Einkaufs-Check: Vegetarisch oder nicht?
Obst
Obst an sich ist vegan. Trägt es jedoch die Kennzeichnung "gewachst", ist das nicht mehr unbedingt der Fall. Um frische Früchte vor dem Austrocknen zu schützen, werden sie oft mit einem Gemisch aus Bienenwachs und Schellack überzogen. Schellack (als E904 gekennzeichnet) wird aus den Ausscheidungen der weiblichen Gummilackschildlaus gewonnen und ist somit genauso wenig vegan wie Bienenwachs (E901).
Vor allem Äpfel, Birnen, Ananas, Melonen, Zitrusfrüchte und Pfirsiche werden gewachst. Schellack kann außerdem als Überzug für Süßwaren, Schokolade, Nüsse und Kaffeebohnen dienen.
Rote Marmelade
Wer gerne rote Marmelade zum Frühstück isst, sollte sich die Inhaltsstoffe auf der Verpackung genau ansehen. Der Brotaufstrich kann den roten Farbstoff "Echtes Karmin" (E120) enthalten. Dieser Stoff wird durch das Auskochen getrockneter Scharlach-Schildläuse gewonnen.
Wegen der hohen Kosten dieses Verfahrens wird inzwischen allerdings statt echtem Karmin meist ein synthetisch hergestellter Farbstoff (E124) verwendet. Echtes Karmin wird heute eher selten verarbeitet, etwa in alkoholischen Getränken und Lippenstift.
Laugenbrezeln
Laugenbrezeln sind häufig nicht vegetarisch oder zumindest nicht vegan. Sie werden teilweise mit Schweineschmalz hergestellt und können außerdem Backmargarine aus Schlachtfett sowie Milch enthalten. Die Backbleche können zudem vor dem Backen mit tierischem Fett eingerieben worden sein. Auch in Brot oder Brötchen stecken häufig Milchprodukte. Wer genau wissen möchte, was im Gebäck enthalten ist, sollte sich beim Bäcker seines Vertrauens die Zutatenliste zeigen lassen
Senf
Zwar sind Senfkörner vegan, der handelsübliche Senf aber nicht unbedingt. Dieser wird oft mit raffiniertem Zucker verfeinert. Bei dessen Herstellung verwenden manche Unternehmen Tierkohle zum Entfärben, die entweder aus Tierblut oder aus Tierknochen hergestellt wird. Andere Lebensmittel wie Limonaden, Süßigkeiten oder Backwaren, die Zucker enthalten, können aus diesem Grund ebenfalls unvegetarisch sein.
Wer allerdings Zucker von deutschen Herstellern kauft, kann relativ sicher sein, dass dieser vegan ist. Die großen Unternehmen hierzulande geben an, keine tierischen Produkte bei der Herstellung zu verwenden.
Magarine
In den meisten Margarine-Sorten ist Molke enthalten, was sie nicht vegan macht. Außerdem können sie Fischöl enthalten. Dieses wird durch langes Auskochen von nicht zum Verzehr geeigneten Fischen und Fischabfällen gewonnen. Es wird der Margarine wegen seines hohen Omega-3-Fettsäurengehaltes zugesetzt.
Ein weiterer Knackpunkt für Veganer kann zugesetztes Vitamin D sein, das bei manchen Sorten aus dem Wollfett von Schafen gewonnen wird.
Wein
Wein wird während des Herstellungsprozesses von Schwebstoffen befreit. Zum Schönen und Klären benutzen Winzer unterschiedliche Produkte, von denen einige tierischen Ursprungs sind. Dazu zählen sowohl Gelatine als auch Hausenblase. Während Gelatine aus Knochen, Hufen und Häuten von Nutztieren hergestellt wird, ist Hausenblase die getrocknete Schwimmblase von Stören. Im fertigen Wein können sich minimale Spuren dieser Schönungsmittel befinden.
Auch andere Getränke wie Bier oder Apfelsaft können durch Hausenblase oder Gelatine geklärt worden sein. Inzwischen gibt es aber auch zahlreiche Weine und Fruchtsäfte, die mithilfe des Gesteins Bentonit geklärt werden. Vegane Weine bekommt man mittlerweile nicht mehr nur im Bio-Laden, sondern auch beim Discounter.
Cremes und Lotionen
Hautpflegeprodukte wie Cremes und Lotionen können verschiedene Stoffe tierischen Ursprungs enthalten. So sind viele Produkte mit Östrogenen aus Kuh-Eierstöcken oder mit Bestandteilen der Plazenta von unterschiedlichen Nutztieren angereichert.
Wer bei Kosmetika auf Nummer sicher gehen möchte, sollte nach der "Veganblume" Ausschau halten. Dieses Siegel garantiert, dass für die Herstellung des Produktes keine Rohstoffe verwendet wurden, die aus oder mithilfe von Tieren gewonnen wurden. Erhältlich sind die Vegan-Produkte in einigen Drogerie-Ketten und in Bio-Läden.
Veganes Schnitzel
Ausgangsstoff für vegane Schnitzel und ähnliche Produkte ist meist Sojaschrot. Das Schrot ist ein eiweißreiches Abfallprodukt bei der Sojaölherstellung. Um das Schnitzel fleischähnlich erscheinen zu lassen, gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten:
Entweder wird das Schrot nach dem Entfetten unter hohem Druck und Hitze in die gewünschte Form gepresst. Oder das Spinnverfahren wird angewandt. Dabei wird das entfettete Schrot zu Fasern verfilzt und erhält so eine fleischähnliche Struktur. Mithilfe von Farbstoffen, Aromen oder Vitaminen wird so aus Sojabohnen ein veganes Schnitzel.
Veganer Kaviar
Zur Herstellung von veganem Kaviar gibt es verschiedene Ausgangsstoffe. Algen können den Meergeschmack unterstützen, während das pflanzliche Verdickungsmittel Perlsago mit seiner runden Form dem Aussehen echten Kaviars recht nahe kommt. Perlsagokaviar erhält seinen Geschmack durch Sojasoße, Ingwer oder Tabasco.
Eine dänische Firma hat es sogar geschafft, aus Seetang kaviarähnliche Kügelchen zu produzieren. Den Kaviar-Ersatz gibt es auch in einigen deutschen Supermarktketten.
Veganer Käserersatz
Veganen Käseersatz kann man leicht zu Hause in vielen verschiedenen Variationen herstellen. Ausgangsstoff können beispielsweise Soja oder Getreidemilch sein. Diese werden zusammen mit Hefeflocken, einem Bindemittel wie Stärke oder Guarkernmehl und etwas Öl in der Mikrowelle oder dem Backofen gegart. Nach dem Auskühlen erhält man eine Masse mit der Konsistenz von Schnittkäse. Geschmacklich lässt sich der Käseersatz beispielsweise mit Knoblauchöl, Peperonisud, verschiedenen Kräutern oder Brühe verfeinern.
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