Kartoffeln

Kartoffeln

Wie man neue Sorten züchtet

Kartoffeln unterschiedlicher Form und Farbe liegen durchmischt nebeneinander.

Es gibt unglaublich viele Kartoffelsorten. Manche sind gelb, andere rot, blau oder violett. Einige sind glatt, andere rau. Manche Sorten sind robuster gegen Schädlinge, andere wiederum zeichnen sich durch besondere Geschmacksnoten aus. Bei der Kartoffelzüchtung sollen gewünschte Eigenschaften vorhandener Sorten in einer neuen Sorte vereint werden. So wird die Vielfalt erweitert.

Es gibt unglaublich viele Kartoffelsorten. Manche sind gelb, andere rot, blau oder violett. Einige sind glatt, andere rau. Manche Sorten sind robuster gegen Schädlinge, andere wiederum zeichnen sich durch besondere Geschmacksnoten aus. Bei der Kartoffelzüchtung sollen gewünschte Eigenschaften vorhandener Sorten in einer neuen Sorte vereint werden. So wird die Vielfalt erweitert.

Eine Kartoffelblüte in voller Pracht. Wenn die Pollen anderer Kartoffelsorten sie bestäuben, kann eine Sorte mit neuen Eigenschaften und Merkmalen entstehen. Züchter versuchen, der Natur gezielt mit gewünschtem Erbmaterial auf die Sprünge zu helfen. Neben dieser geschlechtlichen Vermehrung gibt es auch noch die vegetative Vermehrung über die Knollen an den Wurzeln. Aus den Knollen können ebenfalls neue Pflanzen entstehen. Sie verfügen allerdings über identische Merkmale und Eigenschaften.

Nach der Bestäubung der Blüten bildet die Kartoffelpflanze kleine tomatenähnliche Beeren. Sie können Hunderte von Kernen enthalten, aus denen sich neue Kartoffeln mit neuen Eigenschaften bilden können. Die Beeren sollte man nicht essen, sie enthalten Giftstoffe gegen Fressfeinde.

Die Frucht der Kartoffel ähnelt einer Tomate. Aus den vielen kleinen Kernen können neue Pflanzen entstehen. Züchter säen im Gewächshaus Tausende solcher Kerne, um neue Pflanzen zu züchten. Aus den neuen Kartoffelpflanzen suchen sie dann die Exemplare mit den gewünschten Merkmalen heraus.

Bei der Züchtung einer neuen Kartoffelsorte werden aus den Kernen einer Beere Tausende kleine Pflanzen gezogen. Ihr Wachstum wird streng kontrolliert. Nur zehn Prozent der Aussaat bleiben am Ende übrig. Interessant erscheinende Pflanzen werden dann auf dem Feld angepflanzt, um die neuen Knollen testen zu können.

Spannend ist immer die erste Ernte. Wenn eine neu gezüchtete Kartoffelsorte gut wächst, ertragreich ist und wenn ihre Knollen vielversprechend aussehen, folgt auch gleich der nächste Test: die Lagerfähigkeit. Erst danach wird sie wieder auf dem Feld ausgepflanzt, um auch ihre Robustheit zu testen.

Karsten Ellenberg ist ein begeisterter Kartoffelzüchter, der immer wieder versucht, neue Sorten zu kreieren. Ihm geht es um Merkmale wie Ertrag, Aussehen und Geschmack. Nicht zuletzt aber auch um robuste neue Pflanzen, die unempfindlicher gegenüber Schädlingen wie dem Kartoffelkäfer sind oder besser mit Klimaschwankungen zurechtkommen.

Die erste rote Kartoffelsorte Deutschlands heißt "Rote Emmalie". In dieser neuen Sorte vereinen sich die Farbe und Form einer alten Sorte mit einem guten Geschmack. Der Geschmackstest bei einer neuen Kartoffelsorte ist immer der Höhepunkt für einen Züchter wie Karsten Ellenberg. Erfolg stellt sich oft erst nach Jahren und unzähligen Versuchen ein. Und letztendlich muss die neue Kartoffel dann auch noch dem Kunden gefallen.

Stand: 19.02.2018, 09:42 Uhr

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