Wie fair ist das Schulsystem?

Grafik Deutschlandkarte Integrationskraft.

Schulgeschichte

Wie fair ist das Schulsystem?

Von Andrea Wieland

2001 schreckten die PISA-Ergebnisse zum deutschen Schulsystem die Öffentlichkeit auf. Was hat sich seit dem PISA-Schock verändert? Hier ein Überblick über die Entwicklungen im Bildungssystem.

Der Chancenspiegel betrachtet Entwicklungen im Schulsystem

Der Chancenspiegel, den die Bertelsmann-Stiftung von Schulforschern der Universitäten Dortmund und Jena erstellen lässt, betrachtet die Entwicklungen im Bildungssystem. Erfreulich ist: Es gibt immer weniger Jugendliche ohne Schulabschluss, der Anteil der Abiturienten steigt, und die Schüler schneiden bei internationalen Leistungsvergleichen wieder besser ab.

Aber die Studie aus dem Jahr 2014 zeigt auch Mängel wie fehlende Entwicklungs- und Integrationsmöglichkeiten auf. Die Karte verdeutlicht: In Sachen Integration schneiden Bayern und Baden-Württemberg schlecht ab. Mit Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stehen sie auf den letzten Plätzen.

Wer demnach aus wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen stammt oder Migrationshintergrund mitbringt und nicht aus einem akademisch geprägten Haushalt kommt, hat weiterhin schlechte Karten einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen. Die mangelnde Chancengerechtigkeit ist demnach immer noch Realität in Deutschland.

Eine abschließende Antwort auf die Frage nach dem schlechten Abschneiden von Baden-Württemberg und Bayern haben die Forscher nicht. In der Studie werden jedoch zwei mögliche Ursachen benannt.

Erstens: das Schulangebot am Wohnort beeinflusst das Schulverhalten. Vor allem bildungsferne Familien entscheiden sich für das Schulangebot, das bereits vor Ort existiert.

Zweitens nennen die Studienmacher das "soziale Profil der einzelnen Regionen" als möglichen Grund. Mit anderen Worten: Je höher das Durchschnittseinkommen und das Bildungsniveau in einer Region sind, desto besser sind auch die Bildungschancen der Kinder.

Mosaik der Lebensplanung

Früher sah der Berufsweg häufig so aus: Nach Schule und Ausbildung folgte die Berufstätigkeit in einem Unternehmen. Und das meist bis zur Rente. Heute sind die Lebenswege vielfältig: Schule und Ausbildung sind geblieben. Danach kann eine Phase der Post-Adoleszenz stehen, das heißt: Zuhause wohnen und Geld verdienen, ein Auslandsjahr oder der Karrierestart.

Grafik: Vergleich Lebensplanung von früher und heute.

Die Möglichkeiten sind vielfältig, der Druck den Anschluss nicht zu verlieren ist hoch. Sich nur einmal ausbilden lassen, reicht vielen heute nicht mehr. Die Berufswege sind dadurch in verschiedene Stationen aufgeteilt. 

Auch so genannte Multigraphien, also mehrere Berufe im Laufe der Zeit, sind keine Seltenheit mehr. Wie ein Mosaik stellen sich Arbeitnehmer heute ihren Lebenslauf zusammen.

Zudem löst die Lebensplanung immer mehr die Karriereplanung ab: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten, das sind die Themen der jüngeren Generation.

Stand: 18.01.2018, 12:00

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