Die Queen und die Politik

Elisabeth II. bei einem Staatsbesuch 2007 in den USA mit Präsident George W. Bush

Britisches Königshaus

Die Queen und die Politik

Von Christiane Tovar

Die Queen ist für die Briten vor allem eine Institution: Politisch hat sie – zumindest offiziell – keine Macht. Schon seit 1688 gibt es in England eine konstitutionelle Monarchie, und bereits die Magna Charta hatte 1215 die Macht des Königs beschränkt.

Von Herrschern zu Repräsentanten

Königin Elisabeth II. (englische Schreibweise: Queen Elizabeth II) ist das britische Staatsoberhaupt. Doch in der Praxis hat die Queen wenig politische Macht. Im Gegensatz zu ihren Vorfahren, die noch über ein ganzes Weltreich herrschten.

Seit 1688 ist England eine konstitutionelle Monarchie, das heißt, die Rechte der Monarchen sind von der Verfassung eingeschränkt. Die politische Macht hat das demokratisch gewählte Parlament.

Trotzdem ist der Einfluss der britischen Königin nicht zu unterschätzen. Sie wird vom Kabinett regelmäßig über die tagespolitischen Ereignisse informiert. Das ist kein Pflichttermin, sondern echtes Interesse. Das bestätigten fast alle Premierministerinnen und Premierminister, die zu Elisabeths Zeit amtierten.

Neben den regelmäßigen Treffen mit ihnen empfängt die Queen hohe Beamte und Staatsgäste und ernennt – auf Rat der Politik – Mitglieder des Kabinetts.

Buckingham Palace

Der Buckingham-Palast – hier arbeitet die Queen

Zumindest theoretisch könnte die Königin auch Premierminister entlassen oder Bischöfe und Richter und Richterinnen einsetzen. Praktisch würde sie so etwas nicht tun. Letzteres übernimmt in der Regel der zuständige Minister oder die Ministerin.

Zur Hauptaufgabe der Queen gehört das Repräsentieren. Die Königin und ihre Familie weihen zum Beispiel Kindergärten und Schulen ein, besuchen Krankenhäuser und andere öffentliche Einrichtungen.

Immer auf Tour

Die Queen ist nicht nur das Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs. Sie ist auch Oberhaupt des Commonwealth. Das ist eine Staatenverbindung, zu der sich ehemalige britische Kolonien zusammengeschlossen haben.

Doch auch hier ändern sich die Zeiten. Es ist wahrscheinlich, dass Elisabeth II. in einigen Ländern des Commonwealth das letzte königliche Staatsoberhaupt sein wird.

Dann würde zum Beispiel in Australien aus der konstitutionellen Monarchie eine Republik. Fest steht, dass der Queen die Beziehungen zu den ehemaligen britischen Kolonien sehr wichtig sind. Fast alle Länder der Staatengemeinschaft hat Elisabeth II. besucht, und zu vielen Staatschefs pflegt sie gute Kontakte.

Queen Elisabeth II., Staatsbesuch in der BRD, Beginn(am 18.5.1965)

WDR ZeitZeichen 18.05.2015 14:40 Min. Verfügbar bis 15.05.2025 WDR 5


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Die Zukunft der Monarchie

Wenn es darum geht, ob die Monarchie fortbestehen soll, scheiden sich die Geister. Doch es spricht einiges dafür. Zum Beispiel die Tatsache, dass sie für die Briten ein Zeichen von Kontinuität ist, und das ist gerade in Krisenzeiten nicht zu unterschätzen.

Das ist wohl auch der Grund dafür, dass die Skandale des britischen Königshauses sich immer nur zeitweise negativ auf die Beliebtheit der Royals auswirken. Das Interesse an der königlichen Familie ist jedenfalls riesig: Die Fernsehserie "The Crown" zog ab 2016 Hunderte Millionen Zuschauer weltweit in ihren Bann, auch wenn es die Autoren mit vielen historischen Fakten nicht so genau nahmen.

Die meisten Untertanen sind ihrer Königin gegenüber absolut loyal. Mehr als drei Viertel geben regelmäßig bei Umfragen an, dass sie die Monarchie einer Republik vorziehen.

Queen Elizabeth mit ihren Enkeln Harry und William sowie dessen Frau Kate

Wohin steuert die britische Monarchie?

Dass die Queen und ihre Familie jedes Jahr viel Geld kosten, scheint die Briten dabei wenig zu stören. Auf umgerechnet über 90 Millionen Euro belief sich das Budget des britischen Königshauses 2020. Ein Großteil davon wurde über Steuergelder finanziert. 

(Erstveröffentlichung: 2009. Letzte Aktualisierung: 06.05.2021)

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