Souvenir oder Diebesgut - Was sind die beliebtesten Dinge, die Gäste in Hotels erbeuten?
Flauschige Bademäntel, kuschelige Handtücher, schwere Aschenbecher, nützliche Kleiderbügel - ein gutes Hotel ist ein Ort vieler schöner Dinge. Manche davon könnte man auch zu Hause gut gebrauchen. So ist es kein Wunder, dass viele Hotelgäste den Wunsch verspüren, sich etwas von den Annehmlichkeiten eines schönen Hotels mit in die eigenen Räume zu nehmen. Dabei gibt es fast nichts, was nicht als Mitnahmeartikel in Frage käme.
Ganz oben auf der Hitliste: Bademäntel, Handtücher und Aschenbecher sind die begehrtesten Trophäen bei Hotelgästen. 30 bis 40 Bademäntel pro Monat büßt allein das Marriott-Hotel an der Frankfurter Messe ein. Was tun? Damit sie wenigstens in den Augen der Sammler ihren Wert verlieren, verzichten viele Hotels bereits darauf, auf den klassischen "Souvenirs" ihr Symbol anzubringen.
Auch die eigentlichen Wertgegenstände eines Hotelzimmers, vor allem Bilder und elektronische Geräte, sind immer in Gefahr. Damit sie bleiben, wo sie sind, fahren viele Hotels schwere Geschütze auf: Der Fön wird in der Wand verschraubt, die Bilder werden verkabelt, Fernseher und Faxgeräte gesichert. Nicht immer jedoch ist der Geschmack der Diebe vorhersehbar. So verschwinden neben offensichtlichen Wertgegenständen auch eher ungewöhnliche Dinge: Toilettenbrillen, Feuerlöscher und Schuhputzautomaten zum Beispiel. Gestohlen wird nicht nur, was teuer ist, manche Gäste haben gerade bei den Kleinigkeiten das Gefühl, nicht nur ihre Benutzung zu bezahlen, sondern ihren Besitz. So finden Zimmermädchen Räume vor, in denen alle Glühbirnen und Batterien fehlen. Ein ernstes Bedürfnis des Gastes? Ein Streich?
Das offensichtlich fehlende Unrechtsbewusstsein der Hoteldiebe resultiert auch daraus, dass kleine Vergehen nur schwer geahndet werden können. Das geschädigte Hotel muss beweisen, dass nur der Gast als Dieb in Betracht kommt oder sonst niemand. Weil das kaum möglich ist, bemühen sich die meisten Hotels bei kleineren Vergehen um Diplomatie. Dem diebischen Gast flattert ein freundlicher Brief ins Haus, der höflich fragt, ob er etwas über den Verbleib des Bademantels wisse. Die Hintertür "versehentlich eingepackt" wird dabei immer offen gehalten und an das schlechte Gewissen des Gastes appelliert. Das kann funktionieren, weil die meisten Hoteldiebe keinen ausgeprägten kriminellen Instinkt besitzen: Im Kaufhaus hätten sie den Bademantel nicht gestohlen.
Christine Buth, Stand vom 25.08.2010





