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Geschichte des Galopprennsports

Die Wiege des Galopprennsports ist New Market: Die kleine englische Stadt in der östlich gelegenen Grafschaft Suffolk bezeichnet sich selbst als "Welthauptstadt des Pferdesports". Was wahrscheinlich daran liegt, dass New Market mehr Pferde als Einwohner zählt. So berühmte Pferdebesitzer wie die Rothschilds oder Aga Kahn haben ihre Rennpferde in New Market trainieren lassen.

Pferderennen 1887 in England, Xylografie nach Zeichnung von William Small. (Rechte: Interfoto)

England ist die Wiege des Pferderennsports

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König Charles II.begründet den Pferderennsport

Das erste überlieferte Rennen fand in New Market am 18. März 1622 zwischen Lord Salisbury und dem Marquis von Buckingham statt. Damals war es durchaus üblich, dass zwei adlige Herren gegeneinander antraten und das Publikum hinter ihnen her ritt. Der eigentliche Begründer des Rennsports in New Market war der Pferdeliebhaber und passionierte Reiter Charles II., König von England. Das Lieblingspferd des Königs, Old Rowley, gab der Rennbahn Rowley Mile ihren Namen. Im Jahr 1671 konnte Charles II. mit seinem eigenen Pferd einen Sieg in New Market erringen. Heute ist die Rennstrecke Rowley Mile eine 2000 Meter lange Bahn, auf der jedes Jahr im Frühling, Sommer und Herbst Pferderennen ausgetragen werden. Oberster Schiedsrichter des Galopprennsports in England ist der Jockey-Club, der die Rennregeln festlegt und in allen Streitigkeiten das letzte Wort hat. Auch überwacht er die Haltebedingungen der Pferde, erteilt Trainer- und Jockeylizenzen und greift in Doping-Fällen durch. InNew Market befindet sich außerdem das Museum für die Geschichte des englischen Galopprennsports und ein Zuchtgestüt für Englische Vollblüter.

Großer Mercedes Benz Preis von Baden 2008 in Iffezheim. (Rechte: Imago)

Eine der bedeutendsten Rennbahnen in Deutschland

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Pferderennen in Deutschland

Als älteste Rennbahn auf dem europäischen Festland gilt die Strecke zwischen dem Ostseebad Heiligendamm und Bad Doberan. Nach englischem Vorbild fand am 10. August 1822 auf der Rennbahn nahe der Ostsee das erste organisierte Pferderennen in Deutschland statt. Die international bekannteste Pferderennbahn befindet sich in Iffezheim vor den Toren der Kurstadt Baden-Baden. 1858 wurde das Pferderennen von dem Spielbankpächter Jacques Bénazet und seinem Sohn Edouard ins Leben gerufen. Die geschäftstüchtigen Franzosen wollten den Sommergästen des Badeortes neben dem Casino und dem Theater noch weitere Attraktionen bieten. So suchten sie nach einem geeigneten Gelände für eine Rennbahn und fanden es in der nahe gelegenen Rheinebene. Heute gibt es in Deutschland von Appel bis Zweibrücken um die 50 Galopprennbahnen, auf denen jedes Jahr unzählige Rennen ausgetragen werden. Zu den bedeutendsten gehören neben der "Großen Woche" in Iffezheim das Hamburger Derby, das Düsseldorfer "Stuten-Derby" und die Galopprennen von München-Riem.

Zwei Jockeys auf ihren Pferden bei einem Rennen auf einer Galopprennbahn. (Rechte: AFP)

Es gibt Sprinter, Meiler und Steher

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Die Pferderennen

Die Rennpferde werden in bestimmte Klassen, die sogenannten Sprinter, Meiler und Steher, unterteilt. In den Rennen legen die Sprinter 1000 bis 1200 Meter, die Meiler 1600 bis 1800 Meter und die Steher 2400 bis 3200 Meter im Galopp zurück. In den sogenannten Ausgleichsrennen legt ein unabhängiger Handicapper (Ausgleicher) die Gewichte fest, die die Pferde zu tragen haben. Das vom Pferd zu tragende Gewicht ergibt sich aus seinem Alter und Geschlecht, aber auch aus seinen bisherigen Erfolgen. Starke, erfolgreiche Pferde haben in einem Rennen mehr Gewicht zu tragen als schwächere Pferde.

An einem Beispiel lässt sich das Handicapsystem leicht erläutern: Beträgt das Renngewicht eines Pferdes 60 Kilo, der Jockey, der das Pferd reiten soll, bringt aber nur 54 Kilo auf die Waage, so werden dem Pferd noch sechs Kilo, meist durch einen schweren Sattel, draufgepackt. Umgekehrt, wenn die Gewichtsklasse eines Pferdes bei 50 Kilo liegt, darf der Jockey nur 50 Kilo wiegen. Auf einer Strecke von 2000 Metern macht ein Kilo einen Unterschied von einer Pferdelänge aus. Sinn des Handicapsystems ist es, dass starke Favoriten gegen weniger starke Pferde antreten können und dennoch die Chancen der Pferde auf einen Sieg ausgewogen sind. Wenn alle Pferde fast gleich auf der Ziellinie ankommen, ist das Rennen ganz im Sinne des Handicappers verlaufen. Ohne diese Regelung würde immer nur der Favorit gewinnen und die Galopprennen wären für die Wettgemeinde ziemlich langweilig.

Jockey Johan Victoire (Frankreich) auf Kamsin. (Rechte: Imago)

Ein typischer Männerberuf

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Die Jockeys

Jockey ist nach wie vor ein typischer Männerberuf, nur sehr wenige Frauen können sich bei Profi-Galopprennen im Sattel behaupten. Frauen sind von ihrer Statur her weniger muskulös als Männer und bringen so weniger Kraft mit, um ein langes und schnelles Rennen durchzustehen. Ursprünglich waren die Pferderennen in England ein Amateursport für Adlige. Die Gentlemen traten selbst auf ihren Pferden gegeneinander an. Erst als das Gewicht der Reiter siegentscheidend wurde und die adligen Herren ihre Figur über die Jahre nicht in Form halten konnten, schlug die Stunde der professionellen Berufsreiter.

Fred Archer gilt als einer der erfolgreichsten Jockeys weltweit. In seiner Karriere hat er 2748 Rennen gewonnen. Auch er hatte immer wieder große Probleme mit seinem Gewicht. Idealerweise wiegt ein Jockey zwischen 49 und 54 Kilo, 55 Kilo darf er nicht überschreiten. An diesen harten Voraussetzungen scheitern viele Berufsreiter. Um das gewünschte Gewicht auf die Waage zu bringen, müssen die Jockeys vor Renntagen oftmals richtig hungern und sich mit einem Salat begnügen. Direkt vor einem Rennen laufen sie dick eingepackt über die Rennbahn, oder sie gehen in die Sauna, um ein paar Gramm rauszuschwitzen.

Sabine Kaufmann, Stand vom 15.09.2009

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Bildcollage zum Thema Pferdesport (Rechte:  Frau mit Pferd: Titus Mueller, Springendes Pferd: Imago/Thomas Zimmermann)

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