Die russische Ballonfahrerin Ekaterina Larikova in ihrem Ballon

Ballons

Wie wird man Ballonpilot?

Wer einen Ballon steuern möchte, kann nicht einfach einsteigen und abheben. Zunächst muss man einen Pilotenschein machen – und zwar den Privatpilotenschein PPL-D. Erwerben kann man den Schein in speziellen Ausbildungsschulen für Freiballonführer.

Von Kai Althoetmar und Wiebke Ziegler

In einem Jahr Ballonfahrer

Solche Freiballonführer-Schulen sind entweder gewerblich oder werden von Ballonfahrervereinen betrieben. Wer das Ballonfahren lernen will, kann sich zum Beispiel an den Deutschen Freiballonsport-Verband wenden.

Die Dauer der Ausbildung hängt von der Ballonfahrschule ab. Meist beträgt sie zwischen einem Jahr und 18 Monaten. In Vereinen dauert es etwas länger, da hier der Unterricht oft nur am Wochenende stattfindet. Wie in der Fahrschule umfasst die Ausbildung Theorie- und Praxisstunden.

Der Theoriekurs besteht aus mindestens 60 Unterrichtsstunden in den Lehrfächern Luftrecht, Meteorologie, Technik, Navigation, Aerostatik, menschliches Leistungsvermögen und Verhalten in besonderen Fällen.

Wer einen Heißluftballon fahren möchte, muss für den Pilotenschein 20 Fahrstunden und 50 Starts und Landungen absolvieren. Im Gasballon muss man mindestens zehn Fahrten mit einer durchschnittlichen Dauer von zwei Stunden nachweisen.

Bei Gas- und Heißluftballon müssen fünf Flugstunden bei Minusgraden stattfinden, weitere fünf Stunden bei Temperaturen über 20 Grad Celsius. Ein Freiballonlehrer begleitet jede Ausbildungsfahrt.

Nach bestandener Prüfung geht's los

Nach Ende der Theorieausbildung wird die schriftliche Theorieprüfung abgenommen. In jedem der fünf Fächer sind 40 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren zu beantworten, wovon mindestens 85 Prozent der Fragen richtig beantwortet werden müssen. Wer in einem Fach darunter liegt, aber mindestens 75 Prozent erreicht hat, kann zumindest eine mündliche Nachprüfung ablegen.

Nach bestandener Theorieprüfung kann man sich zur praktischen Prüfung melden: einer Ballonfahrt, in der der Prüfling den Ballon selbstständig aufrüsten, führen und landen muss. Ein Prüfungsratsmitglied begleitet die Fahrt.

Um den Ballon nach bestandener Prüfung im kontrollierten Luftraum führen zu dürfen, muss man ein Sprechfunkzeugnis (BZF) in Deutsch oder Englisch erwerben. Manche Schulen setzen den Besitz eines solchen "Beschränkt Gültigen Sprechfunkzeugnisses" bereits bei der Anmeldung zur Ballonfahrschule voraus.

Ein teures Hobby

Der Erwerb einer Fahrlizenz für Heißluftballons kostet in einer gewerblichen Schule zwischen 5000 und 8000 Euro. Enthalten sind Theorielehrgang und Praxisfahrten inklusive Lehrerhonorar.

In Vereinen ist der Pilotenschein oft schon ab 1000 Euro zu erwerben, da die Ausbilder dort ehrenamtlich wirken. Man verpflichtet sich aber meist, für einige Zeit Mitglied des Vereins zu bleiben und andere Vereinsmitglieder bei Fahrten zum Selbstkostenpreis mit an Bord zu nehmen.

Ballonfahren ist ein teures Hobby. Die Anschaffungskosten für die Ausrüstung sind enorm. Zwischen 50.000 und 80.000 Euro muss man für Ballon, Korb und Brenner bezahlen. Hinzu kommt ein geländegängiges Fahrzeug und ein Anhänger, in dem man den Ballon transportieren kann.

Eine Alternative ist die gewerbliche Nutzung des Ballons. Für die Lizenz muss der Ballonfahrer mindestens 50 Fahrstunden nachweisen können und eine weitere Prüfung ablegen. Danach darf er Personen befördern und kann sich sein Hobby durch die Einnahmen finanzieren.

(Erstveröffentlichung 2002. Letzte Aktualisierung 19.12.2019)

Quelle: WDR

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