Sendung vom 16. Januar 2012
Das Jahr und seine Kalender
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Unsere Studiogäste

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Prof. Jörg Rüpke
Prof. Jörg Rüpke ist Professor für Religionswissenschaften an der Universität Erfurt. Seit seinem Studium beschäftigt er sich mit der der Rhythmisierung von Zeit, genau gesagt mit den unterschiedlichsten regionalen und historischen Kalendern weltweit. Zu diesem Thema hat er bereits zahlreiche Schriften veröffentlicht. Die ersten brauchbaren Kalender, so Rüpke, entwickelten die Menschen in den Hochkulturen von Babylon und Ägypten um die Wende zum 1. Jahrtausend vor Christus. Was die Einteilung in eine sieben Tage Woche betrifft, beziehen sich unsere heutigen Kalender nach wie vor auf die Zeitmessung von vor 3000 Jahren.

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Dr. Michael Ernst
Dr. Michael Ernst doziert und forscht an der Staatsschule für Gartenbau und Landwirtschaft in Hohenheim. Sein wissenschaftliches Interesse gilt besonders dem Wachstum von Gemüse und Getreide im Verlauf des Jahres. In einem speziellen Saisonkalender ist genau aufgelistet, wann welches Obst und Gemüse ausgesät und geerntet werden muss. Dennoch, so Ernst, gibt es heute immer noch Menschen die Ernte und Aussaat nach dem Mondkalender ausrichten.
Tipps aus der Sendung
Link-Tipps
- Planet Wissen: Die Himmelsscheibe von Nebra
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Ein spektakulärer Fund aus Sachsen-Anhalt lässt unsere Vorfahren aus der Bronzezeit in einem ganz anderen Licht erscheinen: die Himmelsscheibe von Nebra. Die Scheibe offenbart, dass die Bevölkerung Mittel- und Nordeuropas bereits vor 3600 Jahren versierte astronomische Kenntnisse besaß.
- Planet Wissen: Die phänologischen Jahreszeiten
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Vier Jahreszeiten gibt es - das lernen Kinder schon im Vorschulalter. Phänologen aber untergliedern das Jahr in weitere Abschnitte. Diese richten sich nicht nach einem jährlich gleichen Datum, sondern nach den Veränderungen in der Natur, wie etwa dem Blattaustrieb von Bäumen, oder der Blüte bestimmter Pflanzen.
- Saisonkalender für Obst und Gemüse
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Auf der Seite "Verbraucher fürs Klima" des Bundesverbands der Verbraucherzentralen in Deutschland gibt es einen sogenannten "Saisonkalender" für heimisches Obst und Gemüse zum Runterladen: einmal im DIN-A-4-Format für die Kühlschranktür und einmal als kleines Faltblatt für die Geldbörse oder die Einkaufstasche. Auf einen Blick sieht man, wann für welches heimisches Obst und Gemüse die Hauptsaison ist, wann man Lagerware oder Gewächshaus-Ware bekommt und welches Obst und Gemüse es nur als Gewächshaus-Ware mit entsprechender hoher Klimabelastung gibt.
Literatur
Jörg Rüpke
Zeit und Fest Eine Kulturgeschichte des Kalenders
C. H. Beck, 2006
ISBN 978-3-406-54218-3
Jörg Rüpke hat eine Kulturgeschichte des Kalenders von der Antike bis zur Gegenwart geschrieben. Die ersten Kalender wurden entwickelt um genaue Absprachen bezüglich religiöser Feiertage zu treffen. Insofern sind Kalender und Feste nicht voneinander zu trennen, um den Verlauf des Jahres zu einzuteilen.
Erich Kästner
Die 13 Monate: Gedichte
Atrium-Verlag, Hamburg, 2008
ISBN: 978-3855359950
Erich Kästner hat das Jahr sogar in 13 Monate eingeteilt. Jedem Monat werden ganz bestimmte Eigenschaften angedichtet. Zum Beispiel ist der Mai der Mozart des Kalenders. Und was es mit dem 13. Monat auf sich hat, lohnt sich in jedem Fall selbst nachzulesen.








