Deutschland und die USA

Deutschland und die USA

Beziehungen im 20. und 21. Jahrhundert

Untergehendes Schiff und viele Schiffbrüchige

Am 7. Mai 1915 versenkt ein deutsches U-Boot das britische Schiff "Lusitania". Fast 1200 Menschen sterben, darunter 128 amerikanische Staatsbürger. Die USA geben daraufhin schließlich ihre Neutralität auf und treten auf Seiten der Alliierten in den Ersten Weltkrieg ein.

Am 7. Mai 1915 versenkt ein deutsches U-Boot das britische Schiff "Lusitania". Fast 1200 Menschen sterben, darunter 128 amerikanische Staatsbürger. Die USA geben daraufhin schließlich ihre Neutralität auf und treten auf Seiten der Alliierten in den Ersten Weltkrieg ein.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verbessern sich die deutsch-amerikanischen Beziehungen erstaunlich schnell wieder. Doch dann bricht am 24. Oktober 1929 die New Yorker Börse zusammen: Eine Weltwirtschaftskrise wird ausgelöst, die die Vereinigten Staaten und Europa in Massenarbeitslosigkeit und Verelendung stürzt. Von diesem Zeitpunkt an kümmert sich jedes Land nur noch um seine Belange, sodass die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA wieder merklich abkühlen.

Sie schickt der Himmel: Als die Sowjetunion im Juni 1948 alle Land- und Wasserwege nach West-Berlin blockiert, ist die Bevölkerung von der Versorgung mit Lebensmitteln abgeschnitten. Daraufhin versorgen die Amerikaner gemeinsam mit den Briten mehr als zwei Millionen Menschen rund elf Monate lang mit ihren "Rosinenbombern".

Deutschland darf auf internationaler militärischer Ebene wieder mitmischen: Am 23. Oktober 1954 wird die Vereinbarung zum Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zum Nordatlantikpakt NATO unterzeichnet; die USA haben diesen Schritt vorangetrieben.

Bei seinem Berlin-Besuch bekräftigt US-Präsident John F. Kennedy am 26. Juni 1963 vor dem Schöneberger Rathaus seine besondere Verbundenheit mit West-Berlin: "Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt West-Berlin, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: Ich bin ein Berliner!"

Der Vietnamkrieg wird zu einem Prüfstein für die deutsch-amerikanischen Beziehungen: In Deutschland gehen viele Menschen - vor allem Studenten - gegen den Krieg auf die Straße, wie hier in Berlin im Herbst 1968. Die Anti-Kriegsbewegung löst Debatten über die amerikanische Innen- und Außenpolitik aus.

Endgültiger Abzug der Alliierten: Fast vier Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands nehmen die Amerikaner, Briten und Franzosen am 18. Juni 1994 mit einer letzten gemeinsamen Militärparade Abschied von Berlin.

Die Anschläge auf das New Yorker World Trade Center vom 11. September 2001 lösen in aller Welt Bestürzung aus. Sie sorgen dafür, dass Deutschland und die USA seitdem eng bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus zusammenarbeiten, beispielsweise in den Bereichen Justiz und Nachrichtendienste.

Weniger als zwei Stunden nach Ablauf des Ultimatums an den irakischen Präsidenten Saddam Hussein kündigt US-Präsident George W. Bush am 19. März 2003 einen Krieg gegen den Irak an. Während Großbritannien und weitere Staaten die USA dabei unterstützen, weigert sich Deutschland unter Bundeskanzler Gerhard Schröder - was die deutsch-amerikanischen Beziehungen langfristig stark belastet.

Wieder gut: Seit dem Amtsantritt von Barack Obama als US-Präsident Anfang 2009 haben sich die deutsch-amerikanischen Beziehungen deutlich entspannt und verbessert. Obama scheint Merkel sehr zu schätzen: "Ich habe kürzlich ziemlich viel Zeit mit Kanzlerin Merkel verbracht, und ich bin weiterhin beeindruckt von ihrer Klugheit und ihrem Führungsstil und ihrem Eifer, die Interessen ihres Volks voranzubringen", so der US-Präsident am 3. April 2009 bei einer Pressekonferenz in Deutschland.

Stand: 12.10.2016, 15:18 Uhr

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