Wie ein Schlaganfall entsteht

Schlaganfall

Wie ein Schlaganfall entsteht

Ein Schlaganfall verläuft nicht immer gleich. Auch die Ursachen sind von Mensch zu Mensch verschieden. Familiäre Vorbelastung oder eine ungesunde Lebensweise können das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, drastisch erhöhen.

Wenn der Druck zu hoch wird

In der Regel werden drei Hauptursachen eines Schlaganfalls unterschieden.

In rund einem Fünftel aller Fälle entsteht ein Schlaganfall, wenn ein Blutgefäß im Gehirn platzt. Auslöser dafür kann unter anderem eine genetische Schwäche sein, wegen der ein Blutgefäß dem Druck des durchfließenden Blutes irgendwann nicht mehr standhalten kann.

Meist jedoch sind die Blutgefäße durch Arterienverkalkung vorgeschädigt, beziehungsweise nur noch schwer durchgängig. Kommt nun ein überhöhter Blutdruck hinzu, kann ein Gefäß reißen. Das Blut tritt entweder in das umliegende Hirngewebe ein oder es fließt zwischen Gehirn und Hirnhaut.

In beiden Fällen wird die Durchblutung eines Hirnareals unterbrochen und erste Ausfallerscheinungen treten auf. Hoher Blutdruck, ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung zählen zu den typischen Ursachen eines derartigen Schlaganfalls.

Ein Stopfen bildet sich

Bei den meisten Schlaganfällen (etwa 85 Prozent) platzt jedoch kein Blutgefäß, sondern es wird eines verstopft. Der Ursprung des verursachenden Stopfens aus Blutplättchen, Thrombus genannt, muss noch nicht einmal direkt im Gehirn sein.

Selbst im Herzen oder in den auf das Gehirn zuführenden Arterien können sich Blutpfropfen bilden, ablösen und ins Gehirn treiben. Dort verstopfen sie ein Gefäß und sorgen für einen Durchblutungsmangel.

Auch für diese Form des Schlaganfalles sind normalerweise eine ungesunde Lebensweise und die damit verbundenen Folgen die Ursache. Es bilden sich arteriosklerotische Ablagerungen aus Cholesterin, Blutzellen, Kalksalzen und Bindegewebe, die im Laufe der Zeit das Blutgefäß zunehmend verengen.

Die Gefahr, dass sich kleinere oder größere Teile dieser Ablagerungen lösen, steigt mit zunehmendem Alter und Schwere der Verkalkung. Die Vorbeugung gegen einen Schlaganfall muss daher bei der Arteriosklerose ansetzen.

Ein Gefäß verschließt sich

In speziellen Fällen bilden sich Gefäßverkalkungen in Blutgefäßen, die das Gehirn direkt versorgen. Diese können sich jederzeit schließen und für Durchblutungsprobleme sorgen. Werden warnende Symptome jedoch rechtzeitig erkannt, lässt sich oft medikamentös eingreifen, bevor es zu einem Schlaganfall kommen kann.

Notfall im Krankenhaus

Die Notfallbehandlung erfolgt zumeist durch blutdrucksenkende Mittel, Flüssigkeitszufuhr und Sauerstoffversorgung. Auch blutverdünnende Mittel oder Medikamente, die bestehende Blutgerinnsel auflösen, kommen zum Einsatz. Auf diese Weise soll die Durchblutung des Gehirns schnellstmöglich wieder hergestellt werden.

Nur in sehr schweren Fällen kommt es zu einer Operation. Die Voraussetzung für einen Eingriff ist jedoch, dass der Ursprungsort des Schlaganfalls erreichbar ist.

Im Krankenhaus muss zur Absicherung der Behandlung schnellstens festgestellt werden, ob es sich überhaupt um einen Schlaganfall handelt, und wenn ja, um welche Form. Dazu stehen den Neurologen mehrere Hilfsmittel zur Verfügung:

  • Mit einer Computertomographie-Röntgenaufnahme des Kopfes kann festgestellt werden, ob es sich um eine Blutung oder eine Verstopfung handelt.
  • Die Doppler-Sonographie (spezielle Form des Ultraschalls) hilft bei der Suche nach Durchblutungsstörungen.
  • Mithilfe des Elektrokardiogramms (EKG) wird nach möglichen Herzrhythmusstörungen gesucht.

Unter Verwendung dieser einleitenden Untersuchungen wird nach den Ursachen gesucht. Letztlich kann so der entstandene Schaden überprüft und der Weg der optimalen Behandlung festgelegt werden.

Noch im Krankenhaus beginnt die Rehabilitation. Je nach Schädigung des Gehirns werden unter Anleitung von Therapeuten Übungen durchgeführt, die die Leistungsfähigkeit erhalten beziehungsweise wieder herstellen sollen.

Ein Mann wird mit einem Computertomographen untersucht.

Das CT ermöglicht einen Blick ins Gehirn

Autor: Vladimir Rydl

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Stand: 18.04.2017, 13:38

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