Die Seidenstraße

Karamelkarawane in einer chinesischen Wüste

Archäologie in China

Die Seidenstraße

Sie ist die wohl bekannteste und älteste Handelsroute der Welt: die Seidenstraße. Der venezianische Händler Marco Polo (1254-1324) reiste auf ihr nach China. Doch schon lange vor seiner Zeit gab es diesen Karawanenweg, der China mit Europa verband.

Bereits die Kaiser der Han-Zeit (206 vor Christus bis 220 nach Christus) befahlen einzelnen Soldaten, entlang des Handelsweges in der Taklamakan-Wüste zu siedeln, um Reisende vor Gefahren zu schützen.

Aus diesen Militärposten entwickelten sich bedeutende Handelsstationen und lebhafte Städte. Schon zu Beginn unserer Zeitrechnung war modebewussten Römerinnen chinesische Seide ein Begriff und sie warteten sehnsüchtig auf die Händler aus dem Fernen Osten. Aber nicht nur Waren wie Seide, Porzellan und Gewürze wurden entlang dieser Straße gehandelt.

Es fand auch ein reger Austausch kultureller und geistiger Güter statt. Viele Reisende kehrten mit neuen Liedern, Geschichten und wissenschaftlichen Erkenntnissen in ihre Heimat zurück. Das Wissen zur Herstellung von Schwarzpulver und Papier gelangte auf diese Weise in den Westen.

Den bedeutendsten Einfluss auf das chinesische Geistesleben hatte der Buddhismus. Die Religion, die ihre Wurzeln ursprünglich in Indien hat, trat von Nordpakistan aus ihren Siegeszug nach Osten an. Auch das Christentum und der Islam konnten sich über die Seidenstraße in Richtung China ausbreiten.

Buddhastatue aus Stein mit eiiner erhobenen rechten Hand

Der Buddhismus verbreitete sich über die Seidenstraße

Den Verlauf der Straße hat man bereits erforscht. Ins Blickfeld der neuen archäologischen Untersuchungen rücken nun die Ruinen und Höhlen entlang des Handelsweges. Wertvolle Funde geben darüber Auskunft, wie die Menschen damals wohl ausgesehen haben und was sie auf ihren Reisen mit sich führten.

Welche Kleidung trugen sie, welchen Schmuck? Die Archäologen müssen nur tief genug graben, um Hinweise auf diese Fragen zu finden.

In dem trockenen Klima haben viele Fundstücke die Zeit fast unbeschadet überdauert. Es handelt sich hierbei um einfache Gebrauchsgegenstände oder auch um teure Kostbarkeiten, die manch einem Reisenden bei dem beschwerlichen Weg über die Seidenstraße aus der Tasche gefallen sind.

 Ruinen einer alten Klosterstadt an der Seidenstraße

Die Ruinen einer alten Klosterstadt an der Seidenstraße

Autorin: Marietta Arellano

Stand: 08.11.2018, 14:42

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