Sendung vom 26. Mai 2011
Von Hipposandalen, Schlachtfeldern und Gladiatoren - Die Römer in Deutschland
Artikelnavigation
Unsere Studiogäste

-
Dr. Petra Lönne
Die Kreisarchäologin hat eigentlich ihren Schwerpunkt in der Steinzeit. Doch das hat sich 2008 schlagartig geändert, als Hobbysondengänger mit römischen Funden zu ihr kamen. Die Eisenobjekte entpuppten sich als der archäologische Jahrhundertfund: am südwestlichen Harzrand müssen im 3.Jahrhundert nach Christus römische Soldaten in eine Schlacht mit Germanen verwickelt worden sein – viel später und viel nördlicher als bisher gedacht. Seitdem ist Petra Lönne täglich mit der Rekonstruktion einer Schlacht beschäftigt, wegen der die Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssen.

-
Prof. Günther Moosbauer
Günther Moosbauer ist einer der besten Römerkenner in Deutschland. Der Osnabrücker Professor für römische Provinzialgeschichte ist außerdem wissenschaftlicher Leiter von Kalkriese – jenem Gebiet, auf der die Varusschlacht 9 nach Christus statt gefunden hat. Die Schlacht am Harzhorn ist für ihn mit das Spannendste, das er in seiner Karriere erforscht hat. Seit 2008 gehört er einer sechs-köpfigen Expertengruppe rund um den Sensationsfund im Harz an.

-
Philipp Daffner
Als Student der Uni Regensburg nahm Philipp Daffner im Sommer 2010 an einem Gladiatorencamp teil. Vier Wochen lebten er und rund zwanzig andere Studenten wie römische Gladiatoren: mit täglichem Kampftraining, überm Feuer zubereitetem Eintopf und Gruppenzelten nach römischem Vorbild. Für ihn war es gelebte Geschichte, die viele wissenschaftliche Erkenntnisse gebracht hat.
Tipps aus der Sendung
Link-Tipps
- Deutsche Limeskommission
-
Eine gute Seite für diejenigen, die der Limes als Weltkulturerbe interessiert. Die deutsche Limeskommission beschreibt hier nicht nur die Geschichte des Limes, sondern stellt auch eine Karte bereit, in der man sichtbare und unsichtbare Kastelle, sowie die Orte am Limes anklicken kann.
- Augusta Raurica
-
Eine gute Alternative zu den römischen Städten Trier und Xanten ist die römische Stadt Augst bei Basel. Sie ist als gesamte Stadt erhalten geblieben, weil nach den Römern dort niemand mehr gesiedelt hat. Alle Original-Bestände sind daher unverändert erhalten. Sämtliche Bereiche des Römischen Lebens kann man dort ansehen und nacherleben: vom Römerhaus bis zum Theater, sogar einen kleinen Tierpark mit alten, „antiken“ Haustierrassen. Auf der Internetseite kann man auch einen virtuellen Rundgang machen.
- Villa Borg
-
In der Nähe von Trier befindet sich eine original rekonstruierte Römervilla. Auch hier kann man sehr gut nachempfinden, wie damals die Römer in Germanien lebten: angefangen vom prachtvollen Garten, über eine Taverne und ein frisch rekonstruiertes Küchenhaus bis hin zur Badekultur.
- Museum Saalburg
-
Auch die Saalburg bei Mainz ist sehr sehenswert. Das rekonstruierte Kastell stammt aus wilhelminischer Zeit und ist insofern eher ein Beispiel dafür, wie man sich damals die Römerzeit vorgestellt hat. Ganz in der Nähe des Limes, der seit 2005 zum Weltkulturerbe gehört, kann man hier einen Originalschauplatz mit Museum erleben.
Literatur
Andreas Thiel
Die Römer in Deutschland
Theiss-Verlag 2008
ISBN-10: 9783806220674
Ein schönes Buch mit übersichtlichen, spannenden Kapiteln und vielen Abbildungen. Vom römischen Militär über Städtegründungen bis hin zur Spätantike und was vom römischen Erbe blieb – all das findet man in diesem anspruchsvoll gestalteten Band.








