Übergewicht – wann wird es gefährlich?

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Übergewicht – wann wird es gefährlich?

Von Beate Beheim-Schwarzbach

Immer mehr Menschen leiden an Übergewicht. Während die Zahl derjenigen mit Normalgewicht kleiner wird, nimmt die Zahl der Menschen mit schwerem, krankhaften Übergewicht seit Jahren zu.

Laut Statistischem Bundesamt gibt es folgende Entwicklungen: Immer weniger Menschen halten ein Normalgewicht, immer mehr leiden an krankhaftem Übergewicht und die Zahl derjenigen mit unbedenklichem Übergewicht bleibt konstant. Aber welches Gewicht ist normal, was ist noch unbedenklich und wann wird es medizinisch gefährlich? Eine Richtlinie kann der Body-Maß-Index (BMI) sein.

Auch wenn nicht bei jedem Patienten der Body-Maß-Index (BMI) als Richtschnur herangezogen werden kann, weil beispielsweise muskulöse Menschen, die viel Krafttraining machen, durch ihre Muskelmasse auch entsprechend Gewicht auf die Waage bringen können, entscheiden mittlerweile doch die meisten Mediziner an Hand des BMIs, ob jemand Übergewicht hat oder nicht. Der BMI berechnet sich nach Körpergewicht (Kilogramm) dividiert durch Körpergröße (Meter) im Quadrat.

Beispiel-Berechnung des BMI:

Gewicht: 83 kg

Größe: 1,88 m

BMI = 83 kg : (1,88m x 1,88m) = 23,48 kg/m²

→ BMI 23,5

Die Leitlinie der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAAG) unterteilt:

Personen mit Normalgewicht: BMI zwischen 18,5 und 24,9

Übergewichtige: BMI zwischen 25 und 29,9

Adipositas: BMI ≥ 30

Auf die Fettverteilung kommt es an

Wichtig aus medizinischer Sicht ist auch die Fettverteilung, denn besonders nachteilig wirkt sich das Fett im Oberbauchraum und an den inneren Organen (viszerales Fett) aus, denn das kann den Stoffwechsel von Fetten und Kohlenhydraten beeinflussen, so dass zum Beispiel Diabetes entsteht. Außerdem kann sich dieses viszerale Fett negativ auf das Immunsystem auswirken, was zu chronischen Entzündungsreaktionen führen kann, die Tumorerkrankungen begünstigen.

Achtung:

Ein deutlich erhöhtes Risiko für eine ungünstige bzw. gefährliche Verteilung des Körperfetts haben Frauen mit einem Taillenumfang über 88 cm und Männer über 102 cm.

Adipositas: krankhaftes Übergewicht

Wer Adipositas hat, belastet seine Organe und Organsysteme. Darüber hinaus haben Betroffene ein hohes Risiko für Typ-2-Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen. Sie riskieren, ausgeprägte Rückenprobleme zu bekommen, Gelenkstörungen und eine Fettleber. Das gilt auch für adipöse Kinder und Jugendliche, deren Anzahl in den letzten 20 Jahren gestiegen ist.

Das metabolische Syndrom (MS)

Weltweit gibt es für das MS verschiedene Definitionen. International gebräuchlich sind vor allem folgende Risikofaktoren:

Taillenumfang

Männer ≥ 94 bzw. > 102 cm, Frauen ≥ 80 bzw. > 88 cm

Triglyceride (Blutfette)

≥ 150 mg/dl

HDL-Cholesterin

Männer < 40 mg/dl, Frauen < 50 mg/dl

Blutdruck

≥ 130/85 mmHg

Nüchternblutzucker

≥ 100 mg/dL

Übergewicht kostet viel Geld

Laut Deutscher Adipositas Gesellschaft sind Übergewicht und Adipositas mit hohen gesellschaftlichen Kosten verbunden. Die jährlichen Ausgaben für die Behandlung von Folgeerkrankungen liegen in einer Höhe von circa 15 Milliarden Euro. Dazu kommen Kosten für die Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit beziehungsweise vorzeitiger Erwerbsunfähigkeit.

Stand: 20.05.2019, 12:00

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