Die Queen und die Politik

Gruppenbild der königlichen Familie zum 90. Geburtstag von Queen Elisabeth

Britisches Königshaus

Die Queen und die Politik

Von Christiane Tovar

Die Queen ist für die Briten vor allem eine Institution: Politisch hat sie – zumindest offiziell – keine Macht. Schon seit 1688 gibt es in England eine konstitutionelle Monarchie, und bereits die Magna Charta hatte 1215 die Macht des Königs beschränkt.

Von Herrschern zu Repräsentanten

Die Queen ist das britische Staatsoberhaupt. Doch in der Praxis hat sie wenig politische Macht. Im Gegensatz zu ihren Vorfahren, die noch über ein ganzes Weltreich herrschten.

Doch seit 1688 ist England eine konstitutionelle Monarchie, das heißt, die Rechte der Monarchen sind von der Verfassung eingeschränkt. Die politische Macht hat das demokratisch gewählte Parlament.

Trotzdem ist der Einfluss Queen Elizabeths nicht zu unterschätzen. Sie wird vom Kabinett regelmäßig über die tagespolitischen Ereignisse informiert. Das ist kein Pflichttermin, sondern echtes Interesse. Das bestätigten fast alle Premierminister, die zu Elizabeths Zeit amtierten.

Neben den regelmäßigen Treffen mit dem jeweiligen Regierungschef empfängt die Queen außerdem hohe Beamte und Staatsgäste und ernennt – auf Rat des Premierministers – Mitglieder des Kabinetts.

Buckingham Palace

Der Buckingham-Palast – hier arbeitet die Queen

Zumindest theoretisch könnte die Königin auch Premierminister entlassen oder Bischöfe und Richter einsetzen, doch praktisch würde sie so etwas nicht tun. Letzteres übernimmt in der Regel der Premier- beziehungsweise der Justizminister.

Zur Hauptaufgabe der Queen gehört das Repräsentieren. Die Königin und ihre Familie weihen zum Beispiel Kindergärten und Schulen ein, besuchen Krankenhäuser und andere öffentliche Einrichtungen.

Immer auf Tour

Die Queen ist nicht nur das Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs. Sie ist auch Oberhaupt des Commonwealth, einer Staatenverbindung, zu der sich ehemalige britische Kolonien zusammengeschlossen haben.

Doch auch hier ändern sich die Zeiten. Es ist wahrscheinlich, dass Elizabeth II. in einigen Ländern des Commonwealth das letzte königliche Staatsoberhaupt sein wird.

Elisabeth II. bei einem Staatsbesuch 2007 in den USA mit Präsident George W. Bush

Staatsbesuche gehören zum Programm

Dann würde zum Beispiel in Australien aus der konstitutionellen Monarchie eine Republik. Fest steht, dass der Queen die Beziehungen zu den ehemaligen britischen Kolonien sehr wichtig sind. Fast alle Länder der Staatengemeinschaft hat Elizabeth II. besucht, und zu vielen Staatschefs pflegt sie gute Kontakte.

Die Zukunft der Monarchie

Wenn es darum geht, ob die Monarchie fortbestehen soll, scheiden sich die Geister. Doch es spricht einiges dafür. Zum Beispiel die Tatsache, dass die Monarchie für die Briten ein Zeichen von Kontinuität ist, und das ist gerade in Krisenzeiten nicht zu unterschätzen.

Das ist wohl auch der Grund dafür, dass die Skandale des britischen Königshauses sich immer nur zeitweise negativ auf die Beliebtheit der Royals auswirken und die meisten "Untertanen" ihrer Königin gegenüber absolut loyal sind.

Mehr als drei Viertel geben regelmäßig bei Umfragen an, dass sie die Monarchie einer Republik vorziehen.

Queen Elizabeth mit ihren Enkeln Harry und William sowie dessen Frau Kate

Wohin steuert die britische Monarchie?

Dass die Queen und ihre Familie jedes Jahr viel Geld kosten, scheint die Briten dabei wenig zu stören. 2016 waren das – nur für den Unterhalt der Royals – umgerechnet 49 Millionen Euro.

Stand: 12.12.2017, 09:39

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