Englisches Vollblut
In England begann die Zucht des Englischen Vollbluts Anfang des 18. Jahrhunderts. Das Englische Vollblut hat einen Stammbaum von 30 Generationen und geht auf eine Kreuzung zwischen drei arabischen Hengsten mit den Stuten der englischen Landrasse zurück. Als Väter des Vollblutes gelten die arabischen Hengste Byerley Turk, Darley Arabian und Goldophin Arabian. Züchter gehen davon aus, dass über 90 Prozent der heutigen Rennpferde Nachkommen des Superhengstes "Eclipse" sind, der in direkter Linie von dem Hengst Darley Arabian abstammte.
Der Hengst Eclipse wurde 1764 in England geboren und war das erfolgreichste Rennpferd seiner Generation in England. Im Mai 1769 gewann der Fuchs sein erstes Rennen in Epsom und blieb daraufhin in weiteren 17 Entscheidungen ungeschlagen. Nachdem niemand mehr auf ein anderes Pferd setzen wollte, sobald Eclipse am Start war, wurde er aus den Rennen genommen und für die Zucht eingesetzt. Ungefähr 350 Fohlen soll Eclipse gezeugt haben. Bis heute ist in der Zucht des Englischen Vollbluts nur der "Natursprung" erlaubt, künstliche Besamung gibt es keine. Hauptverbreitungs- und Zuchtgebiete von Englischen Vollblütern sind die USA, Frankreich, der Nahe und Mittlere Osten und natürlich England.
Eigenschaften
Englische Vollblüter sind äußerst elegante, geschmeidige, aber auch nervöse Tiere. Gerade die jungen Pferde gelten als sehr schreckhaft. Aufgrund ihrer Schnelligkeit scheinen sie wie für die Rennbahn geschaffen zu sein. Englische Vollblüter sind früh entwickelt und werden bereits im Alter von eineinhalb Jahren trainiert. Ihre ersten Rennen bestreiten sie bereits als 2-Jährige und in den preisdotierten Galopprennen treten die 3-Jährigen gegen einander an.
Die überwiegend braunen beziehungsweise fuchsfarbenen Pferde erreichen ein Stockmaß zwischen 150 und 170 Zentimetern. Je nach Größe und Körperbau werden sie auf der Rennbahn für unterschiedliche Distanzen eingesetzt. Da erfolgreiche Galopp-Pferde nicht nur hohe Gewinnprämien erlaufen können, sondern die Hengste auch pro Deckeinsatz bezahlt werden, erzielen Englische Vollblüter auf Auktionen enorm hohe Summen. In Iffezheim wurde für den Hengst Manduro, der 2007 das beste Pferd der Welt war, die Rekordsumme von 23 Millionen Euro bezahlt. Bei entsprechender Ausbildung eignet sich das Englische Vollblut nicht nur als Rennpferd, sondern kann auch als Springpferd oder in der Dressur eingesetzt werden.
Sabine Kaufmann, Stand vom 15.09.2009





