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Die Phänologischen Jahreszeiten

Vier Jahreszeiten gibt es - das lernen Kinder schon im Vorschulalter. Phänologen aber untergliedern das Jahr in weitere Abschnitte und kennen zehn Jahreszeiten. Jede dieser Jahreszeiten richtet sich nicht nach einem jährlich gleichen Datum, sondern nach den Veränderungen in der Natur. Darum gleicht kein phänologisches Jahr dem anderen. Zudem sind die Jahreszeiten lokal eng begrenzt. So beginnt der Frühling in den Gebieten des Mittelrheins und erreicht die Höhenlagen zuletzt. Wenn in Köln der Vorfrühling Einzug hält, ist im Mittelgebirge noch Winter.

Kastanien (Rechte: Mauritius)

Die Phänologischen Jahreszeiten

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Schneeglöckchen (Rechte: dpa)

Schneeglöckchen

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Der Vorfrühling

Der Vorfrühling beginnt, wenn die Schneeglöckchen blühen. Die widerstandsfähigen Frühblüher sind die ersten Frühlingsboten und aufgrund ihrer sehr frühen Blüte eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Der grüne Fleck auf ihrer Blüte, das so genannte "Saftmal", dient den Insekten als Orientierung, es führt sie zu Nektar und Pollen der Schneeglöckchen. Die Schneeglöckchenblüte gibt Landwirten ein Signal: Die Feuchtigkeit des Winters ist abgetrocknet und es ist Zeit, die Arbeiten auf dem Feld, die den Winter über geruht haben, wieder aufzunehmen.

Der Erstfrühling

Die Blüte der Stachelbeersträucher, zu denen auch die Johannisbeere gehört, läutet den Erstfrühling ein. Kirsche, Pflaume und Birne schließen sich wenig später an: Die Obstblütezeit hat begonnen. Überall sprießen nun leuchtend farbige Blumen empor. Landwirte beginnen im Erstfrühling damit, Kartoffeln, Hafer und Futterrüben auszusäen. Auch das erste Vieh wird nun auf die Weiden getrieben.

Blühende Apfelblüten (Rechte: dpa)

Apfelblüte

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Der Vollfrühling

Im Vollfrühling wird es duftig: Die Blüte von Apfelbaum und Flieder kündigen seinen Einzug an. Wann der Vollfrühling beginnt, unterschiedet sich sehr stark von Jahr zu Jahr, denn die allgemeine Witterung spielt dabei eine große Rolle. Die Wälder sind jetzt leuchtend grün und auf glatten Oberflächen wie Autodächern und Briefkästen kann man gelben Blütenstaub beobachten. Die Landwirte beobachten in dieser Zeit das Schossen des Wintergetreides: Halme und Stängel strecken sich empor. Wenn die Wiesen das erste Mal gemäht werden können, ist es soweit: Der Sommer kündigt sich an.

Der Frühsommer

Die Blüten der Holunderbüsche, die in dicken weißen Dolden hängen, sind ein deutliches Zeichen dafür, dass der Frühsommer begonnen hat. In den Getreidefeldern blüht der Klatschmohn und in heimischen Gärten beginnt die Rosenblüte. Starke Blütendüfte liegen in der Luft. Für Allergiker beginnt im Frühsommer die unangenehmste Zeit des Jahres, denn mit der Gräserblüte kommen auch die Pollen und damit der Heuschnupfen, unter dem nach Angaben des deutschen Allergie- und Asthmabundes fast 20 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden.

Ein Mähdrescher auf einem Kornfeld (Rechte: Zentralbild)

Mähdrescher-Einsatz

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Der Hochsommer

Die erste Zeigerpflanze des Hochsommers ist die Linde. Ihre Blüte läutet die heißeste Zeit des Jahres ein. In den Gärten sind die Johannisbeeren jetzt erntereif. Die alten Zuchtsorten verströmen einen strengen Geruch, der ihnen im Volksmund die Bezeichnung "Wanzenbeere" eingebracht hat. Dennoch sind sie sehr gesund: Sie haben von allen Gartenfrüchten den höchsten Vitamin-C-Gehalt. Für die Landwirte beginnt im Hochsommer die Zeit der Getreideernte. Überall auf den Feldern sind jetzt Mähdrescher im Einsatz und schneiden Raps, Gerste, Roggen und zuletzt Weizen und Hafer.

Der Spätsommer

Die ersten Blüten des Heidekrauts zeigen den Beginn des Spätsommers an. Die windunempfindliche Pflanze gedeiht auch dort, wo nach der Heuernte nun der Wind über die Stoppeln pfeift. Auf den Plantagen beginnt die Ernte der ersten Äpfel und wenig später der ersten Zwetschgen.

Der Frühherbst

Im Frühherbst gibt es noch einmal viele Blüten. Das typische Zeichen dieser Vegetationsphase sind die reifen Früchte des Schwarzen Holunders. Der Holunder ist eine der vielseitigsten Heilpflanzen:  Blätter, Blüten, Rinde und Früchte der Pflanze helfen gegen viele verschiedene Beschwerden. So viele, dass der Baum auch liebevoll "Herrgottsapotheke" genannt wird.

Der Vollherbst

Der Vollherbst ist die Zeit der Waldfrüchte: Kastanien, Bucheckern, Eicheln und Walnüsse sind jetzt reif. Ist ihre Ernte besonders reichlich, spricht man auch von einem "Mastjahr". Im Vollherbst beginnt außerdem die Laubverfärbung: zunächst bei der Rosskastanie. Die Natur reagiert damit auf die schnell abnehmende Tageslänge und den niedrigen Sonnenstand. In der Landwirtschaft werden jetzt die Kartoffeln geerntet und das Wintergetreide ausgesät. Oft fahren die Landwirte schon im Vollherbst auf die Felder und beginnen mit der Ernte der Zuckerrüben.

Der Spätherbst

Wenn die ersten wild wachsenden Bäume ihr Laub abwerfen, beginnt der Spätherbst. Es gibt zwar noch warme Tage, die Sonne hat aber nicht mehr viel Kraft. Sobald der erste Frost die Einstellung der Feldarbeiten erzwingt, endet der Spätherbst und der Winter beginnt.

Winterlandschaft (Rechte: WDR)

Die Natur macht Pause

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Winter

Im Winter ruht die Vegetation: Die Natur schläft bis zum nächsten Vorfrühling. Laubbäume und andere Pflanzen haben ihre Blätter verloren und schützen sich so vor Frost und Austrocknung, Nadelbäume trotzen der Kälte durch ihre wachsüberzogenen Nadeln.

WDR, Stand vom 30.6.2011

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Collage zum Thema Phänologie (Rechte: WDR/SWR)

Phänologische Jahreszeiten


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