Mauern

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Von China bis Berlin

Pärchen spaziert an der Berliner Mauer entlang.

Die meisten Mauern sollten Herrschaftsgebiete abgrenzen und das Fremde fernhalten, vor dem man aus verschiedenen Gründen Angst hatte. Die Berliner Mauer wurde dagegen von der DDR-Regierung gebaut, um die Menschen daran zu hindern, das eigene Staatsgebiet zu verlassen. Ein Grund, den man sonst nur noch bei der Mauer findet, mit der sich Nordkorea von Südkorea abschottet.

Die meisten Mauern sollten Herrschaftsgebiete abgrenzen und das Fremde fernhalten, vor dem man aus verschiedenen Gründen Angst hatte. Die Berliner Mauer wurde dagegen von der DDR-Regierung gebaut, um die Menschen daran zu hindern, das eigene Staatsgebiet zu verlassen. Ein Grund, den man sonst nur noch bei der Mauer findet, mit der sich Nordkorea von Südkorea abschottet.

Die ältesten heute bekannten Mauern wurden Ende des 3. Jahrtausends vor Christus im vorderen Orient zwischen Euphrat und Tigris und im heutigen Syrien erbaut. Obwohl deutlich jünger, hat auch der Hadrianswall schon etliche Jahre auf dem Buckel. Die römischen Grenzbefestigungen verliefen nahe der heutigen Grenze zwischen Schottland und England und wurden ab 122 nach Christus im Auftrag des Kaisers Hadrian errichtet.

Die berühmte Chinesische Mauer wurde vom 7. Jahrhundert vor Christus bis zum 17. Jahrhundert nach Christus gebaut und besteht nicht aus einem zusammenhängenden Stück, sondern aus vielen kleineren Mauern. Die Mauer diente bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts dazu, das chinesische Reich vor Angriffen von Nomadenvölkern aus dem Norden zu schützen. Insgesamt ist die Chinesische Mauer mehr als 6000 Kilometer lang. Hinzu kommen noch natürliche Barrieren wie Flüsse und Berge.

Mit seinen knapp 550 Kilometern Länge ist der obergermanisch-rätische Limes (lateinisch für Grenzwall) das größte Bodendenkmal Mitteleuropas und ein eindrucksvolles Beispiel römischer Besitzansprüche. Im Juli 2005 wurde der Schutzwall in die Liste des Weltkulturerbes der Unesco aufgenommen.

Schätzungen gehen davon aus, dass mittlerweile jeder achte US-Amerikaner in einer der gut 30.000 "gated communities" wohnt. Solche "umzäunten Gemeinden" gibt es mittlerweile auch in Deutschland. Die erste war die Arcadia-Wohnanlage in Potsdam. Ein Grund für das freiwillige Wohnen hinter Zäunen: das Bedürfnis nach Sicherheit.

Für Sicherheit sollen auch die Sperranlagen sorgen, die die israelische Regierung ab 2003 bauen ließ. Auf mehr als 700 Kilometern Länge sollen schwer gesicherte Zäune und Mauern Anschläge palästinensischer Attentäter in Israel verhindern. Die von Israel als "Terrorabwehrzaun" bezeichneten Anlagen riefen international zum Teil heftige Kritik hervor.

Bewegungsmelder, 140 Infrarotkameras, automatische Flugzeuge, 400 Stadionlampen: Um die illegale Einwanderung von mexikanischen Migranten in die USA zu verhindern, scheut die amerikanische Regierung keinen Aufwand. Inzwischen hat sich eine regelrechte Grenzsicherungs-Industrie entwickelt. Unternehmen reißen sich um Aufträge zum Bau, zur Instandhaltung und Überwachung der Grenze zwischen den USA und Mexiko.

Die meisten Mauern trennen, doch einige verbinden auch, zum Beispiel die Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem. Sie führt gläubige Juden zum Gebet zusammen. Viele schreiben ihre Gebete und Bitten auf Zettel und stecken sie in Risse und Spalten der 48 Meter langen Mauer.

Der "Dingo Fence" oder "Dog Fence" verläuft von der Ostküste bei Brisbane im Bundesstaat Queensland bis nach Ceduna in South Australia. Der Zaun soll die Dingos, das sind australische Wildhunde, von den Schafsfarmen fernhalten. Mit mehr als 5000 Kilometern Länge ist der "Dingo Fence" der längste Zaun der Welt.

Diese Mauer wird "Green Monster" genannt. Sie ist Teil des Fenway Parks, des Heimstadions der US-amerikanischen Baseball-Mannschaft Boston Red Sox. Das "Monster" ist 11,3 Meter hoch und 73,2 Meter lang und war bereits Teil des Stadions, als dieses 1912 gebaut wurde. Inzwischen haben die Red Sox ein zweites grünes Monster – ihr Maskottchen Wally.

Die bunte John-Lennon-Wand steht in Prag gegenüber der französischen Botschaft. Kurz nach der Ermordung Lennons 1980 fand sich hier der erste Spruch. Viele weitere folgten, darunter zahlreiche, die das kommunistische Regime kritisierten. Und auch heute noch wird sie ständig neu bemalt, mit Bildern und Texten, die von Lennon und den Beatles inspiriert sind.

Stand: 28.05.2018, 14:00 Uhr

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