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Hermann Maier

Er war einer der erfolgreichsten alpinen Skirennläufer Österreichs, seine Paradedisziplin war der Super-G. Den ersten Weltcupsieg feiert Hermann Maier 1997, damals ist er noch völlig unbekannt. Doch das soll sich ändern. Ende der 90er Jahre ist er nicht mehr zu bremsen, gewinnt einen Titel nach dem anderen. Ausdauer und Erfolgssucht bringen ihn zu Höchstleistungen. Bis ein schwerer Verkehrsunfall 2001 plötzlich seine Karriere scheinbar beendet.

Hermann Maier mit Goldmedaille. (Rechte: dpa)

Siegertyp Hermann Maier

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Fataler Freitag

Der Augusttag im Sommer 2001 lädt zum Motorradfahren ein. Als sein Konditionstraining zu Ende ist, fährt Hermann Maier auf der Maschine zurück – vom Olympiastützpunkt Obertauern nach Flachau, 70 Kilometer südlich von Salzburg. Kurz vor seinem Heimatort überholt er ein paar Autos. Ein Mercedes neben ihm schert unerwartet aus, ohne zu blinken. Der Wagen erfasst Maier. Er wollte links abbiegen, sagt der Rentner später, habe Maier nicht gesehen. Maier fliegt 25 Meter durch die Luft, schlägt mehrmals auf den Asphalt und bleibt im Straßengraben liegen.

Er hat schwere Prellungen am Gesäß und der rechte Unterschenkel ist gebrochen. Das ganze rechte Bein ist offen, Gewebe abgetrennt. Ein Anblick, bei man sofort an Amputation denkt, in jedem Fall nicht mehr an Motorrad- oder gar Skifahren. In einer siebenstündigen Operation können die Ärzte im Unfallkrankenhaus Salzburg das Bein retten. Doch die sportliche Karriere scheint an diesem 24. August 2001 zu Ende zu sein. Die erste Woche nach dem Unfall verbringt Maier auf der Intensivstation.

Hermann Maier springt während einer Abfahrt durch die Luft. (Rechte: AFP)

Der "Herminator" in Aktion

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Der "Herminator"

Maier ist ein Stehaufmännchen mit eisernem Willen. Schon ein Mal hatte keiner mehr mit dem Skiprofi gerechnet: bei den Olympischen Winterspielen im japanischen Nagano 1998. Im ersten Abfahrtsrennen rast Maier unkontrolliert von der Piste, fliegt im hohen Bogen über den Fangzaun und landet 50 Meter weiter im Tiefschnee. Die Zuschauer sind geschockt. Niemand glaubt, dass dieser Skifahrer die Strecke wieder lebend verlässt. Doch Maier steht beinahe unverletzt auf und holt sich zwei Tage später Olympisches Gold mit einer perfekten Fahrt im Super-G.

Durch den Jahrhundertsturz, wie er später immer wieder genannt wird, bekommt Maier den Namen "Herminator". Arnold Schwarzenegger, bekannt als "Terminator" aus dem gleichnamigen Film, meldete sich nach dem Sturz und vor dem Olympiasieg bei seinem österreichischen Landsmann telefonisch, um den "Herminator" zu unterstützen. Ebenso unverhofft begann auch Maiers Karriere. Der gelernte Maurer geht 1996 als Vorläufer im Weltcup-Riesenslalom in seinem Heimatort Flachau an den Start. Hätte es eine Wertung gegeben, hätte er den zwölften Platz belegt. Mit seiner inoffiziell gestoppten Zeit deklassiert er die halbe Weltelite – der Startschuss für eine große Karriere. Beim Weltcup 1997 feiert Maier seinen ersten Weltcupsieg. Von da an beginnt die Siegessträhne.

Hermann Maier als Kind mit Skianzug und Skiern. Rechts neben ihm steht sein Bruder Alex. (Rechte: www.hm1.com)

Der kleine Hermann (links) mit Bruder Alex

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Maurer Maier

Zu klein, zu dünn, zu leicht – Hermann Maier, am 7. Dezember 1972 geboren, leidet in der Kindheit an Wachstumsstörungen und fliegt mit 15 Jahren aus der Förderung des österreichischen Skiverbandes. Dabei steht der kleine Maier bereits mit drei Jahren das erste Mal auf Skiern und will auf ihnen groß werden: Skihauptschule, Skihandelsschule, Mitglied des Salzburger Schüler-Landeskader und regelmäßige Rennen sollen den Grundstein für eine große Skikarriere legen.

Doch zunächst wird Maier Maurer und verdient sich als Skilehrer etwas dazu. Von 1993 bis 1995 startet er in verschiedenen Wettkämpfen und wird mehrfach Salzburger und Tiroler Landesmeister. Trotzdem kommt er nicht in den Kader des Österreichischen Skiverbandes. Mit der Startnummer 141 fährt Maier 1995 bei den österreichischen Landesmeisterschaften auf den 18. Platz vor.

Porträt von Hermann Maier mit Mütze auf. Er hält lächelnd eine Goldmedaille in die Kamera. (Rechte: dpa)

Die erste Olympische Goldmedaille

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Stehaufmännchen und Siegertyp

Maier wird immer wieder nachgesagt, er habe Bodenständigkeit und Realität verloren, sei erfolgssüchtig. Er polarisiert: Entweder man liebt oder man hasst den Exzentriker, der auch schon mal als "Außerirdischer" bezeichnet wird. Doch vielleicht ist es gerade sein eiserner Wille, der ihn so weit gebracht hat.

Die Siegesliste ist lang: zwei Mal Gold bei den Olympischen Winterspielen 1998, Silber und Bronze bei Olympia 2006, zwei Mal Gold bei den Alpinen Skiweltmeisterschaft 1999, Silber und Bronze bei den Alpinen Skiweltmeisterschaften 2001, Silber bei den Alpinen Skiweltmeisterschaft 2003, Gold bei den Alpinen Skiweltmeisterschaft 2005, Sieger des Gesamtweltcups 1997/1998, 1999/2000, 2000/2001, 2003/2004, Sieger des Super-G-Weltcups 1997/1998, 1998/1999, 1999/00, 2000/2001, 2003/2004, Sieger des Riesentorlauf-Weltcups 1997/1998, 1999/2000, 2000/2001 und Sieger des Abfahrt-Weltcup 1999/2000, 2000/2001. Und sein größter Sieg: 521 Tage nach dem schweren Motorradunfall ist der "Herminator" wieder auf der Piste und fährt in Kitzbühel 2003 einen Weltcupsieg ein.
Am 13. Oktober 2009 verkündet Hermann Maier schließlich seinen Rücktritt vom Leistungssport.

Claudia Kynast/Claudia Kracht, Stand vom 13.10.2009

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Bildcollage zum Thema Wintersport (Rechte: dpa)

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