Ebola-Fakten:

Ebola

Ebola-Fakten:

2014 erfasste die bisher größte Ebola-Epidemie mehrere afrikanische Staaten und forderte Tausende Todesopfer. Kleinere Ausbrüche, lokal begrenzte Ausbrüche gab es in Afrika schon seit 1976. Das Virus wurde damals in der Demokratischen Republik Kongo entdeckt und nach dem naheliegenden Fluss Ebola benannt.

Was ist Ebola?

Vergrößerung Ebolavirus

Ebolavirus

Ein großes Problem bei der Eindämmung einer Ebola-Epidemie ist immer noch die Unwissenheit der Bevölkerung. Viele wissen nicht, was Ebola ist und wie man sich im Umgang mit der Krankheit richtig verhält. Die Krankheit wird durch das Ebola-Virus ausgelöst und verläuft oft tödlich. Es ist eine Infektionskrankheit, die im Endstadium zu inneren Blutungen und Organversagen führt. Je nach Versorgung der Patienten überleben bisher selten mehr als 30 Prozent der Betroffenen die Infektion. Nur wenn das Immunsystem der Erkrankten es schafft, Antikörper gegen das Ebola-Virus zu entwickeln, besteht Hoffnung auf Heilung. Die Genesungs-Zahlen variieren stark, da das Virus sich durch Mutationen ständig verändert. So kommt es zu immer neuen Virus-Varianten mit teilweise unterschiedlichen Eigenschaften. Die genetischen Untersuchungen des aktuellen Virusstammes ergaben, dass es sich diesmal um eine sehr aggressive Virusvariante handelt, die den Namen "Zaire-Stamm" erhielt.

Wie steckt man sich an?

Der Mensch trägt normalerweise keine Ebola-Viren in sich. Die eigentlichen Ebola-Wirte sind bestimmte afrikanische Wildtiere wie zum Beispiel Flughunde oder Affen. In ihnen schlummert das Virus, ohne seine Träger zu schädigen. Flughunde können das Virus über ihren Kot, ihr Blut oder andere Körperflüssigkeiten auf den Menschen übertragen. So können sich nicht nur Jäger infizieren, sondern auch Verkäufer auf den afrikanischen Märkten, die das rohe Fleisch dort verarbeiten und anbieten. Sogar der Verzehr des Buschfleisches kann den Menschen zum Verhängnis werden, wenn das Fleisch nicht richtig gegart oder roh gegessen wird.

Flughund hängt überkopf an Baum

Flughunde: Wirte des Ebola-Virus

Von Mensch zu Mensch findet die Übertragung ebenfalls durch den Kontakt mit Blut, Exkrementen oder anderen Körperflüssigkeiten eines Erkrankten statt. Besonders infektiös sind oft die Leichen von Ebola-Infizierten. Ihre Körperflüssigkeiten enthalten in der Regel die höchsten Viruszahlen. Neuere Forschungsergebnisse zeigen auch, dass sogar bei Patienten, die eine Immunität entwickelt haben, noch einige Wochen lang Viren im Sperma vorhanden sind. An diesem Beispiel zeigt sich, wie wichtig Aufklärung ist. Infizierte sollten eine Zeitlang enthaltsam leben oder Kondome benutzen.

Welche Symptome treten auf?

Reisende werden am Flughafen auf Ebola untersucht

Reisende werden auf Ebola-Verdacht untersucht

Die ersten Anzeichen einer Ebola-Infektion ähneln denen einer Grippe oder Malaria. Daher ist Ebola anfänglich meist nicht eindeutig zu identifizieren. Nur ein Test kann hier die absolute Bestätigung liefern. Zu den Symptomen zählen Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein, Gliederschmerzen und später auch Erbrechen und Durchfall. Die Betroffenen fühlen sich sehr schnell müde und schlapp, wenn das Immunsystem den Kampf gegen die Virusinfektion aufnimmt. Der Krankheitsverlauf verschlimmert sich, wenn der Körper nicht ausreichend mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt wird, wenn keine Antibiotika gegen Sekundärinfektionen verabreicht werden können. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn die Viren auch Zellen der Blutbahnen zerstören, kommt es zu inneren Blutungen und in Folge auch zu totalem Organversagen. Letztendlich droht dann der Tod.

Wie kann man sich schützen?

Person in Schutzanzug

Behandlung von Ebola-Patienten nur im Schutzanzug

Die Inkubationszeit nach einer Infektion kann mehr als eine Woche betragen. Erst wenn die Symptome auftreten, ist ein Betroffener auch infektiös. Dann muss er sofort isoliert werden. Ebenso wie alle Mitmenschen, die mit ihm Kontakt hatten. Wer mit Ebola-Patienten in Kontakt treten muss, sollte darauf achten, dass er auf keinen Fall mit Körperflüssigkeiten des Kranken in Kontakt kommt. Das gilt auch für tote Ebola-Patienten. Behandelnde Ärzte oder Pfleger tragen beispielsweise spezielle Schutzkleidung. Sie wird nach Gebrauch entweder entsorgt oder sachgerecht desinfiziert. Hygiene ist generell äußerst wichtig. Es sind nur einfache Regeln und Hilfsmaßnahmen, mit denen man bisher versuchen muss, die Ausbreitung des Ebola-Virus einzudämmen. Denn erprobte und zugelassene Impfstoffe oder Medikamente gegen Ebola gibt es bisher nicht.

Autor/in: Dr. Ulrike Brandt-Bohne

Stand: 20.01.2015, 12:00

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