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Berühmte Dopingfälle

Ob im Radsport, der Leichtathletik oder im Skilanglauf - in fast jeder Disziplin gibt es Athleten, die mit unerlaubten Substanzen große Erfolge erzielen konnten - bis sie dann doch des Dopings überführt wurden. Zu den prominenten Dopern gehören zum Beispiel Jan Ullrich, Ben Johnson und Johann Mühlegg.

Radmannschaft beim Rennen auf der Bahn. (Rechte: dpa)

Im Radsport wird viel gedopt

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Traurige Berühmtheit - der Tod des Tom Simpson

Der Berg ruft - und bei der Tour de France folgen diesem Ruf jedes Jahr die besten Radfahrer der Welt. 1967 gehörte der Englänger Tom Simpson dazu, im Glutofen der Sonne Südfrankreichs kämpfte er sich den Mont Ventoux hinauf - und scheiterte. An den 21 Kilometern mit ihren fast acht Prozent Steigung, vor allem aber an dem Drogencocktail in seinem Blut.

Tom Simpson auf seinem Rad während der Tour de France im Juli 1967. (Rechte: dpa)

Tom Simpson bei der Tour de France 1967

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Beim Aufstieg zum Mont Ventoux am 13. Juli 1967 braucht Tom Simpson auf den letzten vier Kilometern zunächst die volle Breite der Straße, fährt Zickzackkurven wie ein Betrunkener - und fällt schließlich wie in Zeitlupe aus dem Rennsattel. Der englische Radrennfahrer stirbt vor laufenden Kameras. Ärzte finden später in seinem Blut eine fatale Mischung aus Alkohol und Amphetaminen. Tom Simpson ist der erste Dopingtote der Tour de France. Mit ihm stirbt die Illusion von den Männern, die sich mit bloßer Muskelkraft über die Berge kämpfen.

Ben Johnson bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul sprintet im 100-Meter-Halbfinale. (Rechte: dpa)

Ben Johnson bei den Spielen in Seoul

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Schnellster Mann der Welt - der Sprinter Ben Johnson

Nur 9,79 Sekunden benötigt der Sprinter Ben Johnson 1988 in Seoul für die 100 Meter - dem größten Dopingskandal der olympischen Geschichte kann er trotz Weltrekordzeit nicht davonlaufen. Als der Kanadier zur Siegerehrung aufs Podest steigt, beginnt im Grunde genommen schon sein Abstieg. Zwei Tage nach seinem Olympiasieg wird ihm die Einnahme des anabolen Steroids Stanozolol nachgewiesen - ein klarer Fall von Hormondoping.

1989 erklärt sein Trainer, dass Johnson bereits seit 1981 mit Doping arbeitet, im selben Jahr gesteht auch der Sportler. 1990 wird die lebenslängliche Sperre gegen Ben Johnson aufgehoben; der Sprinter startet 1992 bei den Spielen in Barcelona, scheidet dort im Halbfinale aus. Im Folgejahr erweist sich Ben Johnson als Wiederholungstäter: 1993 wird er positiv auf Testosteron getestet - und deshalb endgültig lebenslänglich gesperrt.

Katrin Krabbe jubelnd. (Rechte: dpa)

Katrin Krabbe wird 1991 Weltmeisterin

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Vom Glamourgirl zur Doping-Sünderin: Katrin Krabbe

Sie war die "Göttin der Tartanbahn", die "Sprint-Königin" und das "Glamourgirl der Nation" - vor allem aber war Katrin Krabbe eins: das erste gesamtdeutsche Sportidol. 1992 wurde die "Weltsportlerin des Jahres 1991" nach einer Trainingskontrolle zusammen mit ihrer Kollegin Grit Breuer des Dopings überführt; im Urin der beiden Sprinterinnen wurde Clenbuterol, bis dato hauptsächlich in der Kälbermast eingesetzt, nachgewiesen. Da das Mittel damals noch nicht auf der Dopingliste stand, wurden Krabbe und Breuer vom Deutschen Leichtathletik-Verband DLV wegen Medikamentenmissbrauchs gesperrt. Der internationale Dachverband IAAF reagierte schärfer: Er sperrte die beiden wegen unsportlichen Verhaltens für zwei weitere Jahre bis 1995. Daraufhin klagten Krabbe und Breuer für das Grundrecht auf Berufsfreiheit. Während Breuer später aus der Klage ausstieg, marschierte Krabbe durch die Instanzen. Mit Erfolg: Der Internationale Leichtathletikverband IAAF musste der ehemaligen Sprintweltmeisterin 1,5 Millionen D-Mark Schadenersatz zahlen.

Die Radprofis vom Festina-Team, Laurent Brochard, Richard Virenque und Laurent Dufaux bei einer Pressekonferenz während der Tour de France 1998. (Rechte: dpa)

Festina wird 1998 von der Tour ausgeschlossen

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Hochleistung aus dem Koffer - das Team Festina

Wenn das berühmteste Etappen-Radrennen zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch von einem Mythos umweht gewesen sein sollte - bei der Frankreich-Rundfahrt 1998 wurde er endgültig zerstört. Bei der Tour de France 1998 gehen die französischen Justizbehörden gegen das Festina-Team vor, Kapitän Richard Virenque, Axel Zülle, Christophe Moreau und andere Fahrer werden festgenommen, insgesamt befinden sich 19 Mitglieder des Festina-Teams in Polizeigewahrsam. Der Grund: Ermittler hatten in einem Mannschaftshotel diverse Doping-Präparate gefunden, darunter das Hormon Erythropoietin (EPO). Später fanden Reporter im Müllcontainer eines anderen Hotels ein ganzes Bündel gebrauchter Medikamentenpackungen. Das Festina-Team wurde von der Rundfahrt ausgeschlossen, und die Tour de France 1998 machte endgültig klar: Die Benutzung leistungsfördernder Mittel ist ein integraler Bestandteil des Radsports.

Dieter Baumann sitzt auf einer Tartanbahn und zieht seine Schuhe aus. (Rechte: dpa)

Baumann bei den Spielen 1996 in Atlanta

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Rätselhafte Zahnpasta - der Fall Dieter Baumann

In den 90er Jahren ist Dieter Baumann einer der populärsten Leichtathleten weltweit - nicht nur wegen seiner Erfolge, sondern auch wegen seiner Persönlichkeit und seines Engagements gegen Doping. Umso größer ist die Überraschung, als ihm im Herbst 1999 bei Trainingskontrollen 19-NOR-Androstendion, ein Vorläufer des anabolen Steroids Nandrolon, nachgewiesen wird. Dieter Baumann macht den Fall öffentlich, startet selbst die Tätersuche und will beweisen, dass ihm ein unbekannter Täter das Mittel in die Zahnpastatube injiziert hat.

Im Juli 2000 spricht ihn ein unabhängiges Schiedsgericht frei, weil es sich um einen Kriminal- und nicht um einen Dopingfall handele. Der Weltverband IAAF sieht das anders, sperrt Baumann mit Verweis auf die positiven Dopingproben für zwei Jahre und verlängert die Sperre um ein weiteres Jahr, nachdem Baumann 2001 bei den deutschen Hallenmeisterschaften startete und dort den Titel über 3000 Meter holte. Im Januar 2002 ist die Sperre abgelaufen, Dieter Baumann läuft noch bis 2003; der potenzielle Zahnpastatuben-Attentäter ist bis heute nicht gefunden.

Der für Spanien startende Allgäuer Skilangläufer Johann Mühlegg zieht sich eine Jacke über den Kopf. (Rechte: dpa)

Johann Mühlegg will sich am liebsten verstecken

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Gold für Spanien - die Geschichte des Johann Mühlegg

Er lief und lief und lief - und siegte. Konkurrenten: weit und breit keiner in Sicht. Johann Mühlegg, gebürtiger Allgäuer, und nach Differenzen mit deutschen Funktionären für Spanien startend, war in seiner Disziplin der überragende Athlet der Olympischen Winterspiele 2002. In Salt Lake City gewann er im Skilanglauf das Verfolgungsrennen, die 30-Kilometer-Strecke und war auch über 50 Kilometer nicht zu schlagen. Nach der dritten Goldmedaille über die lange Distanz wurde er allerdings des Blutdopings überführt. Man konnte Mühlegg den Wirkstoff Darbepoetin nachweisen, der gewöhnlich bei Nierenkranken eingesetzt wird, die Vermehrung roter Blutkörperchen fördert und so die Ausdauerleistung erhöhen kann. Nach der positiven B-Probe wurde Mühlegg am letzten Wettkampftag von den Spielen ausgeschlossen. Neben dieser symbolischen Strafe wurde er vom Internationalen Skiverband FIS für zwei Jahre gesperrt; der Sieg über 50 Kilometer wurde ihm aberkannt, die Goldmedaillen über 30 Kilometer und in der Verfolgung durfte er allerdings behalten.

Jan Ullrich auf Rad bei der Tour de France 2000. (Rechte: dpa)

Ullrich wird von der Tour 2006 ausgeschlossen

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Jan Ullrich - bitterer Abschied für den Tour-Sieger

Schon 2002 gerät Jan Ullrich, Gewinner der Tour de France 1997, ins Visier der Dopingfahnder: Während er in einer Reha-Klinik eine Knieverletzung behandeln lässt, taucht er ins Nachtleben ein - und nimmt in einer Diskothek zwei Tabletten, allem Anschein nach sogenannte Partydrogen, die ihm jemand zugesteckt hatte. Bei einer Doping-Kontrolle werden Ullrich aufputschende Amphetamine nachgewiesen. Das Bundessportgericht des Bundes Deutscher Radfahrer sperrt Ullrich für sechs Monate.

Die weitaus schlimmeren Dopingvorwürfe folgen aber vier Jahre später: Kurz vor dem Start der Tour de France 2006 werden Ullrich und 19 weitere Fahrer von der Rundfahrt ausgeschlossen. Der Grund sind Hinweise, dass Ullrich in den Dopingskandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes verstrickt ist. Fuentes soll angeblich in einem europaweiten Netzwerk Hunderte Radsportler, Tennis- und Fußballspieler gedopt haben. Einen Monat nach dem Tour-Ausschluss kündigt T-Mobile im Juli 2006 den Fahrervertrag mit Ullrich.

Kerstin Eva Dreher, Stand vom 09.09.2010
Sendung: Doping - Siegen mit allen Mitteln, 08.09.2010

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