Flugsaurier im Windkanal

Flugsaurier im Windkanal 03:48 Min. Verfügbar bis 30.12.2099

Dinosaurier

Flugsaurier im Windkanal

Von Ulrike Brandt-Bohne

Flugsaurier besaßen einzigartige Flugfähigkeiten. Ihre Flügelmembranen und der Flügelbau sorgten für aerodynamische Verhältnisse, die Urzeit-Forscher immer wieder in Erstaunen versetzten. Paläontologen versuchen die Geheimnisse der Flugsaurier zu entschlüsseln, um in der Zukunft die Flugeigenschaften moderner Flugzeuge zu verbessern.

Einer der besten Flieger: Rhamphorhynchus

Zu den besten Fliegern unter den Flugsauriern zählte "Rhamphorhynchus", ein Pterosaurier, der vor 120 Millionen Jahren lebte. Seine Flügel, wie auch die von anderen Flugsauriern, bestanden aus speziellen Flughäuten.

Vermutlich war Rhamphorhynchus dadurch in der Lage, knapp über der Wasseroberfläche zu fliegen und kleine Fische zu fangen. Voraussetzung dafür: herausragende Flugfähigkeiten – doch was bedeutete das?

Die genaue Form und Aufhängung der Flughaut war lange nur teilweise bekannt. Dies änderte sich durch einen sehr gut erhaltenen Fund eines Rhamphorhynchus. Er besaß nicht nur ein vollständig erhaltenes Skelett, erstmals waren auch die komplett erhaltenen Flügelmembranen zu sehen.

Eine Sensation, die wichtige Hinweise darüber lieferte, wie und wo die Membranen verspannt und aufgehängt waren.

Eine farbige Zeichnung eines fliegenden Rhamphorhynchus.

Ein begnadeter Flieger: der Rhamphorhynchus

Pterosaurier im Windkanal

Um herauszufinden, was die neuen Erkenntnisse für die Flugeigenschaften bedeuteten, untersuchte Professor Eberhard Frey vom Naturkundemuseum Karlsruhe ein Modell des Pterosauriers im Windkanal.

Im Fokus der Versuche: die Luftströmungen und Verwirbelungen, die sich an den Flügelkanten bilden, sowie die Kraft, die je nach Anstellwinkel der Flügel auf das Tier (beziehungsweise das Modell) einwirken. So können Rückschlüsse auf die Aerodynamik des Flugsauriers gezogen werden.

Das bisherige Bild des Flugsauriers musste nach dem Fund neu bewertet werden. Die Länge der Flugfinger und der Flügelhinterkante sowie die Beinstellung gestalteten sich anders als ursprünglich gedacht.

Die Membranaufhängung verlief zwischen den Vorder- und Hinterbeinen. Und zwischen den Hinterbeinen gab es eine Heckflügel-Membran, die wie eine Art Steuerklappe durch die Bewegung der Beine kontrolliert werden konnte.

Weiterführende Infos

Stand: 17.07.2019, 09:27

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