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Die Artistenschule

Varieté, Theater, Zirkus. Artisten entführen ihre Zuschauer in eine Traumwelt. Für viele bleibt dieser Beruf ein Traum. Das muss aber nicht so sein. In Berlin kann man seit 50 Jahren eine solide Artistenausbildung machen - an Deutschlands einziger staatlicher Artistenschule.

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Nur die Besten schaffen es

Wer an der staatlichen Artistenschule in Berlin anfangen will, sollte Geduld und Ausdauer mitbringen. Nicht jeder, der sich hier anmeldet, kann auch mit der Ausbildung beginnen. Eine allzu feste Vorstellung von der artistischen Richtung, die man einschlagen will, sollte man auch nicht haben. Schnell kann sich nämlich herausstellen, dass man trotz aller Gelenkigkeit gar nicht als Schlangenmensch geeignet ist, dafür aber hervorragend das Balancieren auf dem Seil beherrscht. Auch deshalb müssen sich die angehenden Artistikschüler einer strengen Aufnahmeprüfung unterziehen.

Nur zehn neue Schüler werden in das neue Schuljahr aufgenommen. Da muss man schon sehr talentiert sein, um die Aufnahme zu schaffen. Zudem darf sich nur zur Aufnahmeprüfung anmelden, wer bereits das achte Schuljahr an einer herkömmlichen Schule abgeschlossen hat. Wer das nicht vorweisen kann, hat keine Chance.

Pauken und Trainieren

Vier Jahre dauert die Ausbildung. In dieser Zeit stehen nicht nur Akrobatik, Jonglieren und Trapez auf dem Programm. Mathematik, Deutsch, Englisch und weitere Regelfächer gehören zum Stundenplan der angehenden Artisten. Hinzu kommt Turnunterricht, in dem sie harte Disziplin und Körpertechnik erlernen und die Ausdauer trainieren. Viele werden mit dem Druck nicht fertig. Ein Drittel der Schüler bricht schon im ersten Jahr die Ausbildung ab. Wer dabei bleibt, macht nach dem zehnten Schuljahr den Realschulabschluss und erhält nach dem zwölften Schuljahr den Abschluss einer Berufsfachschule.

Die Schüler lernen alle gängigen Artistik-Genres: Akrobatik, Trapez, Jonglieren, Drahtseil und Gleichgewichtsakrobatik. Wer möchte, kann auch Clownerie hinzunehmen. Die Schüler lernen dabei vor allem, die harte Arbeit leicht aussehen zu lassen. Auf der Bühne soll man ihnen später nichts von den Anstrengungen anmerken. Die Kunst des Artisten besteht darin, sein Können mit Leichtigkeit darzubieten. "Hartes Training, bis die Knochen schmerzen. Anders geht es nicht. Irgendwann tut's nicht mehr weh", sagt ein Artistiklehrer der Schule, der hier selbst mal Schüler war.

Artistenschüler mit dunkler Hose und bloßem Oberkörper macht in der Turnhalle einen Handstand auf einem Tisch. (Rechte: Staatl. Artistenschule, Berlin)

Harte Arbeit für eine ungewisse Zukunft

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Mit viel Glück zum Erfolg

Die staatliche Artistenschule ist eine Einrichtung aus DDR-Zeit. Sie wurde 1956 gegründet und die Ausbildung hat sich seitdem nicht viel verändert. Damals wie heute legen die Schüler nach dem zwölften Schuljahr die Artistenprüfung ab. Hierfür müssen sie selbst eine eigene Nummer entwickeln. Dazu gehört auch die Auswahl der passenden Musik, Requisiten und Kostüme. Allerdings konnten die Absolventen damals sicher sein, eine Anstellung beim Staatszirkus der DDR zu bekommen. Das ist heute anders. Die Zukunftschancen für Artisten sind eher schlecht. Da kann man nur auf Talentscouts aus Varietés und Theatern hoffen, die manchmal bei den Abschlussvorstellungen im Publikum sitzen oder die während der Schulzeit bei öffentlichen Auftritten auf Schüler aufmerksam werden. Den restlichen Artisten bleibt auf ihrem Weg zum Ruhm nur eins: Klinken putzen.

Inés Carrasco, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Die Welt des Zirkus - Artisten, Tiere, Sensationen, 06.12.2007

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Bildcollage zum Thema Zauberwelt Zirkus. (Rechte: dpa)

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