Ebola - Chronologie einer unterschätzten Epidemie

Ebola

Ebola - Chronologie einer unterschätzten Epidemie

Ein Ebola-Ausbruch, der im Dezember 2013 beginnt, gerät wenige Monate später völlig außer Kontrolle. Es gab schon viele Ebola-Ausbrücke, ab keiner ist mit diesem zu vergleichen. Diesmal breitete sich die Seuche über mehrere afrikanische Staaten aus, WHO und die Staaten der Welt schauten lange tatenlos zu.

02. Dezember 2013

Personen im Schutzanzug evakuieren infitiertes Kind

Ebola-Epidemie gerät außer Kontrolle

In Guinea erkrankt ein zweijähriges Kind an Ebola und stirbt wenige Tage später. Es steckt Familienangehörige, Mitglieder des Pflegepersonals und Gäste der Trauerfeier an, die das Virus in ihre eigenen Dörfer tragen.

06.März 2014

Ebola wird als Erreger des mysteriösen um sich greifenden Fiebers identifiziert. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ist zu diesem Zeitpunkt schon lange vor Ort und warnt die WHO und Seuchen-Experten in Europa vor einem Ebola-Ausbruch ungeahnten Ausmaßes. Die WHO spricht jedoch offiziell erst von einem Ebola-Ausbruch in Guinea. Im Nachbarland Liberia meldet das Gesundheitsministerium schon erste Fälle.

01. April 2014

Isolierzelt wird aufgebaut

Eine von vielen Isolierstationen

Immer noch warten und hoffen Hilfsorganisationen wie "Ärzte ohne Grenzen" vor Ort auf Unterstützung von der WHO oder der internationalen Staatengemeinschaft. Die WHO spielt die drohende Gefahr immer noch herunter, spricht offiziell nur von einer der größten Herausforderung seit der Entdeckung des Ebola-Virus. Sie gibt zu diesem Zeitpunkt aber keine Reisewarnungen heraus oder ergreift umfangreichere Maßnahmen zur Eindämmung der Seuche.

25. Mai 2014

Inzwischen gibt es auch in Sierra Leone die ersten Ebola-Erkrankungen. Ebola weitet sich auf mehrere afrikanische Staaten aus. Betroffen sind insbesondere Guinea, Liberia und Sierra Leone.

Juni 2014

"Ärzte ohne Grenzen" meldet, dass in den drei betroffenen Ländern in mehr als 60 Orten Ebola wütet und die Epidemie "komplett außer Kontrolle" geraten sei.

02. Juli 2014

Krisensitzung in Ghana: Elf afrikanische Staaten beraten über mögliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche und bitten die Welt um Hilfe.

27. Juli 2014

Ebola-Patient liegt im Krankenbett

Ebola weitet sich rasant aus

Auch Nigeria meldet den ersten Ebola-Fall. Ein Flugpassagier schleppte Ebola ein.

August 2014

Zwei amerikanische Helfer infizieren sich mit Ebola und werden Anfang August in die USA ausgeflogen und behandelt. Sie gehören zu den ersten Patienten, die das bisher noch nicht zugelassene Medikament "ZMapp" erhalten. Ein Impfstoff, der zuvor nur im Tierversuch erfolgreich getestet werden konnte.

08. August 2014

Vorsitzende der WHO Margaret Chan am Rednerpult

Die WHO ruft den Internationalen Gesundheitsnotstand aus

Die Zahl der gemeldeten Toten liegt längst im vierstelligen Bereich und man befürchtet eine noch höhere Dunkelziffer. Die adäquate Reaktion der WHO ist lange überfällig und endlich reagiert sie auch auf die Vorkommen in Afrika. Am 08. August ruft die WHO den Internationalen Gesundheitsnotstand aus.

27. August 2014

Der erste Ebola-Infizierte wird zur Behandlung nach Deutschland gebracht und überlebt nach wochenlanger medizinischer Behandlung auf einer Intensivstation. Wenige Tage später wird auch der erste Ebola-Fall in den USA gemeldet.

29. August 2014

Ebola-Opfer werden bestattet

Immer mehr Menschen fallen Ebola zum Opfer

Der erste Fall aus dem Senegal wird gemeldet. Die Gesamtzahl der bekannten Ebola-Fälle steigt auf 3000. Erst jetzt erstellt die WHO einen konkreten Notfallplan, die sogenannte "roadmap". Die WHO geht davon aus, dass eine halbe Million Dollar und mehr als zehntausend Helfer nötig sind, um die Epidemie einzudämmen.

16. September 2014

Die USA kündigen an, Soldaten und medizinische Hilfskräfte in die Krisenregion zu entsenden. Weltweit werden weitere Gelder für die Bekämpfung von Ebola bereitgestellt. Die Europäische Union und auch Deutschland wollen eine Luftbrücke in das Krisengebiet einrichten.

06. Oktober 2014

Die erste Ebola-Infizierung außerhalb von Afrika findet in Spanien statt. In Madrid steckt sich eine Krankenschwester mit Ebola an. Erstmals nimmt die Ebola-Bedrohung auch in Europa konkretere Formen an.

20.Oktober 2014

Ebola-Helfer zeigt anhand eines Plakats die Ebola-Symptome

Nigeria - Bevölkerungsaufklärung

Nigeria zeigt, wie effektives Krisenmanagement aussieht. Schnelle Isolierung der Betroffenen, Informierung der Bevölkerung über Ebola generell, Ansteckungsrisiken und sinnvolle Verhaltensregeln. Nigeria ist wieder Ebola-frei.

Auch im Senegal wird kurz darauf Entwarnung gegeben. Das Virus gelangt nun aber nach Mali und fordert dort weitere Opfer.

Dezember 2014

Die WHO gibt offizielle Zahlen bekannt: Sie spricht von zehntausend Infizierten weltweit. Experten sprechen aber von einer wesentlich höheren Dunkelziffer. Es ist mittlerweile unbestritten der größte Ebola-Ausbruch seit Entdeckung des Virus 1976.

Ende Dezember sind es laut WHO offiziell 7588 gemeldete Tote und knapp 20.000 Infizierte.

Positiv ist, dass die Zahlen der Neuinfizierten in Liberia und Guinea sinken. Auch in Sierra Leone, dem Land, das mit Abstand am schlimmsten von Ebola heimgesucht wurde, steigen die Zahlen im Dezember - ein Jahr nach Beginn der Epidemie - nicht mehr so drastisch an.

Januar 2015

Anfang Januar wird klar, dass die Überlebenden nicht nur an der Stigmatisierung durch die Erkrankung und an dem Verlust Ihrer Angehörigen leiden, sondern oft auch an den Folgen der Infektion selbst. Die Mediziner geben der in Folge der Ebola-Erkrankung auftretenden Schmerzen und Sehschwäche bereits einen Namen: Das "Post-Ebola Syndrom".

28. Januar 2015

Die Neuinfektionen sinken weiter und die WHO hofft, dass Phase II der Ebola Epidemie eintritt: Den Wechsel vom Kampf gegen die Ausbreitung hin zur Beendigung der Epidemie.

04. Februar 2015

Meldungen über erneut ansteigende Zahlen Infizierter in Sierra Leone, Guinea und Liberia lassen wieder Zweifel aufkommen, dass tatsächlich die Wende zum Positiven eingetreten ist.

Autor/in: Dr. Ulrike Brandt-Bohne

Stand: 05.02.2015, 12:00

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