9. November

Adolf Hitler hält eine Rede

Die Berliner Mauer

9. November

Von Natalie Muntermann

Der "9. November" ist ein "deutsches" Datum geworden, denn mit ihm verbinden sich entscheidende Ereignisse der neueren deutschen Geschichte, sowohl positive wie negative. Noch heute sind sie immer wieder Thema historischer Forschung und emotionaler Auseinandersetzung.

9. November 1918: November-Revolution

Kaiser Wilhelm II. dankt ab, der SPD-Führer Philipp Scheidemann ruft aus einem Fenster des Berliner Reichstags die Republik aus. Die Weimarer Republik löst das Deutsche Kaiserreich ab und versucht unter schwierigsten Bedingungen, die Folgen des verlorenen Ersten Weltkrieges zu mildern.

Der Tag geht als positiver Umbruch in die Geschichte ein. Doch die Weimarer Republik wird nur gut 14 Jahre Bestand haben, ehe sie von den Nationalsozialisten zerstört wird.

Philipp Scheidemann hält eine Rede an einem offenen Fenster.

Philipp Scheidemann verkündet den Beginn einer neuen Zeit

9. November 1923: Hitler-Putsch

Am 9. November 1923 versucht Adolf Hitler von Bayern aus die Reichsregierung in Berlin und damit die Weimarer Demokratie zu stürzen. Vergeblich – der Hitler-Putsch schlägt fehl. Es dauert noch gut zehn Jahre, ehe die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kommen.

9. November 1938: Reichspogromnacht

In der Nacht zum 10. November 1938 stecken die Nazis in ganz Deutschland Synagogen in Brand, demolieren jüdische Geschäfte und Wohnungen und verprügeln und ermorden jüdische Menschen. Die "Reichspogromnacht" gilt als eine der dunkelsten Stunden deutscher Geschichte.

Die Synagoge von Eberswalde steht in in Flammen.

Am 9. November 1938 brennen Synagogen in Deutschland

9. November 1989: Fall der Mauer

Der 9. November symbolisiert die Freiheitshoffnungen der Deutschen, aber auch die Verbrechen der Nazis im Dritten Reich. 1989 markiert er einen weiteren Wendepunkt in der deutschen Geschichte:

Günter Schabowski, Sekretär des Zentralkomitees für Öffentlichkeit, hält am 9. November 1989 eine Pressekonferenz aus Anlass der Unruhen und Fluchtbewegungen aus der DDR. Um 18:57 Uhr teilt er den verblüfften Journalisten fast beiläufig mit, dass alle DDR-Grenzen zur Bundesrepublik und nach Westberlin geöffnet würden. Das ist eine ungeheure Sensation. Nicht einmal die Grenztruppen wissen Bescheid.

Die Nachricht verbreitet sich rasend schnell, noch in derselben Nacht stürmen Hunderttausende über die Grenze. Die Soldaten sind von dem Ansturm völlig überrumpelt und wissen nicht, wie sie reagieren sollen. 28 Jahre nach dem Mauerbau feiern die wiedervereinten Berliner das größte Volksfest in der Geschichte der Stadt. Die Mauer ist gefallen.

Berliner Mauer 10.11.1989

Der Fall der Mauer bleibt unvergesslich

Stand: 20.09.2019, 12:15

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