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Mittel und Methoden

Spricht man von Doping, muss man grundsätzlich eine Unterscheidung treffen - und zwar die zwischen verbotenen Wirkstoffen und verbotenen Methoden. Zu den verbotenen Methoden gehört zum Beispiel "Blutdoping" - das ist die Verabreichung von Vollblut oder von Zubereitungen, die rote Blutkörperchen enthalten. Auch chemische Manipulation gehört dazu - das bedeutet zum Beispiel, dass Sportler ihrem Urin bei der Abgabe noch irgendeine andere Substanz beimengen, um so die Existenz verbotener Mittel zu verschleiern. Zu den verbotenen Wirkstoffen zählen Substanzen wie Anabolika, Wachstumshormone oder Amphetamine.

Anabolika-Ampullen (Rechte: ddp)

Anabolika stehen auf der Dopingliste

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Stimulanzien

Stimulanzien sind Aufputschmittel. Sie haben eine anregende Wirkung auf den Körper. Zu den Stimulanzien zählen Amphetamin, Kokain und Ecstasy. Ebenfalls unter die Kategorie der Stimulanzien fällt Ephedrin, ein Stoff, der in vielen Hustenmitteln vorkommt.

Wirkung:
Stimulanzien unterdrücken Ermüdungsgefühle und erzeugen Hochstimmung. Deshalb werden sie besonders häufig in Ausdauersportarten eingesetzt. Aber auch in anderen Sportarten wie zum Beispiel Fußball werden sie verwendet, da sie Hemmungen abbauen und die Aggressivität steigern.

Nebenwirkungen:
Schwere Erschöpfungszustände, Zusammenbrüche, Übelkeit, Herz-Rhythmusstörungen, Kreislaufversagen, Hirnstörungen, völlige Erschöpfung bis hin zu Todesfällen.

Frauenmund mit einer Aspirintablette zwischen den Zähnen. (Rechte: dpa/WDR)

Auch Aspirin gehört zu den Narkotika

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Narkotika

Bei der Gruppe der Narkotika muss man unterscheiden zwischen opioid-artigen Analgetika vom Morphintyp und nicht opioid-artigen Analgetika wie zum Beispiel Aspirin und Voltaren; erstere stehen auf der Verbotsliste, zweitere sind erlaubt.

Wirkung:
Narkotika dienen hauptsächlich der Schmerzlinderung.

Nebenwirkungen:
Stimmungs- und Wahrnehmungsveränderungen, in Kombination mit Stimulanzien schwere Erschöpfungszustände.

Verschiedene Anabolika-Präparate. (Rechte: ddp)

1976 erstmals verboten: Anabolika

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Anabole Wirkstoffe

Seit 1993 ist die Gruppe der anabolen Wirkstoffe unterteilt: zum einen in die anabol androgenen Steroidhormone, zum anderen in die anderen anabolen Substanzen wie zum Beispiel ß2-Agonisten. Anabol androgene Steroidhormone, auch Anabolika genannt, wurden 1976 erstmals verboten und stellen seitdem die Gruppe der am häufigsten verwendeten Dopingsubstanzen dar; 1984 wurde auch die Anwendung des körpereigenen Steroidhormons Testosteron verboten. Zur Gruppe der Anabolika zählen Nandrolon, Metandienon und Stanozolol.

Wirkung:
Anabole Wirkstoffe werden unter anderem verwendet, um einen stärkeren Muskelaufbau zu erzielen und dadurch bessere sportliche Leistungen zu erreichen.
ß2-Agonisten werden in der Medizin hauptsächlich therapeutisch gegen Asthma eingesetzt. 1993 wurden sie erstmals als Dopingsubstanzen deklariert und verboten. Der bekannteste Wirkstoff aus der Gruppe der ß2-Agonisten ist das eigentlich in der Tiermast eingesetzte Clenbuterol. ß2-Agonisten werden vor allem deshalb als Dopingsubstanzen eingesetzt, weil sie bei hoher Dosierung die Proteinsynthese in den Muskelzellen stimulieren.

Nebenwirkungen:
Übelkeit, Erbrechen, Leberschäden bis hin zu Leberkrebs, erhöhtes Herzinfarkt-Risiko, Akne, psychische Störungen, Haarausfall
Bei Jugendlichen: Wachstumsstillstand
Bei Frauen: tiefere Stimmlage, Verminderung weiblicher Geschlechtshormone, Vermännlichung, Unfruchtbarkeit
Bei Männern: Hodenverkleinerung, Erhöhung weiblicher Geschlechtshormone, Veränderung des Brustgewebes bis hin zu Brustkrebs

Diuretika

Diuretika sind harntreibende Substanzen. Sie führen im Grunde nicht zur Steigerung der körperlichen Leistung - trotzdem werden sie im Sport angewendet.

Wirkung:
Zum einen kann die durch Diuretika bedingte erhöhte Flüssigkeitsausscheidung - zum Beispiel bei Boxern - dazu führen, dass der Sportler eine andere, niedrigere Gewichtsklasse erreicht und in dieser starten kann. Zum anderen kann mit der erhöhten Urinausscheidung ein Verdünnungseffekt von Dopingsubstanzen erzielt werden; die analytische Nachweisgrenze kann so unterschritten werden.

Nebenwirkungen:
Kreislaufstörungen, Kollaps, Muskelkrämpfe, Magen- und Darmstörungen.

Ampullen mit dem Medikament Recormon, das den als Dopingmittel EPO bekannt gewordenen Wirkstoff Erythropoietin enthält. (Rechte: dpa)

Das Medikamet Recormon enthält EPO

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Peptidhormone

Seit 1989 stehen Peptidhormome auf der Dopingliste. Zu den wichtigsten Substanzen dieser Gruppe gehören Erythropoietin (EPO) und das Wachstumshormon (HGH = Human Growth Hormone).

Erythropoietin (EPO)
Mit genetisch produziertem EPO können die gleichen Effekte erreicht werden wie mit Blutdoping.

Wirkung:
Mit EPO wird versucht, die Gesamtzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zu erhöhen, um so eine größere Menge Sauerstoff im Blut transportieren zu können.

Nebenwirkungen:
Der Anstieg der Anzahl an Erythrozyten (Hämatokrit) führt zu einer Verschlechterung der Fließfähigkeit des Bluts - das führt zur Erhöhung des Blutdruckes und zu steigender Thrombosegefahr.

Wachstumshormon HGH

Das Wachstumshormon HGH ist ein Peptidhormon, das aus insgesamt 191 Aminosäuren aufgebaut ist. Wie viele andere Substanzen, die für Doping missbraucht werden, kann auch HGH in der Medizin therapeutisch eingesetzt werden, zum Beispiel zur Behandlung von Zwergwuchs bei Kindern.

Wirkung:
Durch die Anwendung von HGH erhoffen sich Sportler Leistungsgewinne, wobei sie auf die anabolen Effekte des Hormons setzen.

Nebenwirkungen:
Anormales Wachstum von Knochen und inneren Organen (Akromegalie), erhöhtes Herzinfarkt-Risiko.

Beutel mit Blut. (Rechte: dpa)

Durch Blutdoping werden die roten Blutkörperchen vermehrt

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Blutdoping

Unter Blutdoping versteht man die Verabreichung von Vollblut oder von Zubereitungen, die rote Blutkörperchen enthalten. Bei der Eigenbluttransfusion lässt sich der Sportler circa einen Liter Blut abnehmen, dieser wird dann konserviert und tiefgekühlt gelagert. Nach dem gezielt herbeigeführten Blutverlust wird die Produktion der roten Blutkörperchen durch EPO stimuliert. Hat das Blutvolumen nach vier bis sechs Wochen wieder einen normalen Wert erreicht, kann man das gelagerte Blut infundieren, das heißt, per Infusion dem Körper zuführen.

Wirkung:
Durch Blutdoping wird die Zahl der roten Blutkörperchen im Blut erhöht. Als Folge dieser Erhöhung wird eine Verbesserung der Sauerstoffkapazität erreicht. Unterscheiden muss man beim Blutdoping zwischen Bluttransfusion und Eigenbluttransfusion.

Nebenwirkungen:
Infektionsgefahr bei Transfusion von Fremdblut, Gefahr der unsachgemäßen Lagerung und mögliche Infektionen bei der Blutübertragung.

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Die Zukunft des Dopings (2'44'')
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Gen-Doping

Gen-Doping ist wie Doping mit Eigenblut eine Methode, die dem Sportler keine körperfremden Mittel zuführt. Stattdessen wird die Erbsubstanz verändert und der Körper dauerhaft dazu gebracht, selbst leistungssteigernde Substanzen zu produzieren. Eine Möglichkeit, den Körper durch Gen-Doping leistungsfähiger zu machen, ist das Ausschalten des Eiweißes Myostatin. Myostatin hemmt normalerweise den Muskelaufbau bei einer bestimmten Grenze. Wird es deaktiviert, wachsen alle Muskeln des Körpers theoretisch immer weiter. Dieser Effekt kann auch als natürliche Erbgut-Mutation vorkommen, beispielsweise bei der Rinderrasse "Blauweißer Belgier" und sehr selten auch beim Menschen.

Bisher gibt es keine Erkenntnisse darüber, ob diese Art des Gen-Dopings beim Menschen gezielt eingesetzt wird, bei Mäusen und Rindern wird die Wirkung in Experimenten aber intensiv erforscht: Körpereigenes Erbgut wird entnommen und ein Teil der Erbinformation entfernt. Dann wird an diese Stelle ein Stück mutierte DNS (Desoxyribonukleinsäure) eingesetzt. Die künstlichen Gene werden in einer Nährlösung vermehrt und in den Körper zurückgespritzt. Dort vermehren sich die manipulierten Gene weiter und bewirken, dass das Eiweiß Myostatin deaktiviert wird.

Wirkung:
Gen-Doping oder pharmazeutische Mittel, die Myostatin blocken, können Muskeln unproportional wachsen lassen. Sportler könnten sich so in kurzer Zeit größere und stärkere Muskeln antrainieren und damit wesentlich leistungsfähiger werden.

Nebenwirkungen:
Nebenwirkungen sind bisher kaum bekannt. Da Myostatin aber generell das Wachstum aller Zellen im Körper reguliert, ist zu vermuten, dass nicht nur die Muskeln unkontrolliert wachsen. Es könnte zu raschen Krebserkrankungen oder unkontrollierbaren Deformierungen und Fehlfunktionen der Organe kommen. Besonders kritisch ist, dass der Doping-Effekt und damit die Nebenwirkungen nicht einfach gestoppt werden können, da das komplette Erbgut künstlich verändert wurde. Die Folgen dieser weitreichenden Veränderung sind unkalkulierbar.

Kerstin Eva Dreher, Stand vom 09.09.2010
Sendung: Doping - Siegen mit allen Mitteln, 08.09.2010

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Bildcollage zum Thema Olympische Spiele. (Rechte: WDR)

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