Der Gotha – Das "Who is who" des Adels

Schwarzweißfoto: 75. Geburtstag von Herzogin Victoria Adelheid von Sachsen-Coburg-Gotha 1960

Geschichte des Adels

Der Gotha – Das "Who is who" des Adels

Von Christine Rolzhäuser

Die kleinen roten Bücher des "Gotha" sprechen Bände. Sie geben Auskunft darüber, wer dazugehört und wer nicht. Der "Gotha" ist das "who is who" des Adels. Ein genealogisches Handbuch, in dem alle Adelsfamilien aufgeführt sind.

Herkunft des Adels

Der "Gotha", das "Genealogische Handbuch des Adels", gibt Auskunft über die geschichtlichen Ursprünge und die Herkunft der adeligen Familien. Alle lebenden und die im Erwachsenenalter verstorbenen Mitglieder einer Adelsfamilie sind einzeln aufgeführt.

Die Beschreibung des Familienwappens sowie verliehene Orden und Auszeichnungen sind ebenfalls im Handbuch festgehalten.

Die Reihe erschien ab 1951 im C. A. Starke Verlag. Von 1965 bis 2014 arbeitete der Verlag mit der Stiftung Deutsches Adelsarchiv als Herausgeber des "Gotha" zusammen.

Mit Band 159 beginnt für den "Gotha" wieder eine neue Ära: Dieser Band ist der erste, der unter dem Titel "Gothaisches Genealogisches Handbuch" im eigens gegründeten Verlag Deutsches Adelsarchiv erscheinen wird.

Einer der zahlreichen Bände des Gotha.

Einer der zahlreichen Bände des Gotha.

Bettlektüre der Adeligen

Bereits 1763 erschien im Verlag Johann Christian Dieterich der "Gothaische Kalender". Sein Vorläufer, der "Neuverbesserte Gothaische Genealogische Schreibkalender", war bereits 1740 auf dem Markt.

Die Anfänge des Gotha lassen sich damit bis in die Zeit der Aufklärung zurückverfolgen. War doch das 18. Jahrhundert geprägt von Neugier und Forscherdrang: Immer mehr Menschen lernten Lesen und Schreiben. Das Interesse an Naturwissenschaft, Astronomie und Geschichte ließ die Kassen der Verlage klingeln.

Es erscheint eine Vielzahl von Kalendern und Almanachen, die in adeligen und bürgerlichen Kreisen als Abend- oder Bettlektüre dienten.

"Who is Who"

Und noch heute ist der Gotha – zumindest für die Blaublütigen unter uns – von Bedeutung. In adelige Kreise wie beispielsweise die "Vereinigung des Adels in Berlin und Brandenburg" wird nur aufgenommen, wer historischen Adel nachweisen kann.

Der jeweilige Vorsitzende der Vereinigung überprüft die Herkunft der Antragssteller im "Gotha".

Stand: 06.12.2017, 13:48

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