Berühmte Clowns
Oleg Popow
Der russische Clown und Komiker Oleg Popow ist wohl der berühmteste lebende Clown. Er ist einer der ältesten Clowns und noch heute der Starclown des Russischen Staatszirkus, in dem er 1955 seine Karriere begann. Der ausgebildete Artist wurde mit einem bis dahin nicht bekannten Clown-Typ berühmt.
In Anlehnung an Charlie Chaplin und an die russische Märchengestalt des "Iwanuschka", die gerne andere an der Nase rumführt, verband er Artistik mit grotesker Komik. Der "Zirkus-Poet" möchte, dass das Publikum mit ihm lacht, aber nicht über ihn. Seine Markenzeichen sind auch heute noch die roten Socken, eine gestreifte Hose, eine rote Weste, eine schwarze Jacke und eine schwarz-weiß karierte Mütze. Popow hat schon zahlreiche Auszeichnungen für sein Können erhalten, unter anderem 1981 den "Goldenen Clown von Monte Carlo", der als "Oscar" der Clowns gilt. Heute lebt mit seiner zweiten Frau, einer Artistin, in der Nähe von Nürnberg.
Grock
Grock, der mit bürgerlichem Namen Adrian Wettach hieß und 1880 in der Schweiz geboren wurde, gilt als "Prototyp" des Clowns. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab er als Partner verschiedener anderer Clowns Gastspiele in Europa und Südamerika. Es folgten Auftritte mit dem berühmten Weißclown Antonet, der zu seinem großen Lehrmeister und kongenialen Partner werden sollte. Weitere Partner folgten, bis er zuletzt als Solist auftrat. Der talentierte Musiker, der schon mit 14 als Akrobat auftrat, konnte 24 Instrumente spielen. Der "musikdurstigen Seele" Grock gelingt leider niemals der reine Gesang: Wenn Grock Klavier spielen will, schnappt jedes Mal der Deckel über den Tasten wie ein böses Tiermaul zu. Grock baute seine Clownsnummern zu halbstündigen, später sogar ganzstündigen Auftritten aus, die durch mimische Brillanz und musikalische Virtuosität beeindruckten. Wie Charlie Chaplin oder der Clown Charlie Rivel trieb auch Grock seine Späße schon früh fürs Kinopublikum. Der als "König der Clowns" bezeichnete Wettach starb im Jahr 1959 im ligurischen Oneglia.
Pic
Licht aus, Spot an, eine blaue Kugel rollt in die Manege. Sie öffnet sich und hinaus steigt Clown Pic in einem Sternenkostüm. Der sentimentale Clown aus der Schweiz ist mit Seifenblasen berühmt geworden. Er bringt die Menschen nicht wie üblich zum Lachen, sondern verzaubert sie mit einer einfühlsamen Geschichte. Sollten die Seifenblasen einmal nicht so groß und schön werden, wie Pic sich das wünscht, ist die Enttäuschung groß: Über die zerplatzten Seifenblasen, über die Vergänglichkeit. Diese leise, sanfte Geschichte hat Millionen Zuschauer verzaubert - und den Circus Roncalli geprägt wie kaum eine zweite. Die Seifenblasen-Nummer gilt fast als Synonym für den gesamten Zirkus, obwohl sie nur von 1980 bis 1986 gespielt wurde. Clown Pic heißt im wahren Leben Michael Hirzel und hat sich den Seifenblasen im Jahr 2002 ein letztes Mal zum 25-Jährigen Jubiläum des Circus Roncalli angenommen.
Natalie Muntermann, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Die Welt des Zirkus - Artisten, Tiere, Sensationen, 06.12.2007







