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Fassadenbegrünung

Stimmt es, dass Kletterpflanzen Bauschäden verursachen?

Beim Thema Fassadenbegrünung äußern Hauseigentümer oft Bedenken, dass das Mauerwerk durch die Wurzeln der Kletterpflanzen brüchig werden könnte. Einer intakten Wand können Wurzelkletterer jedoch normalerweise nichts anhaben. Bauschäden am Gebäude können nur dann auftreten, wenn Wurzelkletterer wie Efeu an bereits schadhaften Wänden emporwachsen. Insbesondere bei älterem Mauerwerk können die Wurzeln in Risse und Fugen eindringen und durch das Dickenwachstum das spröde Baumaterial sprengen. Mängel wie Risse sollten daher vor der Begrünung saniert werden oder aber man wählt andere Kletterpflanzen aus: Von Schlingpflanzen, Rankern oder Spreizklimmern sind in der Regel keine Beeinträchtigungen zu erwarten. Eine ganz andere Gefahr droht vom so hübsch (und harmlos) aussehenden Blauregen. Mit seinen kräftigen, sich windenden Stämmen kann er Regenrohre regelrecht "erwürgen".

Eine Gottesanbeterin sitzt auf einem Efeublatt. (Rechte: WDR)

Mehr Tiere durch Fassadengrün?

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Stimmt es, dass Fassadenbegrünung unhygienisch ist und Ungeziefer anlockt?

Begrünte Fassaden bieten einen zusätzlichen Lebensraum für Tiere: Vögel finden im bewachsenen Mauerwerk Nistplätze und Nahrung, viele Kletterpflanzen dienen Insekten als Blütenweide und im Wurzelwerk des Fassadengrüns finden bodenbewohnende Arten ein Zuhause. Trotzdem ist die Angst vor einer Ungezieferplage in Küche oder Schlafzimmer unbegründet. Denn in der Regel sorgt die Natur für ein natürliches Gleichgewicht unter den Bewohnern: Spinnen leben von Mücken und Fliegen, Vögel wiederum verfüttern die Insekten an ihre Jungen. Und Mäuse oder gar Ratten werden nicht von Grünpflanzen, sondern durch Müll oder Nahrungsmittel angelockt. Auch das invasionsartige Auftreten von beißenden oder stechenden und anderen unliebsamen Insekten ist nicht zu befürchten, da sich Mücken und Stubenfliegen nicht durch Fassadenbewuchs vermehren. Natürlich kann es passieren, dass sich mal die eine oder andere Biene in die Wohnung verirrt, was aber auch bei unbegrünten Hauswänden vorkommen kann. Nicht ganz ausschließen lässt sich überdies, dass eine Spinne hereinspaziert. In unserer heutigen, eher naturfernen Stadtlandschaft sollte stets das Argument vorrangig sein, dass Fassadenbegrünungen einer vielfältigen Tierwelt Nahrungs- und Lebensraum bieten. Und wer unbedingt auf Nummer Sicher gehen will, kann ungebetene Gäste durch das Anbringen von Fliegengittern abwehren.

Ranken am alten Grevenbroicher Rathaus. (Rechte: WDR)

Schützt Kellerwand und Fundament

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Stimmt es, dass sich Fassadenbegrünung positiv auf das Gebäude auswirkt?

Ja, denn Fassadenbegrünung bringt eine Reihe von Vorteilen für das Haus mit sich: Begrünte Fassaden sind durch den Bewuchs besser vor witterungsbedingten Erosionseinflüssen wie Wind, Regen und Frost geschützt. Während sich ungeschützte Wände im Sommer oft auf 60 bis 80 Grad Celsius aufheizen, erwärmen sich begrünte Hauswände dagegen höchstens bis auf 30 Grad Celsius. Und wenn im Winter "kahle" Außenwände bis auf minus zehn Grad Celsius abkühlen, bleiben laubgeschützte fünf Grad wärmer. Denn zwischen Blatt- und Mauerwerk bildet sich ein Luftpolster, das die Temperaturschwankungen verringert und wie eine Wärmedämmschicht wirkt. Die temperaturausgleichende Wirkung spart nicht zuletzt viel Energie. Auch Regen wird durch den grünen Mantel von der Fassade abgehalten. Und indem die Wurzeln der Kletterpflanzen das Wasser aufsaugen, schützen sie Kellerwand und Fundament sogar vor Staunässe.

Susanne Wagner, Stand vom 01.06.2009

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Collage aus Gartenzaun, Blume und Baum. (Rechte: WDR)

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