Fluchtwege nach Europa

Flüchtlinge

Fluchtwege nach Europa

Das Mittelmeer gilt als eine der meistbefahrenen Routen der Welt. Kein anderes Gewässer wird derart lückenlos überwacht. Dennoch sinken mittendrin Boote, überladen mit Menschen, die auf eine bessere Zukunft in Europa hofften.

Übers Wasser – schnell, aber gefährlich

Täglich riskieren Tausende von Menschen ihr Leben, um in die Europäische Union einzureisen. Aus ihren Heimatländern sind sie vor Krieg geflohen, vor Vertreibung, Armut und Unterdrückung. Und die Zahl derer, die aus Krisengebieten fliehen und nach Europa wollen, steigt beständig an.

Viele Flüchtlinge entscheiden sich für den gefährlichen Wasserweg, gilt er doch als der schnellste Weg, um ohne Einreisegenehmigung nach Europa zu kommen.

Weil es keine legalen Zuwanderungsmöglichkeiten gibt,  sind sie häufig auf teilweise skrupellose Schleuser angewiesen, die ihre "Kunden" mitunter in seeuntauglichen oder überladenen Schiffen transportieren. Im Wesentlichen gibt es vier Hauptrouten, um die Flüchtlinge übers Wasser nach Europa zu bringen.

Flüchtlinge geraten in Kontakt mit Grenzpolizisten.

Nichts hält die Menschen mehr in ihrem Heimatland

Spanien und Italien

Die westliche Route übers Mittelmeer führt von Marokko aus auf das spanische Festland. Die meisten dieser Flüchtlinge kommen aus Algerien, aus Kamerun oder aus Mali. Ein klarer Vorteil dieser Route ist die geringe Entfernung zum europäischen Festland.

Die Mehrzahl der Flüchtlinge nutzt jedoch die zentrale Mittelmeerroute. Diese führt von Libyen oder von Tunesien aus nach Italien. Die meisten Flüchtlinge, die diese Route benutzen, kommen ursprünglich aus den Bürgerkriegsländern Syrien und Eritrea oder aus Somalia.

Zahlreiche Flüchtlinge stranden zunächst auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa. Aufgrund ihrer Lage gilt die kleine Mittelmeerinsel als der südlichste Zipfel Europas. Sie liegt genau zwischen Tunesien und Sizilien. Die Insel ist ein erstes Anlaufziel für Flüchtlinge, da die Entfernung zu Tunesien nur rund 140 Kilometer beträgt.

Doch Lampedusa steht inzwischen auch als Symbol für eine verfehlte EU-Flüchtlingspolitik. Für den Tod von unzähligen Menschen, für deren Schicksal sich offenbar niemand wirklich zuständig fühlt.

Eine Gruppe von Flüchtlingen läuft auf einer Straße.

In Lampedusa stranden viele Flüchtlinge

Beschwerliche Ausweichrouten

Es gibt noch einen weiteren Fluchtweg über das Mittelmeer: die sogenannte östliche Route. Diese führt über die Türkei nach Griechenland. Seit Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien Anfang 2011 versuchen viele Menschen über diesen Weg in die Europäische Union zu gelangen. Besonders von Syrern, Afghanen und Somaliern wird diese Fluchtroute genutzt.

Die gefährlichste aller Fluchtrouten über das Meer ist hingegen die westafrikanische Route. Denn der Atlantik ist unruhiger und damit risikoreicher als das Mittelmeer. Viele Flüchtlinge aus Westafrika nehmen den Weg auf die Kanaren, um von dort aus aufs spanische Festland zu gelangen.

Autorin: Alicia Rust

Stand: 23.08.2017, 10:46

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