Fünf Jahre in 30 Tagen

Fünf Jahre in 30 Tagen

Hier kommt Alex – die Audiogalerie zur Südamerikareise von Alexander von Humboldt

1799: Seit Jahren plant der Bergbauexperte und Wissenschaftler Alexander von Humboldt eine große wissenschaftliche Reise außerhalb Europas.

1799: Seit Jahren plant der Bergbauexperte und Wissenschaftler Alexander von Humboldt eine große wissenschaftliche Reise außerhalb Europas.

Frühjahr 1799, Spanien: Alexander von Humboldt hat es beinahe geschafft. Seine Reisegefährten und er stehen kurz davor, Plätze auf einem der spanischen Schiffe zu bekommen, die nach Übersee in die Kolonien segeln.

Anfang Juni 1799, La Coruna, Spanien: Alexander von Humboldt sticht endlich in See und beginnt seine epochale Reise.

Ende Juni 1799: Alexander von Humboldt erreicht Teneriffa, glücklich endlich in den Tropen zu sein. Er besteigt den Vulkan Pico del Teide und  dokumentiert detailliert die Vegetationszonen.

Mitte Juli 1799, Cumaná. 41 Tage nach der Abreise in Spanien, taucht am Horizont die Küste Neu-Andalusiens auf, das heutige Venezuela.

1799, Neu-Andalusien, heute Venezuela. Alexander von Humboldt ist beeindruckt von der Neuen Welt, von der Natur und von den Menschen. Sein ganzes restliches Leben wird er diese Eindrücke auswerten und veröffentlichen. Darunter auch die Gefühle, die er hat, als er in der Hauptstadt Cumaná zum ersten Mal einen echten Sklavenmarkt sieht. Er ist entsetzt.

1799, Neu-Andalusien, heute Venezuela: Alexander von Humboldt ist in der Neuen Welt angekommen. Als erster ausländischer Wissenschaftler darf er das spanische Kolonialreich frei bereisen. Humboldt ist fasziniert von der Natur und den Menschen, gleichzeitig entsetzt über das Verhalten seiner Landsleute.

Herbst 1799, Neu-Andalusien, heute Venezuela. Alexander von Humboldt bereitet seine erste große Expedition in den Dschungel vor. 

November 1799: Seit vier Monaten hält sich Alexander von Humboldt in Neu-Andalusien auf, dem heutigen Venezuela. Im Gegensatz zu den meisten Europäern, die in den spanischen Kolonien leben, verträgt Humboldt das Klima gut. Er blüht darin geradezu auf!

Um 1800 als Alexander von Humboldt sich auf seiner Forschungsreise befindet, reicht das spanische Kolonialreich rund um den Globus. In den Jahrhunderten davor hatten sich die Eroberer aus Spanien, die sogenannten Konquistadoren, die Länder und ihre Bevölkerung brutal unterworfen.

Im Spätherbst 1799 bereitet sich Alexander von Humboldt auf seine erste große Dschungelexpedition vor. Noch wartet er mit seinen Begleitern das Ende der Regenzeit ab, unterbrochen von Bergtouren in der Region. Besonders beeindruckt ist Humboldt von den Kenntnissen der indigenen Bevölkerung, die er dabei trifft.

Anfang 1800, im Dschungel Neu-Andalusiens, heute Venezuela. Alexander von Humboldt und seine Begleiter sind seit Wochen auf Expedition. Sie befahren die Flüsse des Regenwaldes.

März 1800, Alexander von Humboldt und seine Begleiter sind im Dschungel des heutigen Venezuelas unterwegs. Die Piroge, ein ausgehöhlter Baumstamm mit dem sie durch die Wildnis fahren, ist, neben den Messinstrumenten, auch voll mit Proviant beladen.

April 1800, Humboldt und seine Gefährten sind auf dem zweitlängsten Fluss Südamerikas unterwegs: dem Orinoco. Mit seinen Begleitern dringt er als erster Wissenschaftler in bisher unbekannte Gebiete vor.

Kolumbien 1801. Nach der kräftezehrenden aber erfolgreichen Expedition auf dem Orinoco und einem Zwischenstopp in Kuba startet Alexander von Humboldt mit seinen Begleitern die zweite große Expedition. Ihr Ruf eilt ihnen voraus. Als sie die kolumbianische Hauptstadt Bogotá erreichen, werden sie fürstlich empfangen.

Humboldts Expeditionsteam hält sich mittlerweile in den Anden des heutigen Ecuadors auf.Neben dem französischen Naturforscher Aimé Bonpland gesellt sich in Quito ein drittes ständiges Mitglied zur Expeditionsgruppe dazu. Carlos Muntúfar, ein junger adliger Soldat kreolischer Abstammung. Gemeinsam wollen sie mehrere Vulkane wie den Antisana und den Pichincha besteigen.

Juni 1802. Humboldts Expeditionsteam macht sich an die Besteigung des Chimborazo. Der Anden-Vulkan im heutigen Ecuador gilt zu seiner Zeit als der höchste Berg der Welt. Humboldt ist wild entschlossen den Gipfel zu erreichen.

Im Sommer 1802 versuchen sich Humboldt und seine Gefährten an der Besteigung des Chimborazo, dem damals höchsten bekannten Berg der Welt mit gut 6.260 Metern. Der Sauerstoffmangel lässt einen Teil des Expeditionsteams vorzeitig umkehren, Humboldt steigt alleine weiter hoch.

Oktober 1802, Peru – damals ebenfalls spanische Kolonie. Nach 18 Monaten neigt sich Humboldts Anden-Expedition langsam dem Ende zu. Die Taschen der Forscher sind prall gefüllt mit tausenden Aufzeichnungen, darunter auch eine ausführliche Skizze des Vulkans Chimborazo. Mit unzähligen Daten, Vergleichen und Informationen. Später wird er sie zu seinem berühmten "Tableau Physique" ausarbeiten.

Spätherbst 1802, Lima. Humboldts Reisegruppe ist in der peruanischen Hauptstadt des Vizekönigreichs Peru angekommen. Nach der anstrengenden Anden-Expedition erholen sich Humboldt und seine Gefährten in der Stadt. Zeit um das Erlebte und Gesehene zu verarbeiten.

Mexiko 1803. Nachdem Humboldt Lima verlassen hat, reist er über Ecuador nach Mexiko-Stadt. Er ist begeistert von der Azteken-Kultur.

Anfang des Jahres 1804: Humboldt beschließt noch einmal nach Kuba zu reisen. In Havana befindet sich zu dieser Zeit ein wichtiger Militärhafen für die spanischen Kolonialisten. Auf den Zuckerrohrplantagen arbeiten afrikanische und einheimischen Sklaven.

Frühjahr 1804. Humboldt verlässt Kuba und macht sich auf den Weg nach Nordamerika. Sein Schiff gerät in einen Sturm. Er steht Todesängste durch. Doch seine Angst, einfach spurlos zu verschwinden mitsamt seinen Aufzeichnungen und somit der Nachwelt nichts zu hinterlassen, ist größer als die Angst vor dem Sterben.

In den USA angekommen, erreicht Humboldt eine hochrangige Einladung. Der amerikanische Präsident Thomas Jefferson lädt den deutschen Naturforscher zum Abendessen ein. Präsident Jefferson bewundert die wissenschaftlichen Leistungen Humboldts, doch die sind nicht der einzige Grund weswegen er ihn zu sich eingeladen hat.

Juni 1804. Nach fünf Wochen in den USA sticht Humboldt wieder in See. Das Ziel diesmal: zurück nach Hause, nach Europa. Über 40 Holzkisten werden an Bord geladen, gefüllt mit Pflanzenarten, Gesteinen, Mineralien und all den anderen Proben, die er während seiner Reise gesammelt hat. Es dauert Jahre, bis er die Ergebnisse seiner Südamerikareise sortieren und veröffentlichen wird. Sein ganzes Leben lang ist er damit beschäftigt.

Stand: 05.11.2019, 16:02 Uhr

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