Sendung um 15 Uhr entfällt heute!

Unsere Videos können Sie mit dem Macromedia Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
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Das Schwarze Meer und seine Anrainer (2'11'')
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Unser Studiogast

Porträtaufnahme von Prof. Dr. Stefan Troebst. (Rechte: SWR/Brigitte Karwath)
Prof. Dr. Stefan Troebst

Wenn sein Urururgroßvater im 19. Jahrhundert nicht Hauslehrer bei einer Offiziersfamilie in Moskau gewesen wäre, dann wäre Stefan Troebst heute vielleicht kein tiefer Kenner der osteuropäischen Geschichte und Politik. So aber gehörten die exotischen Mitbringsel des Vorfahren zu den Familienlegenden und die Faszination war da. Stefan Troebst, 1955 in Heidelberg geboren, studierte nicht nur Slawistik, Balkanologie und Islamwissenschaften, er lernte auch zahlreiche Sprachen wie Bulgarisch, Russisch, Rumänisch und Türkisch. Zu Sowjetzeiten studierte er unter anderem in Bulgarien und war später deutsches Mitglied in den Langzeitkommissionen der KSZE (Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in Makedonien und Moldova, um die separatistischen Tendenzen dieser Regionen zu verfolgen. Heute ist er Professor für Kulturstudien Ostmitteleuropas der Universität Leipzig und beobachtet die nationalen und ethnischen Konflikte der postsowjetischen Zeit bis in die Gegenwart.

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Auf Grund gelaufene Schiffe an der Schwarzmeerküste bei Krasnodar - Russland. (Rechte: Imago)
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Blick auf Odessa mit einer russisch-orthodoxen Kirche im Vordergrund. (Rechte: WDR/Fred Adler)
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Ein Rosapelikan im Flug knapp über dem Wasser im Donaudelta. (Rechte: Imago)
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Vogelparadies und Biosphärenreservat
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Link-Tipps
WWF: Der Bystroye-Kanal - Ein Schnitt ins Herz des Donaudeltas

Das riesige Donaudelta erstreckt sich von Rumänien bis zur Ukraine und ist als Biosphärenreservat seit den 90er Jahren geschützt. Mit gutem Grund, denn hier leben wilde Pelikanpopulationen und viele andere seltene Vogelarten. Auch der Stör - früher einmal der häufigste Fisch im Schwarzen Meer und Lieferant für den wertvollen Kaviar - findet nicht mehr viele Laichplätze im Schwarzen Meer. Das Donaudelta hingegen bietet ihm viele Möglichkeiten. Die Empörung von Umweltorganisationen ist daher groß, wenn das Delta nun für den Frachtverkehr schiffbar gemacht werden soll. Besonderen Anstoß erregt der Bau eines Kanals im ukrainischen Teil des Deltas, über den der WWF auf deiser Seite genauer informiert.

http://www.danubecampaign.org

Marum: Methanhydrate im Schwarzen Meer

Vor der georgischen Küste arbeiten auch deutsche Geoforscher. Sie sind dem Erdgas Methan auf der Spur, ein gefährliches Treibhausgas, das aber auch wie Erdgas genutzt werden kann. Besonders interessant sind die Methanhydratvorkommen im Schwarzen Meer, denn Methanhydrat ist festes Methan in hoher Konzentration. Mehr Informationen über dieses Forschungsprojekt gibt es bei Marum, dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Bremer Universität.

http://www.marum.de

Literatur

Vanessa Winship
Schwarzes Meer (Bildband)
Mare Verlag, 2007
ISBN 978-3-936543-95-7
Die britische Fotografin Vanessa Winship ist für viele Monate ans Schwarze Meer gereist und hat alle sechs Küstenländer in Schwarzweiß fotografiert. Dabei sind sehr eindrucksvolle Bilder entstanden. Stille Fischerdörfer, Prachtbauten aus der Stalin-Ära, hölzerne Eselsfuhrwerke. Alles wirkt vergangen, wie ein Porträt der 50er Jahre - aber es sind aktuelle, eindrückliche Fotografien.

Katharina Raabe & Monika Sznajderman (Hrsg.)
Odessa Transfer. Nachrichten vom Schwarzen Meer
Suhrkamp Verlag, 2009
ISBN: 978 –3-518-42117-8
Dieses Buch ist wirklich etwas Besonderes, denn der Verlag hat 13 Schriftsteller aus den Anrainerstaaten und Autoren, die die Schwarzmeerküste besucht haben, gebeten, Erzählungen und Reportagen vom Schwarzen Meer zu schreiben. Ein wunderbares Kaleidoskop von Erlebnissen, Menschen und Stimmungen ist dabei entstanden, das die Region lebendig werden lässt.

Neal Ascherson
Schwarzes Meer
Suhrkamp Taschenbuch, 1998
ISBN: 978-3-518-39344-4
Wer sich mit dem Schwarzen Meer beschäftigen will: Dieses Buch ist ein Muss. Der Autor, Neal Ascherson, ist ein britischer Journalist, der für "The Guardian" arbeitet. In diesem Buch beschreibt er die spannende Geschichte und Gegenwart am Schwarzen Meer. Auch biologische und geologische Fakten lässt er mit einfließen. Dieses Buch ist das umfassendste Buch zum Thema und zugleich so gut geschrieben, dass es Spaß macht zu lesen.

Walter Pitman & William Ryan
Sintflut. Ein Rätsel wird entschlüsselt
Bastei Lübbe, 1999
ISBN: 3-404-60492-X
In diesem Buch beschreiben die prominentesten Vertreter ihre Entdeckungen und Beweise dafür, dass die biblische Sintflut - der Menschheitsmythos, der seit Jahrtausenden überdauert und auch Eingang in die Bibel gefunden hat - am Schwarzen Meer tatsächlich stattgefunden hat. Als das Buch in den 90er Jahren erschien, hat es weltweit Furore gemacht. Auch wenn andere Wissenschaftler Einwände dagegen haben, dass der Einfluss des Salzwassers über den Bosporus sintflutartige Ausmaße hatte, ist dieses Buch und die Geschichte, die es erzählt, bestechend.

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Das Bild zeigt Moderatorin Birgit Klaus. (Rechte: SWR)

Birgit Klaus

Das Bild zeigt den Aktionsreporter Dennis Wilms (Rechte: SWR)

Dennis Wilms

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