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Pferdesportarten

Zu welch beeindruckenden sportlichen Höchstleistungen Pferd und Reiter mit der richtigen Ausbildung in der Lage sind, zeigen die verschiedenen Pferdesportarten. Viele von ihnen sind olympische Disziplinen - und allesamt haben sie eine Besonderheit: Es gibt keine Geschlechtertrennung, Frauen und Männer treten mit ihren Pferden gegeneinander an. Planet Wissen stellt die wichtigsten Disziplinen von Dressurreiten über Polo bis hin zu Voltigieren vor.

Das Bild zeigt einen Springreiter, der auf seinem Pferd gerade ein Hindernis überquert. (Rechte: AP)

Bis zu 1,60 Meter hoch sind die Hindernisse beim Springreiten

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Dressurreiten

Bei der Dressur werden die natürlichen Bewegungen des Pferdes durch gymnastische Übungen gefördert und verfeinert. Ziel ist es, dass das Pferd auf sensibel eingesetzte Gewichtsverlagerungen, Schenkeldruck und Zügelbewegungen reagiert und gewünschte Aufgaben (Lektionen) exakt ausführt. Auf Turnieren bewerten Kampfrichter die Lektionen. Das Pferd bewegt sich - in der Regel zu Musik - in den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp auf geraden und gebogenen Linien vorwärts, seitwärts und auch rückwärts. Darüber hinaus zeigt es komplizierte Bewegungsabläufe wie beispielsweise Pirouetten.

Das Bild zeigt die Reiterin Isabell Werth, die mit ihrem Pferd eine Dressurlektion reitet. (Rechte: imago)

Frauen dominieren den Dressursport

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Das Dressurreiten ist eine der erfolgreichsten Disziplinen im deutschen Pferdesport bei Olympia; dort gehört es seit 1912 zum Programm. Weltweit gesehen dominieren heute Frauen den Dressursport, der ursprünglich ein Vergleich zwischen Offizieren war und Ende des 19. Jahrhunderts aufkam.

Das Bild zeigt das Teilnehmerfeld eines Galopprennens. (Rechte: WDR/AP)

Galopprennen auf der Rennbahn in Hamburg-Horn

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Pferderennen

Es gehört zu den ältesten organisierten Sportarten überhaupt und war ursprünglich eine reine Leistungsschau für Zuchtpferde: das Pferderennen. Inzwischen ist es aber weltweit und auch in Deutschland schon lange eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Hierzulande fand das erste Pferderennen - ein Galopprennen - im Jahr 1822 in Bad Doberan statt. Pferderennen sind auch heute noch Leistungsprüfungen: Sie demonstrieren, welche Pferde die besten Eigenschaften für die Weiterzucht mitbringen. Man unterscheidet zwischen Galopprennen und Trabrennen. Bei letzteren darf sich das Pferd nur in dieser Gangart fortbewegen; in Deutschland werden die Pferde dabei in der Regel nicht geritten, sondern von einem Fahrer gelenkt, der im Sulky - einem leichten Pferdefuhrwerk - sitzt. Für viele Besucher macht das Wetten einen großen Reiz aus; diese Pferdewetten sind die Haupteinnahmequelle der Veranstalter. In Deutschland gibt es elf große Galopprenn- und zwölf große Trabrennbahnen.

Das Bild zeigt vier Polospieler auf ihren Pferden, die um den Ball kämpfen. (Rechte: WDR)

In Deutschland ist Polo eine Exoten-Sportart

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Polo

Beim Polo sind die reitenden Spieler - vier pro Team - darauf aus, mithilfe eines langen Holzschlägers einen kleinen Ball in das gegnerische Tor zu schlagen. Ein Polofeld ist etwa 274 Meter lang und 192 Meter breit; die durch Weidenrohrpfosten begrenzten Tore haben eine Breite von 7,30 Metern. Nach oben hin gibt es keine Begrenzung, sodass jeder Ball innerhalb der Pfosten als Tor zählt.

Ein Polo-Spiel besteht meist aus vier Spielabschnitten, den "Chukkas", von denen jedes effektiv siebeneinhalb Minuten dauert. Die Zeitmessung wird jedoch bei Fouls angehalten. Jeder Spieler trägt einen Polohelm, optional mit Gesichtsschutz. Damit die Belastung für die Pferde, die bis zu 60 Stundenkilometer schnell sein können, erträglich ist, müssen die Spieler nach jedem "Chukka" das Pferd wechseln. Die Zuschauer haben beim Polo einen aktiven Part: In der Halbzeitpause werden sie gebeten, beim "Tritt-In" auf dem Platz die ausgeworfenen Rasenstücke wieder einzutreten.

Polo gelangte durch in Indien stationierte englische Kavallerie-Offiziere im 19. Jahrhundert nach Großbritannien. Fünfmal war es olympische Disziplin, zuletzt 1936. In Deutschland ist Polo eine absolute Exoten-Sportart: Hierzulande gibt es nur etwa 300 aktive Spieler (Stand: 2007).

Das Bild zeigt eine Springreiterin, die mit ihrem Pferd ein Hindernis überquert. (Rechte: ddp)

Springreiten erfordert von Pferd und Reiter große Anstrengungen

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Springreiten

Möglichst schnell und fehlerfrei mit seinem Pferd einen Parcours von Hindernissen in einer festgelegten Reihenfolge zu überwinden - darum geht es beim Springreiten. Die besondere Herausforderung besteht darin, das Pferd so an das Hindernis heranzureiten, dass es beim Absprung eine optimale Flugkurve entwickeln kann. Dies erfordert vom Reiter viel Geschick, Balance und Rhythmusgefühl, und er muss in der Lage sein, seine Reiterhilfen wie Zügel und Gerte präzise einzusetzen. Die Hindernisse beim Springreiten sind normalerweise bis zu 1,60 Meter hoch und zwei Meter tief; die Wassergräben dürfen maximal 4,50 Meter breit sein. Für das Abwerfen von Hindernisteilen, das Verweigern vor einem Hindernis und das Überschreiten der erlaubten Zeit gibt es Strafpunkte. Es gewinnt der Reiter mit der geringsten Strafpunkte-Zahl; bei Gleichstand entscheidet die kürzere Zeit oder ein Stechen über einen verkürzten Parcours. Olympische Disziplin ist das Springreiten seit 1912.

Tierschützer kritisieren immer wieder die Trainings-Methoden beim Springreiten - vor allem das Barren, das im Turniersport verboten ist, aber dennoch teilweise praktiziert wird. Dabei wird nach dem Absprung des Pferdes die oberste Stange des Hindernisses angehoben, damit das Tier an die Stange schlägt. So wird es durch Schmerzen dazu animiert, die Beine besser anzuziehen, vorsichtiger und höher zu springen.

Das Bild zeigt einen Reiter im Gelände, der gerade mit seinem Pferd ein Hindernis überquert. (Rechte: Imago)

Der Geländeritt ist traditionell die zweite Prüfung bei der Vielseitigkeit

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Vielseitigkeit (früher: Military)

Das Vielseitigkeitsreiten ist der Mehrkampf des Pferdesports und setzt sich aus den Teilen Dressur, Geländeritt und Parcoursspringen zusammen. Den Auftakt einer Vielseitigkeitsprüfung bildet die Dressur, die nach den üblichen Regeln bewertet, deren Ergebnis jedoch in Strafpunkte umgerechnet wird. Der zweite Teil der Prüfung ist der Geländeritt über eine Querfeldeinstrecke, die mit Naturhindernissen verschiedener Art ausgestattet ist. Absolvieren Reiter und Pferd den Geländeritt nicht in der vorgegebenen Zeit, wird dies wiederum mit Strafpunkten geahndet; der Sturz eines Pferdes oder Reiters führt zum sofortigen Ausschluss. Auf den Geländeritt folgt die dritte Disziplin, das Parcoursspringen. Auch hier kommen Strafpunkte für Abwürfe und Verweigerungen hinzu. Am Ende gewinnt der Reiter mit der geringsten Zahl an Strafpunkten. Olympisch ist die Vielseitigkeit seit 1912.

Weil es in der Vergangenheit - besonders in den 90er Jahren - immer wieder schwere Unfälle und auch Todesfälle von Reitern wie Pferden gab, kritisieren vor allem Tierschützer die Vielseitigkeit auf das Schärfste. Inzwischen sind die Vorsichtsmaßnahmen jedoch umfangreicher geworden. So wird nach dem Geländeritt inzwischen in der Regel überprüft, ob das Pferd noch in der Verfassung ist, das Springen zu absolvieren.

Das Bild zeigt eine Frau, die auf einem Pferd eine Turnübung präsentiert. Ihr linker Arm und ihr rechtes Bein sind waagerecht gestreckt. Mit dem linken Bein kniet sie auf dem Rücken des Pferdes. (Rechte: dpa)

Voltigieren gehört seit 1986 zu den WM-Disziplinen

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Voltigieren

Gymnastische Übungen sind für viele Menschen bereits am Boden eine echte Herausforderung. Beim Voltigieren geht es darum, solche Übungen auf dem Rücken eines Pferdes auszuführen, das entweder geht, trabt oder galoppiert. Die Grundvoraussetzung hierfür ist, dass Pferd, Voltigierer undLongenführer perfekt miteinander harmonisieren. Letztgenannter ist die Person, die das Pferd an der Longe - einer Leine - auf einer kreisförmigen Bahn dirigiert. Der Voltigierer führt seine Übung im Einklang mit den Bewegungen des Pferdes aus. Besonders für Kinder ist das Voltigieren häufig ein Einstieg in den Pferdesport. Im Leistungssport-Bereich gibt es gibt nationale und internationale Prüfungen im Gruppen-, Einzel- und Doppelvoltigieren. Die Übungen werden dabei stets in eine Choreographie mit Musik eingebettet. Die Idee des Voltigierens stammt aus der militärischen Reiterei. Mit den Übungen sollten Gleichgewicht, Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer der Soldaten geschult werden. Ein einziges Mal war das Voltigieren auch olympische Disziplin - im Jahr 1920, unter dem Namen Kunstreiten.

Alexandra Stober, Stand vom 15.09.2009
Sendung: Reiten - Glück der Erde, auch für Pferde?, 15.09.2009

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Bildcollage zum Thema Pferdesport (Rechte:  Frau mit Pferd: Titus Mueller, Springendes Pferd: Imago/Thomas Zimmermann)

Pferdesport


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