Trüffel in Deutschland

Braune Trüffelknollen liegen auf einer Glasscheibe. Eine der Knollen ist angeschnitten.

Gift- und Speisepilze

Trüffel in Deutschland

Die Trüffel gilt in Deutschland als besonders geschützte Art. Niemand darf sie sammeln – es sei denn, man hat eine Ausnahmegenehmigung wie Ulrich Sproll und Ludger Stobbe. Der Freiburger Forstbotaniker und sein Kollege erforschen das hiesige Trüffelvorkommen im Auftrag der Freiburger Universität.

Die Trüffel wächst fast überall

Anfangs glaubten Ludger Sproll und Ulrich Stobbe noch, einer seltenen Spezies auf der Spur zu sein, doch ihre Trüffelhunde belehrten sie eines Besseren. Allein in den kalkhaltigen Waldregionen von Baden-Württemberg stießen die Trüffelforscher auf 121 Fundorte und sieben verschiedene Arten, darunter auch solche, die als ausgestorben galten wie die Burgundertrüffel, die Teertrüffel und die Großsporige Trüffel.

Inzwischen ist klar, dass auch in vielen anderen Gegenden Deutschlands Trüffel wachsen. Die Fundorte zeichnen die beiden Forscher auf einer Karte ein. Dazu bestimmen sie die Art der Trüffel, ihren Reifegrad, ihre Größe und ihr Gewicht.

Außerdem ist wichtig, wie der Boden beschaffen ist, welche Lichtverhältnisse herrschen und unter welchem Baum die Hunde fündig geworden sind. Wie viele Pilze gehen auch die Trüffel eine enge Verbindung mit Bäumen ein, die sogenannte Mykorrhiza. Dabei dringt der Pilz mit seinen feinen Fäden in die Baumwurzeln ein und liefert dem Baum Mineralien und Wasser. Im Gegenzug bekommt er Zucker aus der Photosynthese.

Burgundertrüffel

Galt hierzulande als ausgestorben: der Burgundertrüffel

Die Trüffel gibt nach wie vor Rätsel auf

Während Maronen vor allem unter Fichten und Steinpilze oft unter Kiefern und Eichen wachsen, tun sich Trüffel gern mit Eichen, Buchen, Linden und Haselsträuchern zusammen. Auch Ligusterhecken scheinen sich zu eignen, wie Ludger Sproll und Ulrich Stobbe bei einem Spaziergang mit den Trüffelhunden durch den Freiburger Stadtgarten feststellten.

Neben der Erkundung neuer Gebiete ist aber auch die regelmäßige Begehung der bereits bekannten Trüffelregionen wichtig. Sie geben den beiden Forschern Aufschluss darüber, wie oft und zu welchem Zeitpunkt das Wurzelgeflecht des Trüffels die unterirdischen Fruchtkörper bildet. Auch wie stark sich die Trüffel vermehren und wie lange sie leben, lässt sich auf diese Weise herausfinden.

Ligusterhecke

Beliebt bei Trüffeln: Ligusterhecken

Trüffelplantagen – fast wie in der Natur

Außerdem beschäftigt die Forscher die Frage, wie man Trüffel und Baum auf künstlichem Weg zusammenbringen kann. In Italien und Frankreich gibt es schon lange Plantagen mit sogenannten Trüffelbäumen. Ein großer Teil der gehandelten Trüffel kommt von dort.

In Deutschland steckt die Trüffelzucht hingegen noch in den Anfängen. Ludger Sproll und Ulrich Stobbe haben nach etlichen Versuchsrunden zur Beimpfung von Setzlingen mit hiesigen Burgundertrüffel-Sporen eine eigene Plantage angelegt. Außerdem vertreiben sie geimpfte Bäume.

Bringen geimpfte Bäume in Plantagen tatsächlich Trüffel hervor, darf man sie nicht nur ernten, sondern auch verkaufen. Dass der Naturschutz für die Trüffel gelockert wird, ist trotz der starken Vorkommen nicht zu erwarten. Angesichts der hohen Preise, die Trüffel erzielen, besteht die Gefahr, dass viele Menschen eine Einkommensquelle wittern und große Schäden im Wald anrichten.

Einen Trüffel so zu entnehmen, dass das Wurzelgeflecht heil bleibt, muss gelernt sein. Sonst stirbt das Wurzelgeflecht ab, der Pilz stirbt und der Baum verliert einen wichtigen Versorger. In Italien und Frankreich geht das natürliche Trüffelvorkommen bereits seit vielen Jahren kontinuierlich zurück.

Autorin: Beate Krol

Stand: 24.04.2018, 12:00

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