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Chronologie des Mauerfalls

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen." Diese Worte von Walter Ulbricht sollen sich kurz darauf als Lüge herausstellen. Am 13. August 1961 reißen DDR-Arbeitstrupps mitten in der Nacht das Straßenpflaster auf und errichten Barrieren. Westberlin wird abgeriegelt. Eine Mauer wird die Stadt 28 Jahre lang in West und Ost trennen. Das "Bauwerk des Todes" teilt Familien und zerstört Freundschaften. Erst die Politik von Michail Gorbatschow Mitte der 80er Jahre leitet die Wende ein. Am 9. November 1989 liegen sich Ost- und Westberliner in den Armen. Die Grenze ist offen, die Mauer ist gefallen.

Menschen stehen und sitzen auf der Berliner Mauer und schwenken eine Fahne der BRD (Rechte: dpa)

Chronologie des Mauerfalls

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"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." Mit dieser Mahnung versucht Michail Gorbatschow noch im Oktober 1989, die SED-Spitze von ihrer sturen Reformverweigerung abzubringen. Schließlich hatte er 1985 den Reformkurs vorgegeben, und einige Ostblockländer wie Polen und Ungarn haben längst reagiert. Sie setzen demokratische Reformen durch, und im Frühjahr 1989 öffnen sie ihre Grenzen. Die ersten Lücken im "Eisernen Vorhang" werden zur existentiellen Bedrohung für die DDR. Planet Wissen beschreibt die wichtigsten Ereignisse im Jahr des Mauerfalls.

Michail Gorbatschow und Erich Honecker umarmen sich. (Rechte: AKG)

Gorbatschow (links) und Honecker

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Januar 1989

11. Januar: Rund 20 DDR-Bürger, die sich seit Jahresbeginn in der Ständigen Vertretung Bonns in Ostberlin aufhalten, um ihre Ausreise zu erzwingen, verlassen das Gebäude, nachdem die DDR-Behörden ihnen Straffreiheit zugesichert haben. Einige Tage später dürfen einige von ihnen ausreisen.

18. Januar: Der Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, erklärt, dass die Mauer auch in 50 oder 100 Jahren noch bestehen werde, wenn die dafür vorhandenen Gründe nicht beseitigt werden.

Februar 1989

5. Februar: DDR-Grenzsoldaten erschießen an der Berliner Mauer den 20-jährigen Schlosser Chris Gueffroy bei einem Fluchtversuch. Er ist das letzte Todesopfer an der Mauer.

6. Februar: In Polen beginnen die Gespräche am Runden Tisch zwischen Regierung und Opposition über ein neues, reformiertes Polen.

16. Februar: Vier ausreisewillige DDR-Bürger durchbrechen mit einem Wagen eine Schranke und rasen in den Hof der Bonner Vertretung in Ostberlin. Dabei verletzen sie einen Volkspolizisten. Am 25. Februar verlassen sie in Begleitung des Ostberliner Rechtsanwalts Wolfgang Vogel freiwillig die Botschaft. Der Fahrer wird in Haft genommen und am 2. März zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt.

Zwei Grenzsoldaten an der Mauer. Schaulustige auf der Westseite beobachten sie. (Rechte: Imago)

Grenzsoldaten der DDR

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März 1989

8. März: Ein 32-jähriger DDR-Bürger stürzt bei seinem Fluchtversuch mit einem selbstgebastelten Gasballon über Westberlin ab und verunglückt tödlich.

10. März: Bundeswirtschaftsminister Helmut Haussmann und Bundesbauminister Oscar Schneider sagen ihre Teilnahme an der Leipziger Frühjahrsmesse ab, weil DDR-Grenzposten an der Berliner Mauer auf flüchtende DDR-Bürger geschossen hatten.

12. März: Am Rande der Leipziger Frühjahrsmesse kommt es zu Demonstrationen Ausreisewilliger und zu Festnahmen.

28. März: 4000 Westberliner nutzen während der Osterfeiertage die neugeschaffene Möglichkeit, bei Freunden und Bekannten in Ostberlin zu übernachten.

April 1989

1.April: Hamburg und Kiel werden in den "kleinen" Grenzverkehr mit der DDR einbezogen. In der DDR treten neue Reisebestimmungen für Verwandtenbesuche im Westen in Kraft.

8. April: Der Fluchtversuch zweier jugendlicher DDR-Bürger wird durch Warnschüsse am Kontrollpunkt Chausseestraße gestoppt. Sie werden unverletzt festgenommen. Es sind die letzten bekannt gewordenen Schüsse, die an der Mauer fallen.

27. April: Der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht trifft zu einem zweitägigen Besuch in Ostberlin ein. Die Errichtung eines Umweltfonds und eines dritten Grenzübergangs für Niedersachsen werden vereinbart.

28. April: Die DDR beginnt mit der angekündigten Truppenreduzierung und Abrüstung im konventionellen Bereich. Insgesamt über 20.000 Wehrpflichtige sollen aus dem aktiven Truppendienst abgezogen und in der Wirtschaft eingesetzt werden.

Zwei DDR-Bürger mit Gepäck (Rechte: AKG)

Über Ungarn in die Freiheit

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Mai 1989

2. Mai: Ungarn beginnt mit dem im März angekündigten Abbau des Eisernen Vorhangs an der Grenze zu Österreich. Der Stacheldraht wird beseitigt.

7. Mai: Bei einer Wahlbeteiligung von 98,77 Prozent sprechen sich bei den Kommunalwahlen in der DDR 98,85 Prozent der Wähler für die Kandidaten der Blockparteien aus. Gegen Ende des Monats stellen mehrere Bürger Strafanzeige wegen vermuteter Wahlfälschung.

22. Mai: Die Warschauer-Pakt-Staaten schlagen der NATO die gleichzeitige Auflösung beider "militärpolitischen Bündnisse" vor und fordern zur Abrüstung auf.

23. Mai: Das Auswärtige Amt in Bonn lehnt jede Stellungnahme zu Zeitungsberichten ab, wonach sich mindestens zwölf DDR-Bürger in der Botschaft der Bundesrepublik in Budapest aufhalten.

26. Mai: Einem 34-jährigen DDR-Bürger gelingt mit einem Ultra-Leichtflugzeug die Flucht von Ost- nach Westberlin.

Juni 1989

6. Juni: Das Bundeskabinett in Bonn beschließt, Aus- und Übersiedlern künftig statt des Arbeitslosengeldes ein pauschales Eingliederungsgeld zu zahlen.

7. Juni: Polizei- und Staatssicherheitsdienst lösen in Ostberlin eine Protestversammlung auf, deren Teilnehmer die Ergebnisse der Kommunalwahlen am 7. Mai anzweifeln. Über 120 Menschen werden vorübergehend festgenommen.

12. Juni: Der sowjetische Staats-und Parteichef Michail Gorbatschow trifft zu einem viertägigen Besuch der Bundesrepublik in Bonn ein. Er wird begeistert empfangen.
Der chinesische Außenminister Qian Qichen würdigt in Ostberlin die "internationalistische Haltung der DDR" zum Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking. Die DDR-Führung hatte das gewaltsame Vorgehen der chinesischen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten gerechtfertigt.

17. Juni: Der Regierende Bürgermeister von Berlin Walter Momper trifft zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker in Ostberlin zusammen. Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören Reiseerleichterungen für Westberliner.

20. Juni: Aus Wien kommen erste Berichte über "drei oder vier" Deutsche aus der DDR, die die Bonner Botschaft in Budapest erst wieder verlassen wollen, wenn sie in die Bundesrepublik ausreisen dürfen.

Rudolf Seiters 1989 (Rechte: WDR)

Rudolf Seiters

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Juli 1989

4. Juli: Rudolf Seiters trifft erstmals als Kanzleramtsminister der Bundesrepublik in Ostberlin mit dem DDR Staats- und Parteichef Erich Honecker und Außenminister Oskar Fischer zusammen.

9. Juli: Die polnische Bevölkerung bereitet US-Präsident George Bush einen begeisterten Empfang. Er ist zu Gesprächen über Wirtschaftshilfe nach Polen gekommen.

16. Juli: Nach einem Zeitungsbericht halten sich in der bundesdeutschen Botschaft in Budapest rund 30 DDR-Bürger auf. Sie wollen ihre Ausreise in die Bundesrepublik erzwingen.

22. Juli: Das innerdeutsche Ministerium appelliert an alle Deutschen in der DDR, in ihrer Heimat zu bleiben, damit die Wiedervereinigung der Deutschen nicht in der "Bundesrepublik" stattfinde.

August 1989

1. August: Neue Reiseerleichterungen im innerdeutschen Reiseverkehr treten in Kraft. Touristen können ab jetzt ein Visum für das gesamte Gebiet der DDR bekommen.

8. August: 131 ausreisewillige DDR-Bürger befinden sich in der Ständigen Vertretung in Ostberlin. Die Vertretung wird daraufhin für unbestimmte Zeit geschlossen.

10. August: Nach inoffiziellen Angaben haben seit Beginn des Abbaus des ungarischen Grenzzauns etwa 1600 DDR-Flüchtlinge die Grenze nach Österreich überschritten.

14. August: Die Botschaft der Bundesrepublik in Budapest wird geschlossen, nachdem die Zahl der dort wartenden ausreisewilligen DDR-Bürger 180 überstiegen hat.

19. August: Etwa 600 Menschen nutzen bei einer Veranstaltung der "Paneuropa-Union" an der ungarisch-österreichischen  Grenze die Gelegenheit zur Massenflucht.

23. August: Die Botschaft der Bundesrepublik in Prag wird geschlossen. Dort halten sich über 100 DDR-Bürger auf.

24. August: Das polnische Parlament wählt den Solidarnosc-Berater Tadeusz Mazowiecki zum ersten nichtkommunistischen Regierungschef Polens nach dem Zweiten Weltkrieg.
108 DDR-Bürger aus der deutschen Botschaft in Budapest werden mithilfe des Internationalen Roten Kreuzes nach Wien ausgeflogen und mit Bussen nach Nürnberg gebracht.

28. August: In Budapest warten 1400 DDR-Bürger in Auffanglagern auf die Ausreise. Die Einrichtung eines dritten Lagers wird angekündigt.

Demonstranten in Leipzig (Rechte: WDR/dpa)

Montagsdemonstration in Leipzig

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September 1989

1. September: In Westberlin werden erstmals leerstehende Wohnungen beschlagnahmt, um Aus- und Übersiedler unterzubringen.

4. September: In Leipzig demonstrieren 1200 Menschen unter dem Motto: "Reisefreiheit statt Massenflucht". Die Polizei greift nicht ein.
Der ungarische Innenminister Horvath erklärt, die Lösung des Flüchtlingsproblems könne noch einen bis anderthalb Monate dauern. In Ungarn sind 4700 ausreisewillige Deutsche aus der DDR registriert.

7. September: DDR-Sicherheitskräfte unterbinden auf dem Ostberliner Alexanderplatz gewaltsam eine Demonstration gegen die vermutete Fälschung des Kommunalwahl-Ergebnisses im Mai. 40 Personen werden festgenommen.

8. September: Alle Flüchtlinge, die sich seit Anfang August in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in Ostberlin aufgehalten hatten, kehren freiwillig in ihre Heimatorte zurück. Zuvor war ihnen neben Straffreiheit eine rechtliche Vertretung, aber noch keine Ausreise in den Westen zugesagt worden.

11. September: Ungarn öffnet die Grenze zu Österreich. Bis Monatsende reisen rund 25.000 Menschen aus der DDR über Ungarn aus.

12. September: Die Bürgerbewegung  "Demokratie Jetzt" fordert in ihrem Gründungsaufruf zu einer "demokratischen Umgestaltung" der DDR auf.

19. September: Die Bonner Botschaft in Warschau wird geschlossen, weil keine weiteren DDR-Bürger dort Platz finden können.
In 11 von 15 DDR-Bezirken melden Oppositionelle das "Neue Forum" bei den Behörden an.

20. September: Das DDR-Innenministerium bezeichnet das "Neue Forum" als "staatsfeindlich" und lehnt den Antrag auf Zulassung ab.

25. September: 8000 Menschen demonstrieren nach dem Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche für Reformen.

30. September: BRD-Außenminister Hans-Dietrich Genscher verkündet den fast 7000 Flüchtlingen in der Prager Botschaft, sie könnten mit Zustimmung der DDR ausreisen.

Viele Menschen stehen und sitzen vor einem Gebäude. (Rechte: WDR/dpa)

Flüchtlinge in der Prager Botschaft

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Oktober 1989

1. Oktober: Über 6000 Menschen, die zum Teil seit Wochen in den bundesdeutschen Botschaften von Prag und Warschau untergebracht waren, kommen mit Sonderzügen der DDR-Reichsbahn über DDR-Gebiet in die Bundesrepublik.

2. Oktober: Mehr als 20.000 Menschen kommen zur Montagsdemonstration in Leipzig.
In Prag wenden sich schon wieder Tausende DDR-Bürger an die bundesdeutsche Botschaft und verschaffen sich teilweise mit Gewalt Zugang. Auch ihnen wird die Ausreise erlaubt.

7. Oktober: Der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow mahnt bei den Feiern zum 40. Staatsjubiläum der DDR in Ostberlin Reformen an: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."
Während des Staatsjubiläums kommt es in Ostberlin, Leipzig, Dresden, Plauen, Jena und Potsdam zu Demonstrationen, die zum Teil brutal aufgelöst werden.

9. Oktober: In Leipzig demonstrieren 70.000 Menschen mit dem Ruf "Wir sind das Volk" für Demokratie. Die Lage ist äußerst angespannt, nachdem sich das Gerücht verbreitet hat, die Nationale Volksarmee, die Polizei und die Betriebskampftruppen hätten Schießbefehl. Die Demonstration verläuft friedlich.

10. Oktober: SED-Bezirkschefs reden mit Vertretern der Oppositionsgruppen.

11. Oktober: Nach Ungarn erklärt auch Polen, keine DDR-Bürger mehr zurückzuschicken, wenn sie ausreisen wollen.

16. Oktober: 120.000 Menschen demonstrieren in Leipzig. Großkundgebungen gibt es jetzt auch in Halle, Magdeburg und Dresden.

18. Oktober: Nach anhaltenden Massenprotesten in der gesamten DDR wird Staats- und Parteichef Erich Honecker zum Rücktritt gedrängt. Egon Krenz wird vom Zentralkomitee der SED zum Nachfolger gewählt. Krenz gesteht in einer Fernsehrede Fehler der Partei ein.

23.Oktober: In Leipzig demonstrieren etwa 300.000 Menschen für Reformen. Ungarn erklärt sich zur unabhängigen Republik.

24. Oktober: Die DDR-Volkskammer wählt Egon Krenz zum Staatsratsvorsitzenden und Vorsitzenden des nationalen Verteidigungsausschusses. Der Staatsrat gibt die Übergriffe der Staatssicherheitsorgane bei den Demonstrationen am 7.und 8. Oktober zu und bedauert diese.

26. Oktober: Bundeskanzler Helmut Kohl und Staatsratsvorsitzender Egon Krenz haben ersten telefonischen Kontakt.

27. Oktober: Der DDR-Staatsrat verkündet eine Amnestie für Flüchtlinge und nicht-gewalttätige Demonstranten.

29. Oktober: Ostberlins Oberbürgermeister Erhard Krack und SED-Bezirkschef Günter Schabowski diskutieren öffentlich vor dem Roten Rathaus mit der Bevölkerung.

30. Oktober: Über 400.000 Menschen demonstrieren in mehreren DDR-Städten für Reformen, freie Wahlen und Reisefreiheit.

Demonstranten mit Plakaten. (Rechte: AKG)

Demonstranten auf dem Alexanderplatz

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November 1989

1. November: Viele DDR-Bürger haben nach der Wiedereinführung des Visa-freien Verkehrs zwischen der DDR und der Tschechoslowakei erneut Zuflucht in der bundesdeutschen Botschaft in Prag gesucht. Innerhalb von zwei Tagen steigt die Zahl auf 4000.

2. November: Unter dem Druck der Öffentlichkeit treten der Vorsitzende des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) Harry Tisch und die Volksbildungsministerin Margot Honecker zurück. Staats- und Parteichef Egon Krenz ist zu einem Arbeitsgespräch in Warschau. Auf dem Programm stehen Gespräche über "demokratische Reformen".

3. November: Egon Krenz kündigt in einer Fernsehansprache ein "SED-Aktionsprogramm zur Verwirklichung der Wende" an. Gleichzeitig  teilt er den Rücktritt der Politbüromitglieder Herrmann Axen, Kurt Hager, Erich Mielke, Erich Mückenberger und Alfred Neumann mit.

4. November: Die DDR in Dauer-Demonstration. Mehr als eine halbe Million Menschen fordern auf dem Alexanderplatz in Ostberlin radikale Reformen und Reisefreiheit. Die Demonstranten feiern unter anderem die Schriftsteller Christa Wolf, Stefan Heym, Heiner Müller und Christoph Hein.
Die DDR-Regierung erlaubt die unbürokratische Ausreise über die CSSR. Rund 15.000 Menschen machen an diesem Wochenende davon Gebrauch.

7. November: Die DDR-Regierung tritt geschlossen zurück. Der Rechtsausschuss der DDR-Volkskammer lehnt den neuen Reisegesetzentwurf als unzureichend ab. Weitere 12.000 DDR-Bürger sind in den letzten Tagen über die CSSR ausgereist.

8. November: Das SED-Politbüro tritt geschlossen zurück. Dem neuen, von 21 auf 11 Mitglieder verkleinerten Politbüro gehört auch der als Reformer bekannte SED-Bezirksleiter von Dresden, Hans Modrow, an. Egon Krenz wird als SED-Generalsekretär bestätigt.

9. November: Die Grenzen sind offen. Während einer Pressekonferenz gibt Politbüromitglied Günter Schabowski eine neue Reiseregelung bekannt, die es jedem DDR-Bürger ermöglicht, das Land zu verlassen. Noch in derselben Nacht nutzen Zehntausende die Möglichkeit zu einem Kurzbesuch in die Bundesrepublik und in Westberlin.

Stand vom: 19.07.2011

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Bildcollage zum Thema Mauerfall (Rechte: WDR/SWR)

Mau­er­fall


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