Ebola

Krankheiten

Ebola

1976 bestimmten Ebola-Viren zum ersten Mal die Schlagzeilen. In 55 Dörfern am kongolesischen Fluss "Ebola" erkrankten 318 Menschen am Ebola-Fieber, 280 von ihnen starben. In den folgenden Jahren gab es immer wieder lokal begrenzte Ebola-Ausbrüche mit drastischen Folgen für die Betroffenen, doch an eine weltweite Bedrohung durch Ebola-Viren glaubte lange Zeit niemand. Ebola-Fälle gab es in der Regel nur in weit abgelegenen und praktisch isolierten Gegenden Zentralafrikas.

Ebola-Ausbruch in Guinea

Person in Schutzanzug

Behandlung von Ebola-Patienten nur im Schutzanzug

Alles begann vermutlich im Dezember 2013 in Guinea. Ein zweijähriges Kind erkrankte an Fieber und starb wenige Tage später. In Folge erkrankten auch Angehörige, Mitglieder des Pflegepersonals und Gäste der Trauerfeier. Dass es sich um eine Ebola-Infektion handelte, ahnte damals noch niemand. Dieses als "Patient Zero" bezeichnete Kind war das erste Opfer einer Epidemie, die Tausende Todesopfer forderte. Da Ebola noch nie zuvor in dieser Region Afrikas aufgetreten war, wurde die Krankheit nicht erkannt. Entsprechende Behandlungs- und Verhaltensmaßnahmen zur Eindämmung der Seuche wurden nicht getroffen und das Verhängnis nahm seinen Lauf.

Ebola-Epidemie - die Welt schaut zu!

Im Februar und März häuften sich die mysteriösen Krankheitsfälle in Guinea. Immer mehr Menschen starben. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" war bereits vor Ort und warnte vor einem Ebola-Ausbruch ungeheuren Ausmaßes. Spätestens als auch in den Nachbarländern Sierra Leone und Liberia Ebola-Fälle auftraten, hätte die Weltgesundheitsorganisation WHO aktiv werden müssen. Es ist Aufgabe der WHO, internationale medizinische Krisenfälle festzustellen. Die WHO sollte dann medizinische, logistische und finanzielle Hilfsmaßnahmen anbieten, einleiten und auch koordinieren. Doch die einzigen Helfer vor Ort waren lange Zeit nur Hilfsorganisationen wie "Ärzte ohne Grenzen". Sie konnten mit ihren begrenzten Möglichkeiten die außer Kontrolle geratene Situation nicht in den Griff bekommen.

Elektronenmikroskopisches Bild Ebolavirus

Elektronenmikroskopisches Bild Ebolavirus

Erst als nach einer Krisensitzung im Juli elf afrikanische Länder die Weltgemeinschaft um Hilfe baten, war die WHO gezwungen zu handeln. Am 08. August rief sie den Internationalen Gesundheitsnotstand aus. Doch es dauerte weitere zwei Monate, bis sie einen konkreten Notfallplan erstellt hatte. Viel zu spät, um die Epidemie noch eindämmen zu können.

Ebola versetzt die Welt in Panik

Aber auch die Länder der Welt hielten sich mit Hilfsmaßnahmen vornehm zurück. Erst als sich erste UN- und WHO-Beauftragte infizierten, auch Ärzte aus westlichen Ländern der Seuche zum Opfer fielen, kam es zu Reaktionen. Einige wenige Ebola-Erkrankte wurden ausgeflogen und behandelt - da es keine Impfstoffe oder Medikamente gegen Ebola gab, in der Not sogar mit Wirkstoffen ohne Zulassung. Mit mehr oder weniger großem Erfolg.

Als dann erste Ebola-Infizierte unentdeckt in die USA einreisten, sich in den USA und auch in Spanien weitere Personen mit Ebola infizierten, wurde auch der Weltöffentlichkeit bewusst: Ebola ist kein rein afrikanisches Problem. Panik breitete sich aus und Notfallmaßnahmen wurden auch öffentlich breit diskutiert.

Ebola-Übung

Ist Deutschland für Ebola gewappnet?

In Deutschland wurden einige Klinken auf Ebola-Notfälle vorbereitet. Insgesamt 50 Betten auf Isolierstationen mit höchstem Sicherheitsanspruch sollen ausreichen, um im Ernstfall die Seuche bei uns eindämmen zu können. Tatsächlich konnten einige eingeflogene Patienten bei uns auch geholfen werden. Grund zur Panik, so die deutschen Behörden, gibt es nicht.

Hätte die Krise verhindert werden können?

Es gab in den ersten Monaten des Jahres 2014 seitens der internationalen Hilfsorganisationen mehrere mahnende Stimmen, die versuchten den Ernst der Lage klarzumachen. Hätten die Regierungen der Welt - vor allem aber die WHO - eher zugehört, hätte die Epidemie wahrscheinlich nicht verhindert, aber sehr viel schneller eingedämmt werden können. Die Helfer vor Ort mussten lange mit katastrophalen Mangelzuständen zurechtkommen. Es fehlte an allem. Vor allem an fachkundigem, gut ausgebildetem Personal, an Behandlungszentren mit Isolierstationen, an ausreichend Betten, Schutzanzügen und auch an Geld. Schnelle internationale Unterstützung hätte Abhilfe schaffen und die rasante Ausbreitung stoppen können. Vor allem aber fehlte ein professionelles Krisenmanagement. Es bleibt zu hoffen, dass die WHO und auch die betroffenen afrikanischen Länder aus dieser Ebola-Epidemie die richtige Schlüsse ziehen und in Zukunft besser vorbereitet sein werden.

Wie kann man gegen Ebola vorgehen?

Der Verlauf dieser Ebola-Epidemie zeigte deutlich: Eine explosive Ausbreitung der tödlichen Viren ist nur zu verhindern, wenn man die Ansteckungsgefahr minimiert. Dazu gehört als erster Schritt die Erfassung und Isolierung der Infizierten. Ohne gutes Krisenmanagement, entsprechende Infrastruktur und Logistik ist das nicht möglich. Material und Hilfskräfte müssen schnell vor Ort zur Verfügung stehen. Und man muss Schnelltests zur sicheren Früherkennung infizierter Menschen entwickeln.

Die Aufklärung der Bevölkerung ist entscheidend. Kulturelle Rituale, wie zum Beispiel die Waschung der hoch infektiösen Toten, begünstigen die Verbreitung der Viren, auch traditionelle Verhaltensweisen erschweren die Aufklärungsarbeit. Nur wenn die Bevölkerung versteht, wie man sich mit Ebola infiziert, kann sie selbst entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Aufklärungsplakat über Ebola

Aufklärungsarbeit als Schlüssel

Auch wenn es bei dieser Epidemie noch keine spezifischen Behandlungsmöglichkeiten gab, so bietet die Forschung verschiedene vielversprechende Therapieansätze, die jetzt mit Nachdruck verfolgt und umgesetzt werden sollten. Dazu gehören insbesondere die Herstellung aktiver oder auch passiver Impfstoffe, eventuell auch antiviral wirkender Medikamente.

Autor/in: Dr. Ulrike Brandt-Bohne

Stand: 20.01.2015, 12:00

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