• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen
Synagoge

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR Alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Bildergalerien
  • Podcast
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Wissen interaktiv

Synagoge

In einer Synagoge versammeln sich Juden zum Gottesdienst und Gebet. Aber auch um gemeinsam zu feiern, zu diskutieren, zu lehren oder zu lernen. Hier erfahren Sie, welche Gegenstände in einer Synagoge wichtig sind und welche Bedeutung sie haben.

Neue Jüdische Synagoge Berlin (Rechte: Mauritius)

Synagoge

Vergrößern

Mesusa

Eine kleine Kapsel aus Metall oder Holz, die am rechten Türpfosten eines Eingangs hängt. Juden bringen eine Mesusa (altes Wort für Türpfosten) an Türen von Räumen an, in denen sie sich lange Zeit aufhalten. Sie enthält auf einer kleinen Pergamentrolle das "Schma Israel" (5. Buch Mose Kapitel 6, 4-9 und 11). Dort steht: "Schreibe sie (die Worte) an die Pfosten deines Hauses und an deine Tore." Der Text der Mesusa wird, wie Tefillin und Thora, auf Lederpergament geschrieben und wird ebenfalls als Heiligtum verehrt. Die Mesusa kann auch schon vor der Hauseinweihung angebracht werden. Geht man an ihr vorbei, berührt man sie mit der Hand oder küsst sie.

Ein Junge mit Gebetsrienem, Gebetsmantel und Kippa liest einen Text vor. (Rechte: dpa)

Gebetsriemen im Einsatz

Vergrößern

Tefillin/Gebetsriemen

Die Tefillin bestehen aus zwei Lederkästchen und langen Lederriemen. In den Kästchen befinden sich Pergamentrollen mit handschriftlichen Thora-Abschnitten, die gebieten, die Worte Gottes zwischen den Augen und am Arm zu tragen. Sie werden an der Stirn und am linken Oberarm angelegt und mit den Riemen nach einer genau festgelegten Prozedur stramm gewickelt. Der Thora-Anweisung folgend - "Und knüpfe sie (die Worte) zu Wunderzeichen an deine Hand, und sie seien zum Wahrzeichen zwischen deinen Augen" - werden Gottes Gebote in Gedanken (Kopf) und im Handeln (Arm) eingehalten. Angelegt werden Tefillin von gläubigen Juden zum Morgengebet und in der Synagoge, außer am Sabbat und an Feiertagen. Die ältesten Funde dieses Kultgegenstandes sind mindestens 3000 Jahre alt.

Man sieht einen Mann mit Kippa von oben. Auf der Kippa ist ein Davidstern. (Rechte: dpa)

In der Synagoge ist die Kippa Brauch

Vergrößern

Kippa/Käppchen

In der Synagoge und beim Beten braucht man eine Kopfbedeckung, um nicht unbedeckt vor Gott zu treten. Orthodoxe Juden tragen eine Kopfbedeckung vom Aufstehen bis zur Bettzeit. Das können Kopftuch, Hut aber auch ein kleines, oft aufwendig verziertes Käppchen - die Kippa - sein. Es gibt sie seit 1500 Jahren. Das Tragen der Kippa, oder Jarmulke auf Jiddisch, ist aber nur ein Brauch und keine religiöse Vorschrift.

Ein Mann mit Kippa und Gebetsmantel steht vor einem geöffneten Thoraschrein. Links und rechts von ihm stehen zwei Frauen, die aus Büchern vorlesen. (Rechte: dpa)

Betender mit Gebetsmantel

Vergrößern

Tallith/Gebetsmantel

Weißer Umhang aus Wolle oder Seide, meistens mit schwarzen oder blauen Streifen. An allen vier Enden sind Schaufäden (Ziziot), die an die Gebote erinnern und zur eigenen Heiligung auffordern. Die Zahl der Knoten an den Fäden hat eine mystische und zugleich eine numerologische Bedeutung. Der Betende legt sich den Tallith über die Schultern oder zieht ihn gar über den Kopf, weil er ganz von Gottes Geboten "umhüllt" sein möchte. In modernen Gemeinden wird ein kleinerer, ursprünglich für Kinder gedachter, mit Ziziot versehener Seidenschal verwendet. Viele fromme Männer tragen den ganzen Tag einen kleinen Tallith (Tallith-Katan) mit Ziziot unter ihrer normalen Kleidung.

Rabbiner/"Lehrer"

Der Rabbiner ist ein Gelehrter, der die Religion über einen langen Zeitraum an einer Akademie – Jeschiwa – studierte. Er wird dazu von einem autorisierten Rabbiner geprüft und in die Akademie aufgenommen. Der Rabbiner hat innerhalb des Gottesdienstes meist keine Funktion, in einigen Gemeinden übernimmt er aber die Leitung des Gottesdienstes. Er ist der Koordinator der Gemeinde in religiösen Angelegenheiten und Berater in allen Fragen des Alltags. Er kann auch weitere Funktionen erfüllen, wie etwa das koschere Schächten oder die Kaschrut, die Kontrolle der jüdischen Speisevorschriften.

Ner Tamid/Ewiges Licht

Schon in der Stiftshütte stand ein Ewiges Licht. Später diente die Menora (siebenarmiger Leuchter) im Tempel als Ewiges Licht. Früher war es eine Öl-Lampe - heute meistens eine Glühbirne in einem Metallbehälter, der an Ketten von der Decke hängt. Das Licht hängt vor dem Thora-Schrein (Aron Kodesh) und erinnert an die Feuersäule Gottes, die einst dem Volk Israel auf seiner 40-jährigen Wanderung durch die Wüste Sinai nachts vorausging. Das Ner Tamid ist Symbol der permanenten und ewigen Gegenwart Gottes.

Almemor/Lesepult

Auch Bima oder Tewa genannt. Von hier werden Thora-Abschnitte während des Gottesdienstes verlesen. Das Pult steht erhöht - in orthodoxen Synagogen in der Raummitte - um die zentrale Bedeutung des Hörens der Schrift zu betonen. In sephardischen Synagogen und in liberalen Gemeinden stehen sich Thoraschrein an der Ostwand und Almemor in der Nähe der Westwand gegenüber. In aschkenasischen Synagogen steht die Bima an der Ostseite vor dem Thoraschrein.

Menora/Siebenarmiger Leuchter

Eines der wichtigsten religiösen und nationalen Symbole der Juden. Die Menora, deren Bauanleitung in der Bibel genau vorgegeben ist, ist sogar Bestandteil des Staatswappens Israels. Der siebenarmige Leuchter stand schon in der Stiftshütte, in der die Bundeslade mit den Zehn Geboten aufbewahrt wurde. Danach, im ersten und zweiten Jerusalemer Tempel, befanden sich mehrere Exemplare des Leuchters. Ihre sieben Öllampen brannten ständig. Bei der zweiten Tempelzerstörung wurde ein Leuchter von den Römern als Siegeszeichen nach Rom gebracht und auf dem Siegestor von Titus verewigt. Die sieben Lichter stehen, nach einer Auslegung, für die vier Himmelrichtungen sowie für "oben" und "unten". Das mittlere Licht steht für den Standort des Leuchters. Darüber hinaus steht die heilige Zahl Sieben für die Weisheit Gottes.

Jad/Deuter

Silberner Stab, der in eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger ausläuft (auch Thorafinger oder Thorazeiger genannt). Er wird benutzt, um über die zu lesenden Zeilen der Thorarollen zu fahren, ohne die Rollen mit der Hand zu berühren.

Frauen-Empore

Frauen und Männer beten - außer in liberalen Synagogen – getrennt voneinander. Früher mussten Frauen in den Nebenräumen bleiben, damit sie durch ihre Gegenwart die betenden Männer nicht ablenkten. Im Mittelalter setzte sich dann die Frauen-Empore durch. Für Frauen gibt es keine Gottesdienst-Pflicht.

Aron Kodesh/Schrank des Heiligtums

In diesem Schrank werden die Thorarollen mit der Heiligen Schrift aufbewahrt. Die Thorarollen sind von Hand mit natürlichen Materialien einzeln gefertigt. Das Pergament aus Kalbsleder ist um hölzerne Stangen gewickelt und mit pflanzlicher Tinte von Hand beschrieben. Ein Fehler würde die Thora ungültig machen. Diese muss dann, wie auch alte oder beschädigte Thorarollen, begraben werden. Vor dem Schrank hängt ein Vorhang (Parochet).

Sch´ma Israel

"Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore." Diese biblischen Worte sind ein zentrales Element im jüdischen Gebet. Wenn möglich, soll man sie sogar in seiner Todesstunde beten.

Talmud

Ein gigantisches Werk, das etwa 6000 Seiten hat. Es beinhaltet die Mischna und deren Kommentierungen und ist das Hauptwerk des jüdischen Religionsstudiums. Der bekannte Talmud stammt aus Babylonien und wurde um ca. 500 nach Christus veröffentlicht. Der Jerusalemer Talmud ist älter, aber auch kleiner.

Auf einem Tisch liegt eine offene Thorarolle. Daneben liegen ein kunstvoll bestickter Thoramantel und ein Thorazeiger. (Rechte: Version)

Die Thora: Quelle von Ver- und Geboten

Vergrößern

Thorarolle

Ohne die Thorarollen gäbe es kein Judentum. Nach jüdischem Glauben ist der Text der Thora eine göttliche Botschaft, wie sie auf dem Berg Sinai den Israeliten von Mose übergeben wurde. Jene Worte Gottes sind das einzig Heilige im Judentum. Dementsprechend werden die Thorarollen verehrt. Es ist ein hoher heiliger Dienst, eine Thorarolle zu finanzieren und einer Synagoge zu stiften. Eine Rolle bedarf der Jahresarbeit eines Thoraschreibers (Sofer). Er darf keine Fehler machen, und muss trotzdem jeden einzigen der nahezu 300.000 Buchstaben genau verzieren. Die Thora wird nur mit natürlichen Mitteln hergestellt. Das Pergament ist aus Kalbleder, die Tinte aus Pflanzenextrakten. Geschrieben wird mit einer Gänse- oder Truthahnfeder. Die Thorarolle wird mit einem verzierten Samtmantel geschützt.

Mischna

Die Sammlung der jüdischen Gesetze und deren Auslegung (Halacha) sowie gesammelte Moralgeschichten und Fabeln (Aggada), wie sie über Generationen überliefert worden sind, bevor sie um 200 nach Christus aufgeschrieben wurden. Schulchan Aruch (Gedeckte Tafel): Die Gesetze und deren Anwendung, für den Laien erklärt und aufgeschrieben von Rabbi Josef Karo in Safed um 1560.

Schulchan Aruch

Die Gesetze und deren Anwendung, für den Laien erklärt und aufgeschrieben von Rabbi Josef Karo in Safed um 1560.

Kommentierungsbücher

Bis heute werden jährlich Schriften zur Auslegung der Gesetze und der Religion veröffentlicht. Werke über Philosophie, Mystik und Dichtung, aber auch über den praktischen Umgang mit den Gesetzen in einer modernen Welt mit Computern, Internet und Handys.

Sidur

Das alltägliche Gebetsbuch. Wird am häufigsten verwendet. In ihm findet man die Gottesdienstgebete für die drei täglichen Gebete (Schacharit - morgens, Mincha - nachmittags und Arwit oder Maariw - abends). Sowohl für den Wochenalltag wie auch für den Sabbat. Auch Gedenk-, Todes- und Freudengebete für den Alltag können dort gefunden werden.

Machsor

Die Gebete der Gottesdienste für die Feiertage. Für jeden Feiertag existieren besondere Gebete und andere Gottesdienstverläufe als im Alltag, die allesamt in diesem Gebetsbuch enthalten sind.

Bibel

Um die Wochenportionen aus den Büchern der Schriften und der Propheten, die der jeweiligen Woche und dem Thoraabschnitt zugedacht sind, lesen zu können, werden die Texte der jüdischen Bibel, ähnlich dem Alten Testament der christlichen Bibel (aber nicht identisch!), zur Verfügung gestellt.

Stand vom 28.10.2009

Verwandte Themen bei Planet Wissen

Juden

Zahlreiche Informationen über die Geschichte des jüdischen Volkes, die Entstehung des Staates Israels und jüdische Religion und Kultur.

http://www.planet-wissen.de

Flash-Version

Neue Synagoge Berlin (Rechte: WDR)

Synagoge


  • Judentum
  • Jüdischer Festkreis

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: http://www.planet-wissen.de/wissen_interaktiv/html-versionen/synagoge/index.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2012

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.