Interview - Leben in einem "grünen Haus"
Planet Wissen (PW): Wie lebt es sich in einem "grünen Haus"?
Sabine Schiffer (S.Sch.): Das kommt ganz auf die Jahreszeit an. Im Sommer ist es angenehm kühl. Im Herbst sieht der Wein wunderschön aus, dafür kommen auch schon mal Blätter in die Wohnung. Das stört uns aber nicht weiter. Ansonsten lebt es sich wie in jedem anderen Haus.
PW: Haben Sie öfter tierische Besucher?
S.Sch.: Wir haben früher in einem Haus ohne Begrünung gewohnt. Da gab es genausoviele Spinnen, wie wir sie jetzt hier haben. Manchmal sind riesige Spinnweben vor den Fenstern. Da sind die Kinder völlig fasziniert von. Hin und wieder sieht man mal einen kleinen Grashüpfer. Und im Efeu hängen schon mal Fliegen, die sind aber draußen.
PW: Was schätzen Sie an Ihrer grünen Fassade?
S.Sch.: Vor allem den Temperaturausgleich. Im Sommer verhindern die Blätter, dass sich die Fassade aufheizt. So ist es nachts schön kühl und wir können gut schlafen. Dagegen kann ich nicht genau sagen, ob wir durch die Begrünung Heizkosten sparen. Das immergrüne Efeu bedeckt nur die Hälfte der Hauswand. Bei Wein fallen die Blätter im Herbst ja ab.
PW: Gibt es auch Nachteile?
S.Sch.: Unser Hausbesitzer sieht oft nicht, wie die Pflanzen wuchern. Eigentlich müsste die Fassade regelmäßig kontrolliert werden, das passiert aber nicht. So hat das Efeu mit den Jahren schon mal ein Regenwasserrohr völlig zerdrückt. Keiner hatte es bemerkt. Erst als das Wasser nicht mehr durchkam und die Hauswand herablief, fiel der Schaden auf.
PW: Schneiden Sie Ihre Fenster selbst frei?
S.Sch.: Ja, bei bestimmten Witterungsbedingungen wie nach starkem Regen sogar ziemlich oft. Es kommt vor, dass wir den Wein jede Woche beschneiden müssen. Alles andere ist Aufgabe des Hausbesitzers. Irgendwann schneidet der die Pflanzen dann auch mal zurück.
Interview: Andrea Lützenkirchen, Stand vom 30.09.2002
Sendung: Gärten und Parks – Natur gut angelegt, 01.08.2006





