Glossar: Skype, Twitter und Co.

Internet

Glossar: Skype, Twitter und Co.

Die Sprache des Internets ist Englisch. Und neue technische Entwicklungen sorgen immer wieder für neue Bezeichnungen. Die gehen Menschen, die ständig mit Computern und Internet zu tun haben, zwar flüssig von den Lippen. Bei anderen sorgen sie dagegen oft für Fragezeichen und ratlose Blicke. Wir haben in unserem Glossar einige der wichtigsten Begriffe rund ums Internet zusammengestellt und erklärt.

Blog

Blogs oder Weblogs (zusammengesetzt aus "Web" und "Log" = Logbuch) sind quasi Tagebücher auf einer Internetseite. Jeder kann die Blog-Einträge lesen und meist auch kommentieren. Und: Jeder kann Blogs verfassen. Inzwischen gibt es Internetseiten, die es auch technischen Laien erlauben, ohne große Schwierigkeiten eine Blog-Seite einzurichten.

Dementsprechend groß ist auch das Angebot an Blogs: Nach Angaben der "Nielsen Company" - eins der erfolgreichsten Medien- und Informationsunternehmen - gab es Ende 2011 weltweit 181 Millionen Blogs. Neben Hobby-Bloggern nutzen inzwischen auch professionelle Journalisten, Politiker und große Unternehmen diese Form der Web-Kommunikation. In Deutschland haben Blogs allerdings bei Weitem noch nicht so eine große Bedeutung wie zum Beispiel in den USA.

Digital Natives

Vierjährige, die virtuos auf Papas Handy herumdrücken, Sechsjährige, die Mama zeigen, wo man die Online-Spiele von der "Sendung mit der Maus" findet und Jugendliche, die mit dem Computer Sachen anstellen, über die ihre Eltern nur staunend den Kopf schütteln - heute wachsen Kinder und Jugendliche ganz selbstverständlich mit Computer, Internet und Handy auf. Sie sind die "Digital Natives" (digitale Ureinwohner). Ihre Eltern dagegen, die diese Technologien im Erwachsenenalter kennengelernt haben, bezeichnet man als "Digital Immigrants".

Auch für die stetig wachsende Gruppe der Senioren, die im Internet unterwegs sind, gibt es einen Fachbegriff: "Silver Surfer". Nach einer Onlinestudie von ARD und ZDF nutzte im Jahr 2013 bereits mehr als jeder dritte Deutsche jenseits der 60 das Internet (42,9 Prozent der Befragten).

Podcast/Vodcast

Der Begriff "Podcast" setzt sich zusammen aus "iPod", dem mp3-Player von "Apple", und "Broadcast" (Rundfunk). Podcasts sind Audio- oder Videobeiträge, die im Internet veröffentlicht und regelmäßig durch neue Folgen ergänzt werden. Video-Podcasts werden verkürzt auch Vodcasts genannt.

Das Besondere an Podcasts ist, dass man sie abonnieren kann. Damit der Computer jede neue Folge automatisch herunterlädt, braucht man ein bestimmtes Programm, einen sogenannten Podcatcher (zu Deutsch: Podcast-Fänger). Der sucht die neuen Folgen und lädt sie auf den Computer. Die Folgen kann man sich am Computer anhören oder ansehen, man kann sie aber auch auf ein tragbares Abspielgerät kopieren.

Skype

Das Wort "skypen" hat sich zum Synonym fürs Telefonieren via Internet entwickelt. Dabei ist Skype eigentlich nur eine Software, die diese Telefonie ermöglicht. Wer sie auf seinem PC installiert und Mikrofon und Lautsprecher oder ein Headset (Kopfhörer mit Mikrophon) an seinem Rechner angeschlossen hat, kann übers Internet telefonieren. Besitzen beide Gesprächspartner eine Kamera an ihrem Rechner, können sie sich dabei sogar sehen.

Smartphones und Apps

Display eines Smartphones

Apps gibt es für (fast) jeden Zweck

Mobiltelefone, mit denen man online gehen kann, die wie ein Computer für viele Aufgaben eingesetzt werden können und einen berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen) haben, bezeichnet man als Smartphones. Lange Zeit war das bekannteste Smartphone das iPhone von "Apple". Mittlerweile gibt es jedoch zahlreiche Alternativen von anderen Herstellern wie Samsung oder Microsoft - auch für den kleineren Geldbeutel.

Besonders nützlich werden Smartphones durch kleine Zusatzprogramme, sogenannte Apps (kurz für applications = Anwendungen). Mit der passenden App wird das Smartphone zur Wasserwaage, zum Routenplaner oder zum Nachschlagewerk, um Pilze zu bestimmen. Das Angebot an Apps ist inzwischen so groß, dass kaum ein Wunsch offenbleibt. Ach ja, telefonieren kann man mit Smartphones übrigens auch.

Soziale Netzwerke

Die Silhouette eines Mannes vor dem Facebook-Schriftzug.

Facebook ist das beliebteste soziale Netzwerk

Sinn und Zweck von sozialen Netzwerken ist es, Kontakte zu knüpfen und mit anderen Nutzern in Verbindung zu bleiben. Dazu richtet man sich auf der Seite eines Netzwerks zunächst eine Art virtuellen Steckbrief mit Angaben zur eigenen Person ein. Nun kann man von anderen Nutzern gefunden werden oder selbst nach anderen Nutzern (zum Beispiel nach alten Schulfreunden) suchen. Diese kann man dann kontaktieren. Wird der Kontakt bestätigt, kann man Informationen und Fotos austauschen, sich Videos oder Links empfehlen, sich verabreden, Gruppen gründen, E-Mails schicken oder chatten (sich in Echtzeit schriftlich unterhalten).

Es gibt zahlreiche Netzwerke. Einige richten sich an bestimmte Zielgruppen (zum Beispiel "studiVZ"), einige dienen dem beruflichen Austausch (zum Beispiel "Xing" oder "LinkedIn"), andere stehen prinzipiell jedem Nutzer und für jedes Thema zur Verfügung (zum Beispiel "wer-kennt-wen.de" oder "lokalisten.de").

Logos von verschiedenen sozialen Netzwerken

Große Vielfalt an sozialen Netzwerken

Das größte Netzwerk ist die amerikanische Seite "Facebook". Laut eigenen Angaben hatte sie Ende 2014 weltweit mehr als 1,4 Milliarden Mitglieder, davon etwa 28 Millionen in Deutschland. Einer Bitcom-Studie zufolge besuchten 2013 in Deutschland über drei Viertel (78 Prozent) der Internetnutzer soziale Netzwerke, von den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 87 Prozent.

Twitter

AFP

Der Kurznachrichtendienst Twitter

Das englische Verb "to twitter" heißt auf Deutsch "zwitschern". Und das "Gezwitscher" im Internet funktioniert so: Man meldet sich auf der "Twitter"-Webseite an. Dort kann man dann maximal 140 Zeichen lange Nachrichten eintippen. Die können, müssen sich aber nicht an eine spezielle Person richten. Jeder, der auch bei "Twitter" angemeldet ist, kann die Nachrichten lesen und beantworten.

"Twitter" ist also so etwas wie ein ganz einfaches Blog oder auch ein virtuelles Schwarzes Brett. Will man von einem bestimmten Nutzer keine neue Nachricht (Tweet) verpassen, kann man dessen Beiträge abonnieren (verfolgen).

Seit seinem Start im März 2006 wurde "Twitter" immer beliebter, unter anderem auch deshalb, weil man nicht unbedingt einen Computer braucht. Zum Twittern reicht ein modernes Handy. Ende 2014 hatte "Twitter" in Deutschland mehr als eine Million aktive Nutzer. Worüber aber wird "gezwitschert"?

Screenshot einer Twitterseite mit Einträgen zum Thema Iran

Irans Opposition organisierte sich auch über Twitter

Kurz: über alles. "Twitter"-Nutzer schreiben auf, was sie gerade machen, denken, fühlen, welche Themen sie beschäftigen und was sie Neues entdeckt haben. Das können die neuesten Sonderangebote sein, aber auch wichtige politische Ereignisse. So organisierten sich 2009 die Demonstranten im Iran auch über "Twitter" und schickten Informationen über die Straßenproteste per "Gezwitscher" in die Welt.

Wikipedia/WikiLeaks

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia dürfte inzwischen auch vielen Internet-Muffeln ein Begriff sein. Allein die deutsche Seite dieses kostenlosen Internet-Lexikons hatte Anfang 2014 knapp 1,7 Million Artikel zu den unterschiedlichsten Themen. Das Erfolgsrezept: An Wikipedia kann prinzipiell jeder Internet-Nutzer mitarbeiten, sei es als Autor oder als Korrekturleser. Durch diese Offenheit kam es zwar schon häufiger zu Manipulationen, aber die Wikipedia-Gemeinde korrigiert falsche oder irreführende Artikel in der Regel sehr schnell.

Screenshot der Wikipedia-Startseite

Am Wikipedia-Lexikon kann jeder mitschreiben

Die kostenlose Internet-Plattform WikiLeaks gibt es seit 2006. Auf der Seite werden anonyme Dokumente, unter anderem über Militär und Regierung, veröffentlicht, die - nach Meinung der Seitenbetreiber - von öffentlichem Interesse sind. "Leaks" bedeutet so viel wie "undichte Stellen". Im Frühjahr 2010 sorgte WikiLeaks für Aufsehen, als die Seite ein Video veröffentlichte, in dem US-Soldaten aus einem Hubschrauber heraus irakische Zivilisten töteten.

Seitdem ist die Seite weltweit in den Medien und war zwischendurch mehrmals offline. Bekanntestes Mitglied und Gründer von WikiLeaks ist Julian Assange, der seit einer Anklage wegen Verdacht auf Vergewaltigung Ende 2010 auf der Flucht ist und bereits in mehreren Ländern um Asyl gebeten hat.

Autor: Christoph Teves

Stand: 06.01.2016, 10:09