Wissensfragen

Graphisches Modell des HI-Virus.

Aids

Wissensfragen

Von Sine Maier-Bode und Wiebke Ziegler

Was ist Aids und seit wann gibt es das HI-Virus?

Aids ist die Abkürzung des englischen Begriffs Acquired Immune Deficiency Syndrome (erworbenes Immunschwäche-Syndrom) und bezeichnet eine Immunschwächekrankheit, die verschiedene Symptome zeigt. Aidskranke bekommen Krankheiten, die das Immunsystem gesunder Menschen normalerweise abschmettert: etwa bestimmte Krebsarten oder schwere Lungenentzündungen.

Ursache für Aids ist eine Infektion mit dem HI-Virus (Humanes Immundefizienz Virus). Aber nicht jeder HIV-Infizierte hat auch Krankheitssymptome. Meist dauert es mehrere Jahre, bis die Krankheit ausbricht. Erst in diesem Stadium spricht man in der Regel von Aids.

Offiziell ist man allerdings dazu übergegangen auf den Namen Aids zu verzichten, da er in der Gesellschaft immer noch mit vielen Vorurteilen beladen ist. Stattdessen spricht man von HIV-Patienten in verschiedenen Stadien.

Entdeckt wurde das Virus 1983/84, kurz nachdem die ersten Fälle von Aids diagnostiziert worden waren. Da bis zum Ausbruch von Erkrankungen, die auf Aids zurückzuführen sind, oft mehrere Jahre vergehen, muss das Virus aber schon früher existiert haben.

Heute terminieren Wissenschaftler das erste Auftreten des Virus auf die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts. Sie vermuten, dass eine Übertragung des Simian Immunodeficiency-Virus (SIV) von Schimpansen und anderen Affenarten auf den Menschen stattgefunden hat, weil einige das Affenfleisch aßen. Im Menschen entwickelte sich das SI-Virus zum HI-Virus.

Gibt es ein Heilmittel gegen AIDS?

Nach wie vor gibt es kein Heilmittel gegen Aids. Allerdings hat die Wissenschaft in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. So gibt es inzwischen eine Reihe von Medikamenten, die den Ausbruch von Aids über viele Jahre hinauszögern können.

Dank moderner Therapiemethoden kann die Immunschwäche der Patienten durchaus wieder behoben werden, sodass genug Abwehrkräfte vorhanden sind, mögliche Infektionen abzuwehren. Voraussetzung für ein Gelingen der Therapie ist allerdings eine regelmäßige Einnahme der Medikamente.

Ein Virologe analysiert im Institut für Virologie und Immunologie in Marburg Viren in einer Nährlösung.

Impfstoff-Forschung

Auch ein Impfstoff ist bis heute noch nicht gefunden worden. Dennoch wird an mehreren Orten der Welt weiterhin daran geforscht. Das Problem: Die Erreger verändern sich bereits kurz nach der Infektion, sodass nach einiger Zeit viele genetisch verschiedene Varianten des Erregers im Blut zu finden sind.

2011 gelang es einer Gruppe Mediziner vom California Institute of Technology Mäuse gegen das HI-Virus zu impfen. Den Mäusen wurde die genetische Information eines Antikörpers in die Muskeln gespritzt. Daraufhin produzierten die Nager den Antikörper selbst und waren so gegen das Virus geschützt.

Das Immunsystem der Mäuse war im Vorfeld so modifiziert worden, dass es wie das des Menschen funktionierte.

Auch andere Forschergruppen, etwa an der amerikanischen Duke University, versuchen, modifizierte Antikörpern gegen HI-Viren zum Einsatz zu bringen. Eine Impfung ist aber nach wie vor nicht in Sicht.

Weiterführende Infos

Stand: 01.12.2016, 10:00

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