Masthuhn – Freilandhuhn: ein Vergleich

Wie ein Masthuhn aufwächst 03:35 Min. Verfügbar bis 15.09.2021

Fleisch

Masthuhn – Freilandhuhn: ein Vergleich

Von Andreas Kegel

Innerhalb von vier bis sechs Wochen werden Masthühner auf das 50-fache ihres Geburtsgewichts gemästet. Das geht, weil bei den beliebtesten Zuchtlinien das Sättigungsgefühl der Tiere ausgeschaltet wurde. Wie wachsen Masthühner im Gegensatz zu Freilandhühnern auf?

Was ist ein Masthuhn?

Masthühner sind patentierte Hühner-Rassen, die speziell für die Mast gezüchtet wurden. Die Tiere wiegen bei der Geburt 40 Gramm und werden in vier bis sechs Wochen auf mehr als zwei Kilogramm gemästet. Dann sind sie schlachtreif.

Wie wächst es auf?

Masthühnchen werden nicht mehr auf dem Hühnerhof geboren, sondern zum Beispiel im "Chickmaster", einem Brutautomaten. Dort schlüpfen die Küken nach exakt 21 Tagen aus künstlich befruchteten und künstlich bebrüteten Eiern. Maschinen trennen die Küken von den Eierschalen.

Qualitätsprüfer kontrollieren die Tiere und sortieren kranke Küken aus. Gesunde Tiere werden verpackt und verladen. In der Regel kommen die Küken in Großstallungen mit rund 40.000 Tieren und werden in 35 Tagen auf ein vorgeschriebenes Schlachtgewicht gemästet.

Wie wachsen normale Hühner auf?

Das Sulmtaler Huhn ist kein Masthuhn, sondern eine alte Hühner-Rasse, die bei Feinschmeckern sehr beliebt ist. Es wird in 150 Tagen gezüchtet – und zwar in Freilandhaltung. Dabei müssen die Hühner mit Netzen vor Raubtieren geschützt werden und aufgrund der Keimbelastung regelmäßig umziehen.

Das Sulmtaler Huhn ist im Gegensatz zum Masthuhn ein sogenanntes Zweinutzungshuhn, das sowohl zum Eierlegen als auch zum Mästen genutzt wird. Das Fleisch der Tiere hat einen höheren Fettanteil und schmeckt deshalb stärker nach Huhn.

Wie verkraften Mast-Hühner die schnelle Mästung?

Damit das Skelett und das Herz-Kreislauf-System der Masthühner mitmacht, muss bei der Züchtung die Konstitution der Tiere gestärkt werden. Mehr Platz und Bewegung würden dafür sorgen, dass die hochgezüchtete Muskulatur besser durchblutet und das Herz-Kreislauf-System trainiert wird, was aber einen höheren Aufwand bedeutet und mehr Kosten.

Who is who bei der Hühner-Zucht

  • Hybridhuhn: Das sind Hühner, die speziell für die Massenproduktion gezüchtet wurden. Sie lassen sich besonders schnell mästen oder legen besonders viele Eier. Ein Beispiel: Das Hybridhuhn wandelt 1,6 Kilogramm Futter in 1 Kilogramm Fleisch um. Das Schwein muss für dasselbe Ergebnis 3 Kilogramm fressen, das Rind 8 Kilogramm.
  • Lohmann Braun: eine patentierte Masthuhn-Rasse.
  • Ross 308, Cobb 500: Masthühner heißen nicht mehr "Hugo" oder "Berta", sondern Cobb 500 oder Ross 308. Das sind patentierte Rassen, die speziell für die Mast gezüchtet worden sind – die Marktführer unter den Masthühnern.
  • Sulmtaler Huhn: Das Sulmtaler Huhn ist eine alte Rasse und ein sogenanntes Zweinutzungshuhn. Es wird zum Eierlegen und zum Schlachten gehalten. Sein Fleisch hat einen höheren Fettanteil und damit mehr Eigengeschmack und ist bei Feinschmeckern begehrt.
  • Les Bleues: Die Les Bleues sind ebenfalls eine beliebte Zweinutzungshuhn-Rasse, haben aber bessere "Leistungsdaten" als das Sulmtaler Huhn. Beim Züchten werden sie schneller dick und legen mehr Eier.

Stand: 22.07.2019, 16:00

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